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Erholen, begegnen, heilen
Arenberger Dominikanerinnen eröffnen neues Gästehaus - Ganzheitliches Gesundheitskonzept will Einheit von
Körper, Geist und Seele fördern
Anfangs war nur über eine Neugestaltung der Duschanlagen nachgedacht worden, als es Ende der neunziger Jahre in Kloster Arenberg ums Renovieren ging. Herausgekommen ist schließlich eine Komplettsanierung sowie eine teilweise Um- und völlige Neugestaltung des gesamten Gästebetriebes. Stolzes Ergebnis dieser Maßnahme ist eine ansprechende und moderne Kuranlage, die höchsten Ansprüchen genügt. Seit der Zeit des Umbaus hat sich vieles verändert. Zur klösterlichen Beschaulichkeit ist ein ganzheitliches Erholungsangebot gekommen. So will Kloster Arenberg, Sitz des Mutterhauses der Arenberger Dominikanerinnen, ein
Ort sein, an dem Leib und Seele neue Kraft schöpfen können. Entscheidend ist, dass Kloster Arenberg "weit mehr als ein Hotel" ist, hebt Bernhard Grunau, der Verwaltungsdirektor des Hauses ausdrücklich hervor.

"Wir wollen unseren Gästen gut tun, an Körper, Seele und Geist", dies ist das ausdrückliche Ziel, das sich die Leitung des Klosters unter Generalpriorin Schwester M. Agnes Fischer gesetzt hat. Das dies keine Werbe-Flosskel ist, wurde auch bei der Eröffnungsfeier für das neu entstandene Gästehaus Ende Juli deutlich. Es herrscht eine besondere Atmosphäre dort auf dem Arenberg. Einerseits liegt die betriebsame Stadt Koblenz in unmittelbarer Nähe, deren Stadtteil Arenberg seit 1970 Stadtteil ist. Anderseits genügt ein relativ kleiner Schritt von dort vollauf, um in Kloster Arenberg in eine andere Welt einzutauchen: Es ist ein Schritt in die Ruhe und in eine Idylle, die sich heute sonst nur noch schwer finden lässt. Das sehen längst nicht nur mehr die Dominikanerinnen und die Wallfahrer so. Letztere zieht der Ort vor allem wegen seiner bekannten Wallfahrtsbasilika seit dem 19. Jahrhundert an. Längst ist das einst so verträumte Nest Arenberg zu einer heimlichen Adresse für all jene geworden, die die Erholung in der Natur über dem imposanten Rheintal suchen und die gleichzeitige Nähe zur Stadt Koblenz schätzen und lieben gelernt haben.

Doch auch der Reichtum der Natur half den Dominikanerinnen vor etwas mehr als drei Jahren nicht länger, ihren Sanatoriumsbetrieb wirtschaftlich aufrechtzuerhalten. Deshalb beschloss das Generalkapitel des Ordens im Jahr 2000 "dem Betrieb eine tragfähige, auf eigenen wirtschaftlichen Beinen stehende Zukunft zu geben", hebt Bernhard Grunau hervor. Positiver Effekt des ganzen Projektes sei auch, so Grunau weiter, dass damit die etwa 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine realistische berufliche Perspektive hätten. In wirtschaftlich nicht so prosperierenden Zeiten, in denen überall von Rationalisierungsmaßnahmen und Entlassungen gesprochen wird, ist dies ein geradezu bemerkenswerter Ansatz. Dennoch hielten viele die Entscheidung der Schwestern zugunsten einer Erweiterung des Betriebes für gewagt. Die Angst, man könne das so Geschätzte durch eine Vergrößerung der Anlage und einer Erweiterung des Kurangebotes leichtfertig aufs Spiel setzen, ließ wohl den einen oder anderen Kurgast die Bauarbeiten mit einber gewissen Skepsis verfolgen. Das Ergebnis jedoch, mit dem sich das Kloster nun schmücken kann, macht leicht alle Bedenken gegenstandslos.

Arenberg heute ist wirklich weit mehr als eine der üblichen Wellness-Oasen. Es ist ein nach außen hin geöffnetes modernes Kloster, das sich auf die Freizeitbedürfnisse seiner Gäste eingestellt hat, ohne deshalb die klösterliche Atmosphäre einzubüßen. Es ist ein Ort, der einen herausnimmt aus der Hektik der Zeit. Wobei es jedem Gast selbst überlassen bleibt, inwieweit er von den zahlreichen Angeboten des Hauses Gebrauch machen oder ob er sein Freizeit nach eigenen Bedürfnissen gestalten möchte. Die Nähe zu Koblenz jedenfalls macht Arenberg auch unter diesem Gesichtspunkt attraktiv.

Aber, und dies gilt es bei allen Angeboten, die Kloster Arenberg heute zu bieten hat, besonders zu beachten: Arenberg eignet sich besonders für Menschen, die auf der Suche sind. Dies kann die Suche nach einer sinnerfüllten Erholung genauso sein wie die Suche nach sich selbst und die Suche nach Gott.

Die Wege dorthin sind vielfältig. Deshalb möchten die Arenberger Schwestern mit ihrem Angebot über das ganze Jahr hinweg möglichst viele individuelle Bedürfnisse abdecken. Frühaufsteher können das besondere Angebot zum Tautreten im Klostergarten mit anschließender Morgengymnastik nutzen. Für eine geistlichen Einstieg in den Tag steht jedem der "Impuls" am Morgen offen. Bereits ab sieben Uhr kann jeder Gast das sogenannte "Vitalzentrum" nutzen, wo Kneipp-Güsse und Bäder neben modernsten Körperschall- und Lichttherapien angeboten werden. Wem das nicht ausreicht, der kann im hauseigenen "Brandungsbad" mit dazugehörigem Solarium vom Meer träumen.

"Es geht uns nicht um Gewinn, sondern darum, uns selbst zu tragen", meint Generaldirektor Grunau. Dies ist der Leitgedanke in Arenberg. Um den Betrieb mit seinen gesamten Mitarbeitern aufrecht und wirklich selbsttragend erhalten zu können, mussten auch die Kosten für die Gäste im Vergleich zu früher angehoben werden. Dennoch liegt das Kloster im Vergleich zu anderen Einrichtungen dieser Art mit Pauschalpreisen von etwa 79 Euro pro Nacht im guten Durchschnitt.

Insgesamt beruht die besondere Ausstrahlung Arenbergs wohl darauf, dass man dort auf Menschen trifft, die sich "ganz verschenken". Die sich gemäß der selbstgesetzten Maxime des Hauses "erholen - begegnen - heilen", ganz in den "Dienst des Anderen" stellen, so wie es der Trierer Bischof Marx in seiner Predigt anlässlich des Eröffnungsgottesdienstes zur Einweihung des neuen Gästehauses formulierte.

Positiver Nebeneffekt des Engagements der Schwestern ist zudem noch der Umweltschutz. Kloster Arenberg arbeitet mit modernster Solartechnik und Regenwassernutzung. Auch die Heizung wurde im Neubau eigens auf Brennwerttechnik umgestellt, um ein Minimalmaß an Rohstoffverbrauch zu gewährleisten. Damit ist Kloster Arenberg nicht nur heilsam für den Menschen, sondern auch für die umgebende Natur. Wie wichtig das für die Zukunft ist, haben die Dominikanerinnen offensichtlich erkannt. Schließlich zählt die landschaftliche Umgebung zu den besonderen Reizen dieses Ortes.

Frank-Uwe Straßner


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