|
Der
Startschuss fällt: Mit einem gemeinsamen Spatenstich im Beisein
von Ordensschwestern und Mitarbeitern, Architekt und Generalübernehmer
haben am 25. Januar die Sanierungs- und Umbauarbeiten im Kloster
Arenberg offiziell begonnen. Genau fünfzehn Monate werden sie
dauern, so prognostiziert Norbert Wagner vom Generalübernehmer
Hans Wagner Gebäudemanagement aus Berlin. Das Gästehaus des
Klosters bekommt im Zuge der Bauarbeiten ein ganz neues Gesicht,
eine attraktivere "Adresse". Die Zimmer werden neu ausgestattet,
die Außenanlage und die Verkehrsführung neu gestaltet und im
Zentrum des Gebäudekomplexes wird ein fünfstöckiger
Neubau errichtet, der die verschiedenen Gebäude miteinander
verbindet.
Die
Schwestern des Mutterhauses der Arenberger Dominikanerinnen
verbinden mit der Umgestaltung ihres Hauses große Hoffnungen.
Der Baubeginn ist der vorläufig letzte Akt einer intensiven,
mehrmonatigen Phase der Neukonzeptionierung, der den Gästebetrieb
mit einer größeren Investition von 12,6 Mio. Euro, auch unter
den veränderten Bedingungen im Gesundheitswesen, zukunftsfähig
machen und eine erweiterte Gästeschaft erreichen soll.
Auf
der Basis des einstigen Kneipp-Sanatoriums soll, wie Verwaltungsdirektor
Bernhard Grunau im Rahmen der Pressekonferenz erläutern wird,
unter dem Namen:
"Kloster Arenberg. erholen begegnen heilen" ein
neues, ganzheitliches Konzept verwirklicht werden, das die klösterliche
Atmosphäre und Stille zur Grundlage hat. Dieses Angebot richtet
sich, so Grunau, an Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Es
ist aber für jeden offen, der im Kloster Arenberg Urlaub machen
will oder auch Stärkung und Orientierungshilfe für sein weiteres
Leben sucht.
Der
Dreiklang von "erholen begegnen heilen"
adressiert sich erklärtermaßen an den Menschen von heute, also
den Menschen, der mit einer Welt voller Erschütterungen und
Brüche konfrontiert ist, der Zivilisationsansprüche bewältigen
muss und vielfach an ihnen zu zerbrechen droht. In der Folge
will man sich vermehrt mit der Sinn- und Orientierungssuche
sowie mit vielen Zivilisationskrankheiten und -leiden der heutigen
Zeit auseinander setzen.
Es
geht bei dem neuen Konzept um die Entfaltung und Stärkung aller
vitalen Kräfte, der Seele, des Geistes und des Körpers, um die
Begleitung auf der Suche nach Orientierung, Lebenssinn und Lebenshilfe.
Es geht darüber hinaus aber auch darum, so erklärt die Generalpriorin
Schwester M. Agnes Fischer, "gesunde und heilende Spiritualität
kennen zu lernen, sich darin einzuüben, und es geht um das Angebot
einer christlichen Lebensgestaltung".
Konzeption
und Planung sehen vor, dass der neue Betrieb zukünftig mit einer
geringer werdenden Zahl an tätigen Schwestern fortbestehen kann,
d.h. wesentliche Aufgaben durch die Mitarbeiter geleistet werden.
Für die seelsorgerische Begleitung der Gäste wird Dr. Martin
Hofmeir, Pastoralpsychologe, eingestellt, der zudem auch einen
Teil der Programme und Workshops koordinieren und leiten soll.
Im
Rahmen der Sanierung und Modernisierung werden alle Gästezimmer
dem heutigen Standard angepasst und komplett neu eingerichtet.
Für den Gästebetrieb stehen dann in Einzelzimmern, Doppelzimmern
und vier Appartements insgesamt 100 Gästebetten zur Verfügung.
Im Blick der Sanierungen ist die überholungsbedürftige Heizungsanlage
und die veraltete Haustechnik, die ersetzt und mit regenerativen
Energien unterstützt werden sollen. Dazu gehört eine Anlage
zur Wärmerückgewinnung und Solarkollektoren. Darin artikuliert
sich, wie Verwaltungsdirektor Grunau ausführt, das Bekenntnis
zu einem verantwortlichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.
Im
Mittelpunkt der Planungen, die von dem Berliner Architekten
Frank Friedrich vorgelegt wurden, steht ein fünfstöckiger Neubau,
der im Zentrum errichtet wird und das verwinkelte Gebäudeensemble
der Klosteranlage geschickt verbindet und die unterschiedlichen
Geschosshöhen ausgleicht. Wie der Architekt betont, schließt
das einen behindertenfreundlichen Zugang durch einen Personenaufzug
und den barrierefreien Zutritt zu allen Geschossen und Einrichtungen
mit ein.
Der
Gast soll demnächst in einem großzügig eingerichteten Empfangsbereich
willkommen geheißen werden. Dem schließt sich das Café mit Außenterrasse
an, das sich als Ort der Begegnung empfiehlt. Im Eingangsbereich
wird erstmals auch ein Klosterladen entstehen, in dem man klostereigene
Produkte, aber auch Gegenstände des täglichen Bedarfs, Zeitschriften
und Bücher erstehen kann.
Im
Zuge der Umbauarbeiten bekommt der Bereich der Physikalischen
Therapie, des Zentrums für Kneipp-Anwendungen, Massagen und
physikalische Behandlungen neue, größere und vor allem hellere
Räumlichkeiten. Das ehemalige Hallenbad wird durch ein modernes
Bewegungsbad ersetzt, das im erweiterten Souterrain der Anlage
untergebracht ist und sommers wie winters trockenen Fußes zu
erreichen sein wird.
Außerdem
steht den Gästen demnächst ein Wellness-Bereich mit Saunaanlage
und Sonnenbank zur Verfügung. Die Gäste sollen sich im Kloster
Arenberg rundum wohl fühlen und ihren Aufenthalt in der klösterlichen
Atmosphäre mit vielseitigen Programmen gestalten können.
Unter
dem Stichwort Begegnung sind vor allem die Gemeinschaftsräume
von besonderer Bedeutung. Die Gäste können ihre Mahlzeiten in
einem freundlichen Speisesaal einnehmen und sich an einem modernen
Buffetsystem bedienen. Für Seminare und Workshops werden die
Gruppen- und Arbeitsräume neu gestaltet.
Klösterliche
Stille und Zurückgezogenheit soll der Gast auch bei seinen Spaziergängen
durch die umgestalteten Außenanlagen erleben können. Die neue
Zufahrt und der Neubau im Gebäudeensemble machten eine Veränderung
des Klosterparks notwendig. Hier soll in Kürze auch ein Kräutergarten
und Schaugarten entstehen, mit denen Kloster Arenberg an die
Wurzeln der Kneippschen Therapie anknüpfen will. Kräuter und
naturnaher Gemüseanbau finden im ausgewählten Ernährungsplan
des Gästehauses seinen Niederschlag. Die Küche ist auf Voll-wertkost,
verschiedene Diäten und gesunde Ernährung besonders eingerichtet.
In
der Zeit der Sanierung und des Umbaus steht das Haus verständlicherweise
nur für einen eingeschränkten Gästebetrieb zur Verfügung. Die
Physikalische Therapie wird allerdings weiterhin als Ambulanz
externe Patienten behandeln können, zumal hier wie auch in allen
anderen Abteilungen keiner der 62 Mitarbeiter aufgrund der Baumaßnahmen
entlassen wird.
Um
die Öffentlichkeit über die Neukonzeptionierung und die Baumaßnahmen
zu informieren, hat man sich entschlossen, eine Bürgerversammlung
einzuberufen. Diese Versammlung findet am 31. Januar um 19.00
Uhr im Caritashaus in Koblenz-Arenberg statt. Dort können Interessierte
ein Modell besichtigen und Baupläne der Umgestaltung einsehen.
|