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Wellness im Kloster Arenberg
Nonnen unter "vier Sternen"
von Maike S. Wessolowski
Wetzlar/Koblenz - 65 Dominikaner-Nonnen kümmern sich seit neun Monaten um stressgeplagte Männer und Frauen. Sie reservieren und reinigen die Zimmer und sehen zu, wie in ihrem Hause Physiotherapeuten massieren, verschmieren, baden und akupunktieren. Das Kloster Arenberg bei Koblenz hat sich vom Kneipp Sanatorium zum Vier Sterne Wellness Hotel gewandelt. Zum Wohle des Menschen - und auch, weil die Wirtschaftlichkeit neue Ideen einforderte.

Morgens um sechs Uhr im ehrwürdigen Schwesternchor: Zwischen den Dominikanerinnen in ihrer knöchellangen weißen Tracht mit dem schwarzen Schleier sitzen Frauen und Männer in bunter Freizeitkleidung.
Gleich nach dem Morgenlob wollen sie weiter zum Tautreten und zur Morgengymnastik. Im Kloster Arenberg bei Koblenz ist eine solche Konstellation kein Widerspruch.
50 Jahre lang hatten die Nonnen ein Kneipp-Sanatorium betrieben - zuletzt mit stark rückläufigen Besucherzahlen. "Eigent1ich hatten wir Ende der 90er Jahre geplant, ein paar Duschen einbauen zu lassen", erinnert sich Verwaltungsdirektor Bernhard Grunau.
Doch dann beschloss der Orden, den Betrieb auf eigene wirtschaftliche Beine zu stellen und den damals 65 Mitarbeitern eine berufliche Perspektive zu bieten. 15 Millionen Euro hat der Umbau zum "4-Sterne-Kloster" gekostet.
Wir haben auch Solartechnik, die Heizung arbeitet mit moderner Brennwertechnik, wir nutzen das Regenwasser und haben im Park Biotope angelegt, beschreibt Grunau.


Kloster Arenberg bietet Platz für 100 Gäste
An das alte backsteinfarbene Haus, seit 140 Jahren ein Kloster, ist mittlerweile ein lichtdurchfluteter Neubau mit einer großen Glasfront gegossen.
Großzügige Zimmer für 100 Gäste, Vollpension, eine große Parklandschaft mit Kräutergarten und Teehaus, ein Vitalzentrum mit Kneippbädern, Körperschall- und Lichttherapie, Fitnesskursen, Fango, Massage, Pediküre, Krankengymnastik, Aquafitness, Sauna, Solarium und Schwimmbad, Minigolfanlage, Klostercafe, Klosterladen mit Produkten aus eigener Herstellung, romantische Innenhöfe, Bibliothek, Meditationsraum und Gästekapelle werden den Gästen geboten.
Doch zum Glauben wird niemand gezwungen: "Wir bieten alles an, aber niemand muss beten oder reden, es gibt auch Gäste die wollen nur in Ruhe gelassen werden, andere hingegen suchen das Gespräch", erklärt Schwester Scholastika, die wie alle Nonnen ein Namensschild trägt.


Neue Arbeitsplätze im Kloster erschaffen
Die Anwendungen und Übungen übernehmen ausgebildete Fachkräfte - die Zahl der "weltlichen" Arbeitskräfte im Kloster ist auf 75 angewachsen, etwa 60 Nonnen leben außerdem im Kloster. Acht von ihnen unterstützen die Fachkräfte am Empfang oder beim Zimmerservice.
90 Prozent Auslastung habe das Haus mittlerweile und die Gäste schätzten, dass es zwar
den Service und das Angebot eines guten Hotels biete, aber nicht so unpersönlich sei, sagt Grunau.


Wellness zum Selbstkostenpreis
Und Weilness zum Selbstkostenpreis biete man: Fußpflege für 14 Euro, Fango und Massage für 23 Euro, 15 Minuten Solarium 3 Euro. Das Doppelzimmer ist pro Person ab 85 Euro mit Vollpension zu haben, wer allein kommt, zahlt höchstens 79 Euro.


Das Leben hinter Klostermauern sehen
Was die Besucher fasziniere, sei die Kombination von modernen Wohlfühlangeboten, traditionellem Klosterleben und - für viele etwas Neues -eine Möglichkeit ganz ohne die oft als Zwang empfundene Art des kirchlichen Glaubens, seinen eigenen Glauben zu finden. Das kann auch einfach nur Meditation und Selbstfindung sein, beschreibt Karlheinz Jardner, ein ehemaliger Gast aus Köln.


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