Startseite · Programmübersicht · Preise · Tag für Tag · Woche für Woche · Jahresprogramm · Raumangebote
Konzerte im Kloster
· Fotogalerie · Sebastian Kneipp · Gesundheit · Ganzheit · Wellness · Erholung
Urlaub im Kloster · Impressum · Presseberichte · Das neue Gästehaus · Empfehlungen
Rezepte · Gutschein · Kontakt - Anfrage · Anfahrt · Klosterforum · Sitemap

Paulinus Kalender 2006

Nicht nur beten und arbeiten

Text: Marcus Schöppen
Foto: Kloster Arenberg


Willkommen im Kloster Arenberg


Schwester Annunttiata im Chorgestüh


Schwester Scholastika mit ihrem Lieblingsbild "Hl.Menas und Christus"

Wellnessboom und Fitnesskult, eine ausufernde Freizeitindustrie und der "Freizeitkult" beherrschen vielfach das heutige Lebensgefühl der Menschen in unserer Gesellschaft. Ein angesehener Psychologe schrieb kürzlich in einer Ordenszeitschrift, die Fitness stehe im Begriff zu einer Art "Ersatzreligion" zu werden.

Experiment Dominikaner Kloster Arenberg
Ein wenig, so schien es mir, als ich die ersten Presseberichte des Dominikanerinnen-Klosters von Arenberg in Koblenz las, seien auch die Schwestern diesem "Kult" verfallen. "Wellness im Kloster", die "Wellnessnonnen", "Relaxen im Refektorium" wurde da angepriesen. Sicher stimmt es, dass sich die Angebote nach Urlaub und Freizeit im Kloster zu einem stetig expandierenden Dauerbrenner entwickeln. Aber ist diese "Wellness im Kloster" nicht eine Art von Anpassung an den Zeitgeist und dazu noch die Kopie einer Mode Erscheinung, die eher einer Karikatur des gesellschaftlichen "Auf-der-Höhesein" gleicht?
Nun, die ersten Eindrücke von Arenberg belehrten mich dann eines besseren: Bernhard Grunau, Verwaltungsdirektor und Hausleitung des Gästehauses von Kloster Arenberg lud mich ein, mir das Ganze doch mal vor
Ort anzusehen. Und was ich nicht erwarten konnte: Es standen auch eine Reihe von Ordensfrauen für ausführliche und oft sehr tiefgründige Gespräche bereit.
Schwester Scholastika (40) etwa, eine der jüngsten Ordensfrauen in Arenberg, die es besonders ärgert, wenn man die große Angebotspalette und Vielfalt des Gästehauses auf die Begrifflichkeit von Wellness und Fitness reduziert. Die aus der Schweiz gebbürtige Ordensfrau betont daher explizit das unterscheidende Moment zu rein körperbezogenen Fitnessangeboten:
"Wer nur Wellness sucht, wird bei uns enttäuscht sein."
Wichtig sind ihr und den 66 Ordensfrauen in Arenberg die "spirituellen" Angebote, wie Meditation, Morgen und Abendimpulse, Teilnahme an Stundengebeten, geistliche Begleitung, die auf Wunsch wahrgenommen werden können.


Der Not einer inneren Obdachlosigkeit begegnen
"Die meisten Menschen kommen nicht so sehr wegen der Angebote körperlicher Gesundheit, sondern aus der Not einer inneren Obdachlosigkeit heraus zu uns," erläutert sie und gebraucht dafür ein starkes Bild: "Die Seele darf hier weinen." Den Unterschied zum gesellschaftlichen "Credo" von den immer bestens gelaunten und fittesten Zeitgenossen sieht sie darin, dass "die Menschen, die hierher kommen,

ihre körperlichen Gebrechen zeigen können und dürfen. Auch ihre seelischen Schwächen dürfen sie zeigen und sie wagen hier oft den ersten Schritt, sich selbst anzunehmen oder lernen auch über ihre Schuldgefühle zu sprechen." Sichtlich bewegt berichtet Schwester Scholastika dabei von einem Treffen mit einer Gruppe von fünf Frauen, von denen jede eines ihrer Kinder durch Selbstmord verloren hatte, und die es nun zum Gespräch mit Schwester Scholastika nach Arenberg zog.


Gesamtansicht Kloster Arenberg mit Neubau (helles Gebäude in der Mitte) vom Kräutergharten aus gesehen

Das nun mittlerweile zwei Jahre "alte" Experiment der Umgestaltung vom renovierungsbedürftigen Kneipp-Sanatorium zum modern konzipierten Gästeerholungshaus mit vielfältigen Angeboten für Körper, Geist und Seele hat sich gelohnt. Kloster Arenberg wird nicht nur dank der durchweg positiven Presse sehr gelobt, auch die "Zustimmung" der vielen Menschen, die Arenberg oft zum wiederholten Male aufsuchen, gibt den Schwestern Recht. Bei meinem Aufenthalt traf ich Alt-Bischof Hermann-Josef Spital und die ihn betreuende Schwester Elisabeth im Speisesaal. Der Bischof war voll des Lobes und begrüßte die mutige und großzügige Initiative der Ordensgemeinschaft.

Gastsein im Kloster
Dabei ist das Grundgerüst hinter dem neuen Konzept von Arenberg alt, so alt beinahe wie die Menschheit selbst:
Bereits im Alten Testament kann man nachlesen, wie heilig den Kultur-Völkern des Orients die Institution der Gastfreundschaft war. Bei den Klöstern des Mittelalters sollte sich daher auch der Abt selbst um das Wohlbefinden der Gäste kümmern, ihnen wurde eine separate und bessere Küche zugestanden.
In ihrer Entstehungszeit dienten daher die Klöster zunächst als Hort, Schutz und Orientierung in der Not der Völkerwanderungsepoche, als Krankenanstalten für Arme, Bedürftige und ältere Menschen, oder gar als Hospiz für die Sterbenden.
Die moderne Wanderbewegung der Tourismusindustrie hat diese alte Quelle für sich neu erschlossen und erfreut sich an den großen, aber kostengünstigen Kulturleistungen der Klöster, die in das Programm von Tages- und Sightseeingtouren bereitwillig aufgenommen werden.
Das neu erwachte Interesse an Religion und Spiritualität trägt dazu bei, dass die Menschen gerne diese alten Gebetsstätten aufsuchen. Immer mehr Menschen haben die Klöster bereits als Sinn-Alternative zum Strandkorb und Pauschalurlaub erkannt.
Die Nachfrage nach Klosteraufenthalten boomt und das mit steigender Tendenz. Dabei reichen die Angebote der Klöster vom Managertraining, über Mitarbeiterführung, bis zur eher "beschaulichen" Meditationswanderung. Diese Öffnung ruft begreiflicherweise nicht nur positive Resonanz hervor, selbst dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" bereitet das oft wenig zurückgezogene Leben mancher Mönche und Nonnen sogar schon "Sorgen", und sieht durch seine hohen Auguren bereits die Vorzeichen einer Trendwende nach mehr Kontemplation gekommen.
Schwester Scholastika sieht diese Kehrtwende nicht: "Die Ordensleute haben und hatten immer den Auftrag, sich herausrufen zu lassen."
Sicher ist die zeitgemäße Erneuerung ein Abwägen, eine Gradwanderung von Anpassung und Bewahrung. In Arenberg ist diese Problematik überschaubar gelöst: Klausurtrakt und Gästetrakt sind zwei eigene Gebäude, Schwestern und Gäste können beim Chorgebet oder beim zwanglosen Treffen im Foyer zusammenfinden, müssen aber nicht. Die Gästeschwestern stehen für Gespräche bereit, drängen sich nicht auf. Schwester Scholastika setzt sich selbst dafür ein, noch mehr gemeinsame Räume der Begegnung mit Gästen zu schaffen.

 
 

Für weitere Informationen, Angebote und Buchungen:
Füllen Sie unser Kontaktformular aus oder
rufen Sie uns an: 02 61 - 6401 -2090
oder
schreiben Sie uns:
info@kloster-arenberg.de

 

Diese Seiten werden betreut von: www.cara-marketing.de