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"Und vergiss´ mir die Seele nicht"
Wellness hinter Klostermauern:
Die Arenberger Dominikanerinnen haben Körper
und Seele der Besucher im Visier.


Annette G. Herrmann
Die Wellness Welle wogt ungebrochen. Unzählige Luxus Herbergen mit Spa-Abteilung versprechen dem gestressten Erdenbürger Balsam für geplagte Glieder. Und die Seele? Das Herz?

ARENBERG. Im Vital-Fieber führt das Spirituelle allzu oft ein Schattendasein. Dass zu einem gesunden Körper jedoch unabdingbar ein gesunder Geist gehört, ist nicht erst seit Sebastian Kneipp bekannt. Der Mensch als Ganzes steht so im Mittelpunkt von Kloster Arenberg, wo der Ordensgemeinschaft der Dominikanerinnen eine bundesweit einmalige Symbiose gelungen ist: Fünf-Sterne-Wellness für "weltliche" und "geistliche" Bedürfnisse.

Luxuriöses Angebot
Bernhard Grunau winkt ab: "Eine Konkurrenz zu Gastronomie- und Hotelbetrieben? Nein, das wolle Kloster Arenberg ganz bestimmt nicht sein, sagt der Verwaltungsdirektor. Gäste und Touristen, die für einen Besuch in der Rhein-Mosel-Stadt nur ein Dach über dem Kopf suchen, sind deshalb im Hause der Ordensgemeinschaft der Dominikanerinnen eigentlich fehl am Platze, wenngleich das luxuriöse Angebot des Hauses - Schwimmbad, Vitalbereich mit Sauna, Wärmekabine, Sprudelbäder und Massage-Abteilung - für jeden Besucher verlockend sein dürfte.
Was aber verbirgt sich dann hinter dem Klostergemäuer, dessen Inneres im Jahr 2002 für Millionen von Euro - rein oberflächlich betrachtet - in eine Nobelherberge mit toskanischem Flair umgebaut wurde. "Unser Leitbild umschreibt es eigentlich deutlich: "erholen, begegnen, heilen", erklärt Schwester Scholastika. Seit 13 Jahren lebt die gebbürtige Schweizerin im Koblenzer Mutterhaus ihres Ordens, hat die Verwandlung vom Kneipp-Sanatorium zu einem Weilness-Kloster miterlebt und mit geplant und ist nunmehr unter anderem für die Seelsorge und den pastoralen Bereich im Gästebetrieb zuständig.
Denn obwohl die Arenberger Dominikanerinnen mit dem Umbau ihres Hauses mutig den Schritt in ein modernes 21. Jahrhundert gegangen sind, halten sie an ihren Wurzeln fest: Vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes und Profils haben sie nicht nur den Körper, sondern auch den Geist ihrer Besucher im Visier. Ein umfassendes Angebot an Meditation, Gesprächskreisen und Vorträgen zeugt von dieser Zielsetzung. "Es geht nicht nur ums gute Schlafen und Essen. Natürlich gehört das zum Wohlbefinden eines Menschen dazu. Aber Leib und Seele bilden eine Einheit. Herz und Geist dürfen nicht vernachlässigt werden", sagt die 38-jährige Ordensschwester.

Deshalb widme sich das Kloster dem Menschen als Ganzes - ein einmaliges Angebot von Hamburg bis München.

Denn während es etliche Klöster gibt, die zu Besinnungstagen laden und auf der anderen Seite unzählige Wellness-Hotels für das leibliche Wohlbehagen sorgen, waren es die Arenberger Dominikanerinnen, die mit dem Umbau ihres Klosters 2001 und 2002 als erste die Symbiose von beidem gewagt haben.
"Die Veränderung, die stattgefunden hat, ist dabei nicht nur räumlicher Natur", erklärt Schwester Scholastika. Im Generalkapitel 2000 habe der Orden auch beschlossen, das eigene Konzept zu ändern:
"Wir wollten unserem Haus eine neue Zukunft geben". Die Annäherung an den heutigen Menschen in seiner konkreten Lebenssituation - die Gemeinschaft hat dies als ihre
große Chance begriffen. Mut, der sich auszuzahlen scheint, zum Beispiel auch für die 75 Mitarbeiter - darunter auch einige neu eingestellte - denen das Kloster Brot und Arbeit gibt. Auf Profit ist das Kloster-"Unternehmen" dagegen nicht ausgerichtet.

Haus arbeitet kostendeckend
"Das Haus arbeitet kostendeckend, aber nicht gewinnorientiert", so Grunau. Den Lohn für seine Arbeit sieht der Orden aber ohnehin eher in der Dankbarkeit der Besucher. "Sebastian Kneipp hat einmal gesagt: "Und vergesst mir die, Seele nicht", erklärt Schwester Scholastika und verweist auf das Gästebuch des Hauses. Ein Blick dort hinein verrät, was die junge Ordensfrau damit andeuten wollte.
Etliche Menschen haben sich verewigt, die im Kloster Arenberg den Weg zurück zur Seele und damit zu ihrem inneren Gleichgewicht gefunden haben - "und vielleicht", so ergänzt sie noch, "auch die Spur eines liebendes Gottes ..."

Vitalität für Körper und Geist wird geboten
Das Haus lockt mit einem luxuriösen Wellnessbereich, unter anderem mit Schwimmbad, Sauna, Infrarot-Wärmekabine und einer Massage- und Vitalabteilung - zum Teil auch von externen Besuchern nutzbar. Gästen stehen unter anderem auch die Klosterbibliothek und der Klosterkeller für gemütliches Beisammensein zur Verfügung und natürlich auch die Klosterkapelle. In den gepflegten, mediterran gestalteten Außenanlagen findet sich zudem ein Kräutergarten. Vitalität für den Geist bieten Meditationskurse, kulturelle Veranstaltungen und Gesprächskreise.
Im Januar lockt das Kloster mit einem Familienwochenende für Eltern (mit Kinderbetreuung) und im Februar mit einer Pauschal-Fasten-Woche.


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info@kloster-arenberg.de

 

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