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Beten und baden - Wellness hinter Klostermauern
Kloster Arenberg bei Koblenz bietet himmlische Entspannung

Von Kathrin Sion
Fotos: Nägele/Laif

Sieben mal schlägt die Kirchturmuhr. Die Gäste im Kloster Arenberg erwachen. Schon wenige Minuten später stehen sie mit Schwester Andrea im Garten und treten mit bloßen Füßen den Tau. Ein typischer Morgen im Dominikanerinnenkloster auf den Hügeln über Koblenz, wo nicht nur der Geist, sondern auch der Körper Erbauung findet. Denn Arenberg ist ein Wellness-Kloster. Die Ordensgründerin, Schwester Cherubine Willimann, erzählt: "Schon seit 50 Jahren gibt es im Mutterhaus ein Kneippkurheim. Doch die Nachfrage der Gäste sank immer mehr. Also beschlossen wir vor vier Jahren, das ganze Gebäude zu sanieren und ein modernes Vitalzentrum in den alten Backsteinbau zu integrieren."
Es entstand ein lichtdurchfluteter Gebäudeteil, in dem heute Brandungsbäder, Massagen, Fango, Rückengüsse und Lymphdrainagen angeboten werden. Auch eine Sauna gibt es, freilich streng getrennt für Männer und Frauen, sowie ein Schwimmbad mit 29 Gral warmem Wasser und Kneippbekken für Beine und Arme. "Allerdings machen wir in Sachen Wellness nicht alles mit", sagt Schwester Scholastika, "reine Kosmetikbehandlungen werden bei uns nicht angeboten."

Nach dem Frühstück hält eine der Schwestern einen Ernährungsvortrag, wer will, kann der Aqua-Fitness frönen oder durch den Klostergarten spazieren.

In Kloster Arenberg legen Nonnen Hand an bei den Wellness-Anwendungen
Nach seiner Religion wird niemand gefragt; die Gottesdienste und Gesprächskreise sind für alle Gäste offen. Im angrenzenden Kräutergarten arbeiten die Kräuterschwestern, pflükken Salbei oder Beinwell, Rosmarin oder Kerbel, trocknen die Kräuter und bereiten daraus köstlichen Tee, der im Kräuterhaus probiert werden kann.
Mittagszeit im Kloster Arenberg. Eine Tafel verkündet, was es zu essen gibt: kalte Fruchtsuppe, Frikadellen mit Gemüse, Kartoffelwaffeln, Germknödel mit Vanillesauce. "Das Essen ist einfach und unprätentiös, wie alles hier", sagt eine Mittvierzigerin aus München, "das macht den Klosterurlaub im Gegensatz zu einem Wellness Tempel so besonders - man findet schnell den Einklang zwischen Körper und Seele." Sie hat schon des öfteren Urlaub im Kloster gemacht, doch oft fehlten ihr die Aktivitäten. Genau darauf zielen die neuen Angebote der Dominikanerinnen: "Wir werden demnächst noch mehr Bewegungsprogramme wie Nordic Walking und Wandern anbieten", sagt Schwester Andrea.
Im Vitalzentrum ist auch an diesem Nachmittag wieder viel zu tun. Brandungs- und Crystalbäder werden eingelassen. Die Preise für die Vitalbehandlungen sind günstig. Die Bäder liegen bei 18 Euro, die Massagen kosten zwischen 14 und 40 Euro, eine Fango-packung ist für zehn Euro zu haben, die manuelle Lymphdrainage für 19,50 Euro. 99 Betten stehen insgesamt flur Gäste bereit, die Zimmerpreise starten bei 72 Euro, mit Vollpension.
Es wird Nacht auf dem Arenberg. Manche Gäste ziehen noch einmal ein paar Runden im Pool, sitzen dann in der Sauna. Allmählich kehrt Ruhe im Kloster ein. Nur noch ein paar Schwestern huschen lautlos durch die Gänge.
Die Kirchturmuhr schlägt elfmal - Zeit zum Schlafengehen.

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