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An aufopferungsvollen Einsatz erinnert
Warum wir dieses Kloster so lieben

Gästehaus "Kloster Arenberg" in Koblenz
("Paulinus" Nr. 32 vom 10. August 2003)

An aufopferungsvollen Einsatz erinnert
Eine Begebenheit, die sich am Ende des Zweiten Weltkriegs im Kloster der Dominikanerinnen in Koblenz Arenberg zugetragen hat, steuert Paulinus-Leser Josef Schlicht in seinem Leserbrief "Warum wir dieses Kloster so lieben" bei. Darin macht er darauf aufmerksam, wie sich die Ordensfrauen und Freunde des Klosters aufopferungsvoll um Kriegsopfer kümmerten und der Ort zur Zufluchtsstätte für zahlreiche Geschundene wurde. Angeregt wurde Leser Schlicht durch den Beitrag über Neubau und Sanierung des Gästehauses auf dem Arenberg.


Warum wir dieses Kloster so lieben
Gästehaus "Kloster Arenberg" in Koblenz
("Paulinus" Nr. 32 vom 10. August 2003)

Der schöne Beitrag im "Paulinus" über das Kloster Arenberg hat mich dazu veranlasst, die folgende Begebenheit niederzuschreiben: Endlich war es den alliierten Truppen gelungen, den Rhein bei Koblenz zu überqueren; lange mussten sie sich dem erbitterten Widerstand der Wehrmacht und SS-Einheiten vom Ehrenbreitstein, Alsterstein und Arenberg her entgegensetzen. Was Wunder, dass sie nun beim Eindringen in die eroberten Gebiete ziemlich "aufgeheizt" waren.

So erschienen sie auch in der Klosteranlage Arenberg. Sie suchten nach versprengten deutschen Kämpfern und auch nach Mitgliedern des Werwolfs. Letzteres war wohl mehr ein Produkt der Goebbels-Propaganda als Realität.

Gleichwohl nahmen die GIs es ernst damit. Dies war die Stunde des Johan M. Er war schwer verwundet aus der Wehrmacht ausgeschieden und widmete sich wieder ganz seinem Beruf als Musiker. Schließlich kann man auch mit einer Hand die Kirchenorgel spielen - wozu gibt es sonst die Orgelpedale und zwei Füße.

Seiner humanen und sozialen Einstellung entsprechend half er auch im Kloster, wor er nur konnte. Männer waren rar.

Und nun musste er die Eroberer empfangen. Furchtlos und glaubwürdig trat er ihnen entgegen und versicherte ihnen, dass in der Klosteranlage keine Kampftruppen versteckt seien; aber die GIs wollten es genau wissen.

So musste Johann M. mit ihnen alle Räume und möglichen Verstecke betreten und kontrollieren. Und dann kamen sie auch in den eingerichteten Luftschutzbunker. Jetzt wurde es spannend für die GIs. Was erblickten sie zuerst?

Eine Ordensschwester saß auf einem aufgebockten Fahrrad und trat mit aller Kraft in die Pedale. Von dem eingeschalteten Dynamo lieb eine Kabelschnur in einen dahinterliegenden Raum - alles in tiefster Finsternis.

Mit vorgehaltenen Waffen drangen die Soldaten weiter vor in den Raum - und standen in tiefem Erschrecken.

Der Raum war angefüllt mit verwundeten, verstümmelten und sterbenden Menschen, betreut von den Ordensschwestern; spärlich beleuchtet war der Bunker von einem Fahrradlämpchen, das von der radelnden Schwester betrieben wurde.

Ein Bild, das an die Grenzen der Menschlichkeit rührt - nach unten und nach oben. Draußen - Geschrei, Kampf, fluchen, schießen und sterben, hier: Grenzenlose und aufopfernde Barmherzigkeit und Menschenliebe ohne Ansehen von Nationalität, Rasse und Gesinnung.

Das ist unser Kloster Arenberg, deshalb lieben wir es so.

Josef Schlicht, Andernach

 


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