Heute führt Paolo Dall’Oligio seine
Gäste zuerst in die Kirche des Klosters. Stolz
erzählt er, wie seine Anhänger und er
mit finanzieller Hilfe des Vatikan, des syrischen
Instituts für Denkmalpflege und der EU in
jahrelanger Arbeit die Fresken darin freigelegt
haben. Sie stammen aus dem 11. und 12. Jahrhundert.
Heute ist die Kirche wie eine Moschee mit Teppichen
ausgelegt.
Man merkt, dass Pater Paolo schon lange in Syrien
zuhause ist. Er hat in Damaskus Islamwissenschaften
studiert und erzählt seine Geschichte und
die des Klosters wahlweise auf Italienisch, Arabisch,
Englisch, Spanisch oder Französisch.
30 Gästezimmer und die Möglichkeit der
Mitarbeit
Das Kloster hat 30 Gästezimmer. Sie liegen
in einem Gebäude, das Pater Paolo extra abseits
von den Bereichen der Nonnen und Mönche bauen
ließ. Zur Weihnachts- und Osterzeit sollte
man auf jeden Fall reservieren. Die Zimmer werden
von vier bis sechs Gästen geteilt. Männer
und Frauen schlafen getrennt. Im Gegensatz zum
Hotel gibt es keine festen Übernachtungspreise,
sondern es wird erwartet, dass man eine Spende
gibt – entweder in Form von Geld oder in
Form von Arbeitskraft. Die letztere ist die bessere
Wahl: So helfen die Gäste beispielsweise beim
Kochen oder Wäschewaschen und so lernt man
das Klosterleben wirklich kennen.
Seminare für ein besseres Verstehen
Das Kloster versteht sich als Begegnungsstätte.
Pater Paolo kämpft für die Toleranz von
Christentum und Islam und bietet Seminare zu einem
besseren Verständnis der beiden Religionen
an. Neben den christlichen Tugenden Gebet und Arbeit
gelten auch die arabischen Prinzipien Gastfreundschaft
und Dialog. Die Nonnen und Mönche leben enthaltsam,
aber nicht hinter dem Mond. Sie haben Internet
und seit das Kloster in einem amerikanischen Reiseführer
steht, finden immer mehr Touristen den Weg dorthin
und beim Wäschewaschen oder Kartoffelschälen
zu sich selbst.
Adresse:
Deir Mar Musa al-Habashi
P.O. Box 178
Nebek - Syrian Arab Republic
Tel. (00963) 011 7420403
Fax. (00963) 011 7230335
www.deirmarmusa.org
Andere Klöster in Syrien
Es gibt noch einige andere Kloster in Syrien,
die Gäste aufnehmen. Zum Beispiel das Mar-Thekla-Kloster
in Malula, das als schönstes Dorf Syriens
gilt. Weltweit einzigartig ist die Sprache seiner
Bewohner: Westaramäisch, die Sprache Jesu.
Im Mar-Thekla-Kloster leben nur Nonnen und so können
auch nur Frauen hier übernachten. Das Kloster
ist der Dorfheiligen Thekla gewidmet, die in einer
Höhle lebte und als erste Märtyrerin
des Christentums gilt.
Im Georgskloster dagegen leben nur Mönche,
und so können nur Männer dort übernachten.
Das Kloster liegt im Tal der Christen, einer christlichen
Enklave nahe der syrischen Küste. Durch diese
Gegend sind schon die Kreuzritter gezogen. In der
Nähe liegt der Krak de Chevalier, die besterhaltene
Kreuzritterburg Syriens.
Vor der Reise
Bislang gibt es in Deutschland noch kein syrisches
Fremdenverkehrsamt.
Informationsmaterial verschicken:
Syrische Botschaft in Berlin
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Tel. 030/501770, Fax 030/50177311)
Syrian Arab Airlines
Düsseldorfer Str. 4
60329 Frankfurt
Tel. 069/251007, Fax 069/236794).
Ein frankierter Rückumschlag sollte der Anfrage
beigelegt werden. In Damaskus erteilt das Tourist
Office (Tel. 00963/11 2222388, Sa.-Do. 9-19 Uhr)
Auskunft.
Für die Einreise ist ein Visum erforderlich.
Dieses sollte mindestens sechs Wochen im Voraus
bei der syrischen Botschaft beantragt werden und
kostet je nach Aufenthaltsdauer zwischen 40 und
60 Euro zuzüglich Versandkosten der Botschaft.
Der Reisepass muss zum Einreisedatum noch mindestens
sechs Monate gültig sein und darf keine Einreisestempel
von Israel haben.
Offizielle Währung ist das syrische Pfund.
Für einen Euro erhält man zurzeit rund
62 SYP. Die Wechselkurse sind vor Ort günstiger.
In den meisten Hotels kann mit Kreditkarte gezahlt
werden.
Zwischen Syrien und Deutschland besteht eine Stunde
Zeitunterschied. Dabei ist zu beachten, dass die
Daten der Zeitumstellung zwischen beiden Ländern
variieren.
Anreise