Rechtsrheinisch,
hoch über Koblenz mit der Festung Ehrenbreitstein und gegenüber
dem Deutschen Eck (am Zusammenfluss von Mosel in den Rhein) liegt
zwischen den Gemeinden Arenberg und Immendorf das Mutterhaus der
Dominikanerinnen.
Das Kloster Arenberg ist der Hl. Katharina-von-Siena geweiht.
Immer schon auf das ganzheitliche Wohl der Menschen ausgerichtet,
boten diese Schwestern neben der spirituellen Einkehr seit ca.
100 Jahren Kneippsche Kuren an, die ihren Zuspruch im letzten
Jahrzehnt zunehmend verloren. Von Luft und Liebe allein kann auch
ein vom Bistum Trier unabhängiges Kloster nicht überleben.
Eine junge schweizerische Schwester hatte die Idee, ein Angebot
auszuarbeiten, das auf die Bedürfnisse der Menschen von heute
zugeht.
Es entstand ein neuer Empfangs-/Servicebau mit Empfangshalle,
Innenhof Kapelle und Cafe zwischen ehemaligem Sanatorium und Internat,
beide nun zu Gästehäusern mit gemütlich gepflegten
Zimmern + Nasszelle umgebaut.
Ein Schwimmbad fordert zu sportlicher Aktivität
auf, ergänzt durch Gruppenangebote wie Aquajogging, Heil-schlimmen
etc.. Ein neues Vitalzentrum ergänzt professionelles Wellness
im gesundheitlichen Rahmen. Die sehr gute Öffentlichkeitsarbeit
per Funk und Fernsehen machte mich aufmerksam auf diese 5 ha
große spirituelle Oase: erholen- begegnen - heilen mit
dem Logo aus Fisch, Wasser; Wappen und Feuer. Allein, paarweise
oder in Gruppen fand sich dort Jung und Alt beiderlei Geschlechts
zusammen. Aber auch Gelegenheit zu individuellem Rückzug,
und vor allem die freiheitliche Eigengestaltung des Aufenthalts
durch Nutzung der unterschiedlichen Angebote zeichnet die dortige
Atmosphäre aus.
Ich entschied mich, meinen diesjährigen Urlaub um Pfingsten
dort zu verbringen, mit der Hoffnung von meinen weltlichen Gedanken
weg zu einer anderen Form von Einsicht zu gelangen, um neue,
andere Kraft für meinen Lebenskampf zu gewinnen. Ob es
mir gelungen ist - die Zukunft wird es zeigen.
75 Mitarbeiterinnen kümmern sich in freundlicher Atmosphäre
um die Servicebelange inklusive Vollpension. Das Taxi bringt
mich vom Koblenzer Hbf immer höher und höher in den
Westerwald. Eine durch Wacholder-Bäume gesäumte Auffahrt
vermittelt einen südländisch heiteren Eindruck, verstärkt
durch die blühenden Rhododendron, die die Aufgangstreppe
säumen. Ein Aufzug daneben ermöglicht mit Gepäck
Beladenen das Eingangsportal zu erreichen.
Helligkeit, rechts der Klosterladen, freundlicher Empfang. Führung
auf das zum weiten Garten hinaus gelegene Zimmer, farblich ansprechend
gelb-orange-blau-grün gestaltet.
Mein eigener Rundgang durch das verwinkelte Haus zeigt mir den
Weg zum Meditationsraum, ein kurzes Gespräch mit der Schwester
von der Bibliothek, ein Blick auf die innerklösterlichen
Angebote: Ansprechende Morgen- und Abendimpulse in der modernen
Kapelle hoch oben, Gesprächskreise, Teilnahme an Laudes,
Hores, Vesper, Eucharistiefeier. Wie wäre es mal, die Wirkung
von Kräutern vom Wuchs bis zur Verwendung aus erster Hand
kennen zu lernen? bas Vitalzentrum liegt im Untergeschoss.
Wie viel den Menschen auf der Seele liegt, was der christliche
Glaube zur Bewältigung beitragen kann, das ist hier zu
erfahren: Stille im Haus oder lebhafter Austausch in Empfangshalle,
Hof und Cafe führen zu menschlicher Annahme, Austausch
und Hilfe.
Ich ließ mich treiben, allerdings mir bewusst zu sein,
mich mit den zahlreichen Angeboten nicht zu überfrachten.
Ein seelsorgliches Gespräch oder Wanderexerzitien mit entsprechendem
Erfahrungsaustausch? Einfach nur mal Zeit zum Lesen? Der anliegende
Kräutergarten, Anhöhen mit Bänken inkl. Ausblick
auf das Rheintal, Teepavillon, alter Baumbestand, Streuobstwiesen
bieten Auslauf, Pausen und Begegnung unterschiedlicher Art.
Ein Tor eröffnet den Weg zur Buslinie nach Koblenz, Wanderwege
in den Westerwald schließen sich an.
brei Tage oder mehr? Selten habe ich die Menschen so häufig
von Zufriedenheit, Wohlwollen und Wiederkehr sprechen hören.
Eine halbe Stunde Schweigen beim Mittags- oder Abendessen. Der
Gong läutet diese Zeit der inneren Lautstärke an.
Das Leben aus und für den Augenblick zu gewinnen für
eine gelungenere Zukunft, das war für mich eine meiner
wohltuenden Erfahrungen, verbunden mit einer gottvertrauenden
Gelassenheit. Allerdings musste ich mich einlassen, die Wirkung
des klösterlichen Umfeldes erfassen, greifen und für
mich umsetzen. - Ein wenig Arbeit an mir selbst war das schon-
Gerade die Pfingstzeit bot sich an, über sich selbst, sich
selbst hinaus auf das DU hin zu reflektieren, um mit einer gewissen
für Jeden persönlichen neuen Kraft wieder in unser
oftmals unüberschaubares, von Forderungen und Druck beherrschtes
Leben zurück zu finden.
Haben Sie Lust bekommen auf diesen Himmel auf Erden?
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