Erholen, begegnen, heilen  Gesundheitskonzept Kloster Arenberg

Sendung vom 7. Juni 2004
Dokumentation: Antje Zimmermann

Vormittags Konditionstraining, nachmittags Besinnung im Kloster Arenberg bei Koblenz ist das möglich. Die Schwestern des Dominikanerinnen-Ordens kümmern sich hier um das geistige und körperliche Wohl ihrer Gäste. Sie haben unmittelbar neben ihrem Mutterhaus ein hochmodernes Wellnesshotel errichten lassen.

Zum Angebot im Kloster zählt Gymnastik genauso wie das Gespräch. Wer ins Kloster Arenberg kommt, wird jedoch nicht nach Religion oder Familienstand gefragt. Alle  und das ist den frommen Schwestern besonders wichtig  geistlichen Angebote sind freiwillig. Mit diesem Konzept begeistern die Ordensfrauen ihre Gäste.

Philosophie
Erholen, begegnen, heilen. So verstehen die Nonnen ihr bundesweit einmaliges Angebot. Der Dienst am Nächsten hat bei den Dominikanerinnen eine lange Tradition. Seit der Gründung des Klosters im 19. Jahrhundert widmen sie sich Reisenden und Bedürftigen. Von daher sehen die frommen Schwestern in ihrem Wellnesshotel eine zeitgemäße Fortführung dieses Ordensgedankens.

Das Konzept war im Kloster allerdings umstritten. Lange haben die insgesamt 64 Ordensschwestern diskutiert, ob und wie der Balanceakt zwischen einem Ort der Stille und einem rentablen Unternehmen zu meistern sei.

Wer das Kloster Arenberg heute besucht, merkt schnell, dass trotz des geschäftigen Übernachtungsbetriebes immer noch eine besinnliche Atmosphäre herrscht.

Ein Zentrum für Körper, Geist und Seele
Im Vitalzentrum des Klosters finden selbst verwöhnte Wellnessurlauber alles, was ihr Herz begehrt: Sauna, Schwimmbad, Fitnessraum, Fango, Heusäcke, Kneippsche Anwendungen und sogar ein so genanntes Crystalbad. Darin werden die Besucher mit Magnetfeldern, Licht- und Schallwellen beglückt. Angeblich ein ganz besonderes Erlebnis.
Den neudeutschen Begriff "Wellness" hören die Schwestern dabei gar nicht gerne. Das ist ihnen zu oberflächlich. Sie haben einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele umfasst. In Anlehnung an Pfarrer Sebastian Kneipp spielt dabei die Kräutermedizin eine große Rolle.

Kräutermedizin im Kloster
Im Kräutergarten lernen die Gäste Wissenswertes über Wildpflanzen und deren Verwendung als Hausmittel. Besonders beliebt sind die Tees, die eine kundige Schwester aus eigenen Kräutern täglich frisch aufbrüht. Durch sie konnte schon so manches Zipperlein kuriert werden.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist der so genannte Kräuterspaziergang. Unter Anleitung einer Schwester wandern die Gäste durch das weitläufige Areal und sammeln gesunde Gaumenfreuden. Dabei landen bekannte Blüten wie Gänseblümchen, aber auch weniger bekannte, wie Ehrenpreis und Wiesenschaumkraut, in den Sammelschälchen. Dass diese Wildblumen so gut schmecken, hätten sich die wenigsten träumen lassen. Alle zusammen ergeben einen köstlichen Salat, der auch der Gesundheit zugute kommt.

Rundum-Angebot
Spötter behaupten, dass die katholische Kirche mit dem Kloster Arenberg ihren ersten "All-inclusive-Club" eröffnet hat.

Wer mag, kann den Tag mit Tautreten in den Klostergärten beginnen und mit dem so genannten Impuls in die Nacht  einer gemeinsamen Andacht von Nonnen und Gästen  besinnlich ausklingen lassen. Selbstverständlich kommt die Spiritualität an einem solchen Ort nicht zu kurz. Ein Meditationsraum ist rund um die Uhr geöffnet, und die Gäste können an vielen anderen religiösen Angeboten teilnehmen.

Gesundet und gestärkt  so kehren viele Gäste nach einem Aufenthalt im Kloster zurück in ihren Alltag.