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Kloster
Arenberg in Koblenz
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DEHNEN
UND STRETCHEN:
Die Nordic-Walking-Gruppe
trifft sich auf der
Klosterwiese zum Aufwärmen.
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DEM HIMMEL NÄHER: In die Kapelle im siebten
Stock können sich Gäste wie Schwestern
zum Gebet zurückziehen.
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AQUAFITNESS
IM KLOSTER: Zum Kloster Arenberg gehört
ein "Vitalzentrum" mit Swimmingpool
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Eigentlich
stellt man sich unter einem Kloster etwas anderes
vor:
eine bescheidene Unterkunft, karges Essen und endlose
Gebete.
Im deutschen Kloster Arenberg ist alles anders.
Mein Zimmer hat ein Fenster zum Park hin, einen
cremefarbenen Polstersessel und einen Computeranschluss.
Nur das Bett ist schmaler als üblich, daneben
liegt das Neue Testament, und darüber hängt
ein Kruzifix. Auch Empfang, Lobby und Speisesaal
unterscheiden sich kaum von einem komfortablen Hotel.
Außer, dass beim Empfang eine Schwester im
Habit am Computer sitzt. Geführt wird das Haus
von Schwester Beatrix, zusammen mit dem smarten
Verwaltungsdirektor Bernhard Grunau.
Die vitale 67-Jährige hat für alle ein
nettes Wort übrig und ist sogar zu Späßen
mit dem Fotografen aufgelegt, «schließlich
hatte ich vier Brüder, da wird man schlagfertig»,
sagt sie und lacht ihr herzliches Lachen.
Schwester Beatrix ist nicht die Einzige, die gute
Laune verbreitet und immer ein offenes Ohr hat.
Auch die anderen Schwestern, die im Gästehaus
tätig sind, sind aufgeschlossen, setzen sich
auf einen Schwatz zu den Gästen. Wer das Bedürfnis
hat, sich auszusprechen, ist hier gut aufgehoben.
Schwester Scholastika, die einzige Schweizerin unter
den 61 Dominikanerinnen in Arenberg, ist «geistliche
Begleiterin» und kennt sich als ausgebildete
Pädagogin mit den Problemen ihrer Mitmenschen
aus. «Hier fühle ich mich als Mensch
ernst genommen», schrieb eine dankbare Frau
ins Gästebuch. Es sind viele allein Stehende,
vor allem Frauen, die in einer Lebenskrise stecken,
einen geliebten Menschen verloren haben und hier
Trost und Zuspruch suchen.
Es gibt aber auch solche, die das spirituelle Angebot
nicht in erster Linie interessiert. Anna, 19, und
Julia Steinfort, 26, begleiten ihre Mutter ins Kloster,
weil sie abseits des Karnevalstrubels des Todestags
ihres Vaters gedenken wollen. Die beiden Schwestern
sind mit Abstand die Jüngsten, doch das stört
sie nicht im Geringsten. «Ich finde es toll,
dass man hier auch Wellness und Fitness machen kann»,
sagt Julia, die eben im «Körperzonentraining»
war und dieses «ziemlich anstrengend»
fand.
Aus dem riesigen Angebot - beim Empfang hängen
gut zwanzig A4-Seiten aus - picke ich heraus, was
mir zusagt.
Ich verbringe den nächsten Tag mit einem frühmorgendlichen
«Impuls in den Tag» in der Kapelle,
wo der Theologe und Psychologe Martin Hofmeir über
den Segen der Meditation spricht. Wer beim Frühstück
noch nicht reden mag, kann auch schweigen: Im kleinen
Speisesaal nebenan werden die Mahlzeiten wortlos
eingenommen.
Als Nächstes habe ich im Vital Zentrum, einer
großen, gekachelten Abteilung, die in ihrer
Kargheit an das ehemalige Kneipp-Kurhaus erinnert,
eine Massage gebucht. Die Aromamassage unterscheidet
sich nicht von den üblichen Wellnessbehandlungen
- außer, dass eine Schwester im Habit massiert:
Schwester Andrea, Physiotherapeutin und Leiterin
des Vitalzentrums.
Am Nachmittag gehts ins Qi Gong. Nach einer Stunde
Bewegung im Zeitlupentempo sind meine Muskeln angenehm
gedehnt, der Geist ist ruhiger. Nach einem kurzen
Spaziergang im Park gilt es, die Zeit bis zum Abendessen
zu überbrücken. Einen Fernseher und Zeitschriften
hats zwar im Haus, aber ich ziehe mich lieber aufs
Zimmer zurück und höre klassische Musik.
Die Gedanken schweifen lassen, nichts tun müssen
- das gönnt man sich selten genug. Vor dem
Schlafengehen, und im Kloster ist spätestens
um zehn Nachtruhe, findet in der Kapelle nochmals
eine Andacht statt, der «Impuls in die Nacht».
Die Stimmung ist feierlich und konzentriert, es
wird gemeinsam gebetet.
Ich schlafe besser als sonst, kein Wunder, bei dieser
Stille. Am nächsten Morgen um halb sieben bin
ich ausgeschlafen und bereit fürs Tautreten
auf der Wiese vor der Klosterpforte.
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