Pfarrbrief Juni 2005-11-07 Kath. Kirchengemeinde Heilige Familie
Hamburg Langenhorn

Einfach himmlisch!
Einmal Himmel und zurück!
Sie sagen, das geht ja gar nicht. Vielleicht doch?

Text: Dorothee Kortmann im Mai 2005
Rechtsrheinisch, hoch über Koblenz mit der Festung Ehrenbreitstein und gegenüber dem Deutschen Eck (am Zusammenfluss von Mosel in den Rhein) liegt zwischen den Gemeinden Arenberg und Immendorf das Mutterhaus der Dominikanerinnen.
Das Kloster Arenberg ist der Hl. Katharina-von-Siena geweiht.
Immer schon auf das ganzheitliche Wohl der Menschen ausgerichtet, boten diese Schwestern neben der spirituellen Einkehr seit ca. 100 Jahren Kneippsche Kuren an, die ihren Zuspruch im letzten Jahrzehnt zunehmend verloren. Von Luft und Liebe allein kann auch ein vom Bistum Trier unabhängiges Kloster nicht überleben.
Eine junge schweizerische Schwester hatte die Idee, ein Angebot auszuarbeiten, das auf die Bedürfnisse der Menschen von heute zugeht.
Es entstand ein neuer Empfangs-/Servicebau mit Empfangshalle, Innenhof Kapelle und Cafe zwischen ehemaligem Sanatorium und Internat, beide nun zu Gästehäusern mit gemütlich gepflegten Zimmern + Nasszelle umgebaut.

Ein Schwimmbad fordert zu sportlicher Aktivität auf, ergänzt durch Gruppenangebote wie Aquajogging, Heil-schlimmen etc.. Ein neues Vitalzentrum ergänzt professionelles Wellness im gesundheitlichen Rahmen. Die sehr gute Öffentlichkeitsarbeit per Funk und Fernsehen machte mich aufmerksam auf diese 5 ha große spirituelle Oase: erholen- begegnen - heilen mit dem Logo aus Fisch, Wasser; Wappen und Feuer. Allein, paarweise oder in Gruppen fand sich dort Jung und Alt beiderlei Geschlechts zusammen. Aber auch Gelegenheit zu individuellem Rückzug, und vor allem die freiheitliche Eigengestaltung des Aufenthalts durch Nutzung der unterschiedlichen Angebote zeichnet die dortige Atmosphäre aus.
Ich entschied mich, meinen diesjährigen Urlaub um Pfingsten dort zu verbringen, mit der Hoffnung von meinen weltlichen Gedanken weg zu einer anderen Form von Einsicht zu gelangen, um neue, andere Kraft für meinen Lebenskampf zu gewinnen. Ob es mir gelungen ist - die Zukunft wird es zeigen.
75 Mitarbeiterinnen kümmern sich in freundlicher Atmosphäre um die Servicebelange inklusive Vollpension. Das Taxi bringt mich vom Koblenzer Hbf immer höher und höher in den Westerwald. Eine durch Wacholder-Bäume gesäumte Auffahrt vermittelt einen südländisch heiteren Eindruck, verstärkt durch die blühenden Rhododendron, die die Aufgangstreppe säumen. Ein Aufzug daneben ermöglicht mit Gepäck Beladenen das Eingangsportal zu erreichen.
Helligkeit, rechts der Klosterladen, freundlicher Empfang. Führung auf das zum weiten Garten hinaus gelegene Zimmer, farblich ansprechend gelb-orange-blau-grün gestaltet.
Mein eigener Rundgang durch das verwinkelte Haus zeigt mir den Weg zum Meditationsraum, ein kurzes Gespräch mit der Schwester von der Bibliothek, ein Blick auf die innerklösterlichen Angebote: Ansprechende Morgen- und Abendimpulse in der modernen Kapelle hoch oben, Gesprächskreise, Teilnahme an Laudes, Hores, Vesper, Eucharistiefeier. Wie wäre es mal, die Wirkung von Kräutern vom Wuchs bis zur Verwendung aus erster Hand kennen zu lernen? bas Vitalzentrum liegt im Untergeschoss.
Wie viel den Menschen auf der Seele liegt, was der christliche Glaube zur Bewältigung beitragen kann, das ist hier zu erfahren: Stille im Haus oder lebhafter Austausch in Empfangshalle, Hof und Cafe führen zu menschlicher Annahme, Austausch und Hilfe.
Ich ließ mich treiben, allerdings mir bewusst zu sein, mich mit den zahlreichen Angeboten nicht zu überfrachten. Ein seelsorgliches Gespräch oder Wanderexerzitien mit entsprechendem Erfahrungsaustausch? Einfach nur mal Zeit zum Lesen? Der anliegende Kräutergarten, Anhöhen mit Bänken inkl. Ausblick auf das Rheintal, Teepavillon, alter Baumbestand, Streuobstwiesen bieten Auslauf, Pausen und Begegnung unterschiedlicher Art. Ein Tor eröffnet den Weg zur Buslinie nach Koblenz, Wanderwege in den Westerwald schließen sich an.
brei Tage oder mehr? Selten habe ich die Menschen so häufig von Zufriedenheit, Wohlwollen und Wiederkehr sprechen hören. Eine halbe Stunde Schweigen beim Mittags- oder Abendessen. Der Gong läutet diese Zeit der inneren Lautstärke an.
Das Leben aus und für den Augenblick zu gewinnen für eine gelungenere Zukunft, das war für mich eine meiner wohltuenden Erfahrungen, verbunden mit einer gottvertrauenden Gelassenheit. Allerdings musste ich mich einlassen, die Wirkung des klösterlichen Umfeldes erfassen, greifen und für mich umsetzen. - Ein wenig Arbeit an mir selbst war das schon-
Gerade die Pfingstzeit bot sich an, über sich selbst, sich selbst hinaus auf das DU hin zu reflektieren, um mit einer gewissen für Jeden persönlichen neuen Kraft wieder in unser oftmals unüberschaubares, von Forderungen und Druck beherrschtes Leben zurück zu finden.
Haben Sie Lust bekommen auf diesen Himmel auf Erden?

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