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Atempause im Kloster
Das Leitbild heißt,, "erholen— begegnen — heilen “.
In Arenberg bei Koblenz können Körper und Seele Entspannung finden und Heilung erfahren. In einem Kloster der Dominikanerinnen, das neue Wege erkundete und fand.


Text: Sabine Rheker
Fotos: Kloster Arenberg


Kloster Arenberg in Koblenz


Behaglich sind die Zimmer des Gästehauses.


Schwester Modesta beim Johanniskrautzupfen im Kräuterhaus.


In der Kapelle wird zur Andacht, zum Morgen- und Abendimpuls und zur meditativen Musik geladen.

Wassertreten nach Kneipp‘schern
Rezept findet in Arenberg bei jedem Wetter statt.

Beliebt bei allen Gästen:
Das Schwimmbad im Vitalzentrum
des Klosters.

Arenberg: Erholung für Körper und Seele

Es riecht nach Fenchel, Salbei und Zwiebelbonbons. Und nach Schwester lrmingards selbstgemischtem Tee. Am großen Holztisch im behaglichen Kräuterhäuschen zupfen wir Johanniskraut in kleine Stücke und pflücken Fenchelsamen von den getrockneten
Dolden.
Erfahren, warum Ysop-Essig süßlich schmeckt und dass lrmingards selbst gekochte Salbei-Bonbons bei Halsschmerzen helfen.
Eine wohlige Atmosphäre, die der Seele gut tut. Ich könnte noch stundenlang hier hocken, bei der Kräuterexpertin und bei

Schwester Modesta, ihrer stets fröhlichen Helferin. Doch gleich habe ich einen Termin bei Schwester Andrea, der Leiterin des Vitalzentrums. Aromamassage — eine Wonne für den Körper.
„Ich kann es nicht in Worte fassen — aber im Herzen spüren. Danke!“ hat eine Renate mit schwungvoller Schrift ins Gästebuch geschrieben. Und einige Seiten weiter fasst eine Barbara zusammen: „Ganzheitliche Angebote, ganzheitliches Leben — wieder ganz werden“.

Beide Damen waren Gast im Kloster Arenberg, einem in Deutschland einzigartigen Wellness-Haus unter der Leitung katholischer Ordensfrauen. Entstanden aus einem Kneipp-Sanatorium, das von den Dominikanerinnen geführt wurde — und über die Jahrzehnte so beständig Besucher verlor, dass sich vor einigen Jahren die Frage stellte „ob wir den Untergang verwalten oder den Neubeginn gestalten“, so Oberin Schwester Maris Stella. Der Orden entschied sich im Jahre 2001 für die Zukunft und einen 15-Millionen Euro teuren Umbau der altehrwürdigen Backstein-Gebäude. Finanziert allein durch die Ersparnisse der Nonnen und den Verkauf einiger Grundstücke der Ordens-Gemeinschaft. Ein Wagnis.

Fast zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten, dann bezogen die ersten Gäste ihre Zimmer im 99-Betten-Haus. Und immer mehr nutzen seitdem das
Angebot: Das Vital-Zentrum mit modernem Schwimmbad, Sauna (in der Männlein und Weiblein getrennt schwitzen), Solarium, Fitness-Geräten, Wassertretbecken und einem umfangreichen Programm mit Massagen, Krankengymnastik und Kneipp‘schen Anwendungen.

Frühaufsteher machen sich nach dem morgendlichen
Tautreten schon um sieben Uhr beim Walking und anschließender Gymnastik auf den Weg in den neuen Tag. Andere lassen es ruhiger angehen und begeben sich erst nach dem Frischkornbrei zum Frühstück ins Crystal-Bad oder zur Aqua-Fitness. Seinen WeIlness-Stundenplan stellt jeder Gast selbst zusammen, ein „Muss“ gibt es nicht. Wer während seines Aufenthaltes nur im weitläufigen Klosterpark spazieren gehen möchte, der darf auch das. Wobei, und darauf legen die 67 Ordensschwestern samt ihrer 80 Mitarbeiter großen Wert, der Begriff „Wellness“ hier einen anderen Klang hat als außerhalb der Klostermauern.

Hier geht es nicht um schlanker, fitter und flotter nach den Parametern unserer Leistungsgesellschaft. Das Haus hoch über dem Rheintal sieht sich weder als Fitness-Studio noch als Hotel, wie Verwaltungsdirektor Bernhard Grunau betont. „Wir wollen niemanden bespaßen“, sondern Ruhe, Besinnung, die Möglichkeit zum Gespräch aber auch zur Meditation und zum Schweigen bieten. Zum Sich-selber-finden.
Was, so die Erfahrung der Ordensschwestern, anfangs nicht jeder gut aushält. Sollte jemand bei seinem Aufenthalt ein wenig näher zu Gott finden, wäre es für die Schwestern „ein schönes Geschenk“. Aber dahin geschubst wird niemand.

In Arenberg geht es um den ganzen Menschen.
Wobei es keine Rolle spielt, ob dieser Mann oder Frau, jung oder alt, Buddhist, Katholik oder auf der Suche ist. Manch einer, der hier anreist, kommt mit schwerem Gepäck.

Wie Frau D. aus Düsseldorf. Die aparte Mittfünfzigerin ist seit kurzem Witwe. Jetzt übt sie das Allein-Reisen, denn „das Leben geht ja weiter“. Erst dachte sie an den sonnigen Süden. „Aber was ist, wenn ich da ganz allein heulend unter einer Palme sitze?“ Im Kloster findet sie bei Bedarf ausgebildete Gesprächspartner wie Schwester Scholastika oder den Pastoralpsychologen Dr. Martin Hofmeir.

Oder einfach einmal eine herzliche Umarmung von Schwester Annuntiata, die in ihrer schwarzweißen Tracht stets im Eiltempo durch die Räume segelt.
Wie gut der Dreiklang „erholen — begegnen — heilen“ ankommt, zeigt die Auslastung, die schon bei mehr als siebzig Prozent liegt. Und das Gästebuch im lichtdurchfluteten Foyer.
Was schreibt dort eine Marga zum Abschied? „Im gepackten Koffer ist Platz, diese Tage und diese Zeit mitzunehmen — und im Alltag zu bewahren.“


Treffpunkt des Gästehauses:
Das Iichtdurchflutete Foyer.

Fünf Säulen für die Gesundheit

„Wenn die Menschen nur halb so viel Sorgfalt darauf verwenden würden, sich gesund zu erhalten, wie sie unbewusst Mühe verwenden, krank zu werden — die Hälfte der Krankheiten bliebe ihnen erspart.“
(Sebastian Kneipp 1821-‘97)

Das Angebot von Kloster Arenberg lehnt sich an die Lehre Pfarrer Kneipps, die mit fünf Säulen ein ganzheitliches Gesundheitskonzept verfolgt:

1. Hydrotherapie (Wasser), 2. Bewegungstherapie, 3. Phytotherapie (Heilpflanzen und Kräuter), 4. Ernährungstherapie und 5. Ordnungstherapie.

Den ersten beiden Säulen widmet sich das Vitalzentrum mit Wohlfühlangeboten, Massagen, Farb-Licht-Magnetfeldtherapie, Fitnessraum, Solarium, Sauna, Schwimmbad, Kneipp‘schen Anwendungen, Lymphdrainagen, Wärmebehandlungen (Heusack, Fango), Kältebehandlungen (Eispackung, Retterspitz), Krankengymnastik, Fußpflege; Gruppenangebote: Nordic Walking, Entspannung, Gerätetraining, Aquafitness.

Die dritte Säule findet sich im Kräuterhäuschen und —garten mit Vorträgen, Informationen und Produkten wieder.

Vierte Säule: In der Küche des Klosters wird Wert auf naturbelassene, fettreduzierte Ernährung gelegt.
Auf die fünfte Säule wird in Arenberg viel Wert gelegt. Christliche Meditation, religiöse Gesprächskreise, spirituelle Morgen- und Nachtimpulse, geistliche Begleitung sowie psychologische Beratung sollen bei der Lebensgestaltung helfen. Möglich ist auch die Teilnahme am täglichen Gottesdienst und an den Stunden-gebeten der Ordensgemeinschaft.

Während des ganzen Jahres finden im Kloster mehrtägige Kurse statt. Die Themen reichen von Stressbewältigung über Besinnungstage, Filmseminare, Zeitmanagement, Wildkräutertage bis hin zu Tanzseminaren und Wanderexerzitien.

 

 

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info@kloster-arenberg.de

 

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