Alltag hinter Klostermauern
Morgenmagazin

Sendewoche vom 17.03.2008 bis 21.03.2008


Montag:

Abtei Münsterschwarzach
Die Abtei Münsterschwarzach ist mit dem Kloster St. Ottilien das zweitgrößte Benediktinerkloster Europas. Zur Abtei gehören rund 160 Mönche, die auf der ganzen Welt verteilt arbeiten. In Münsterschwarzach selbst leben derzeit etwa 90 Benediktinerbrüder.

Die Abtei wurde 815 gegründet, 1802 aber aufgehoben und abgerissen. 1913 erfolgte die Neugründung durch die Missionsbenediktiner von St. Ottilien. 20 eigenständige (Wirtschafts-)Betriebe garantieren die vollständige Selbstversorgung des Klosters. Zu den klostereigenen Betrieben mit insgesamt rund 300 Mitarbeitern gehören u.a.: eine Gärtnerei, eine Goldschmiede, eine Schreinerei, ein Eine-Welt-Laden, eine Druckerei (in der u.a. auch die deutsche Ausgabe der „Vanity Fair“ gedruckt wird), ein Verlag und eine Spengelerei.

Einer der Brüder in Münsterschwarzach ist Pater Anselm Grün, weltweit bekannter Autor spiritueller Bücher und Referent zu spirituellen Themen.

Seine Bücher wurden in einer Gesamtauflage von mittlerweile über 14 Millionen in alle Welt verkauft. Allein 100 Titel (in 30 Sprachen übersetzt) erschienen im Vier-Türme-Verlag der Abtei Münsterschwarzach.

Wir begleiten die Mönche während des Morgengebetes, sprechen mit Abt Michael und Anselm Grün und fragen einen Novizen nach seinen Beweggründen für ein Leben im Kloster.

Meditationsraum im Kloster Münsterschwarzach



Mönche der Abtei Münsterschwarzach beim Gebet

Dienstag:

Kloster Arenberg
Die Gemeinschaft im Kloster Arenberg gehört zum Orden der Dominikanerinnen, Schwestern der Heiligen Katharina von Siena. Als Teil des Dritten Ordens suchen die Schwestern nicht nur im Gebet und in der Klausur den Weg zu Jesus, sondern sind auch karitativ tätig.

Das „Wellness-Kloster“ – Körper, Seele und Geist in Einklang bringen ‒ darauf basiert das Konzept des 1868 gegründeten Dominikanerinnen-Klosters, das nahe der Festung Ehrenbreitstein am Rande von Koblenz im Stadtteil Arenberg gelegen ist und in dem derzeit etwa 50 Schwestern leben.
Das Gästehaus hat eine wechselvolle Geschichte. Es war karitative Einrichtung, Reservelazarett und Kneipp-Sanatorium. Für die Betreuung der Gäste gilt hier das Prinzip „erholen, begegnen, heilen".

Im Jahr 1999 finanzierten die Dominikanerinnen des Klosters Arenberg mit Ersparnissen und dem Verkauf von klostereigenen Immobilien einen 15 Millionen Euro teuren und Um- und partiellen Neubau ihres Gästehauses, das 2003 eingeweiht wurde. Aus dem alten Gästehaus wurde ein Gästehaus mit Vitalzentrum, in dem auch Schwestern des Klosters arbeiten. Es gilt das Prinzip von Pfarrer Sebastian Kneipp, für den die Ganzheitlichkeit von Körper Seele und Geist Grundlage für das von ihm entwickelte Naturheilverfahren war.

Ingeborg Haffert nimmt an der Aqua-Gymnastik mit Schwester Andrea teil und spricht im Kräutergarten mit Schwester Josepha.

Die Schwestern des Klosters Arenberg



Entspannung im Kloster Arenberg

Mittwoch:

Kloster Volkenroda
Das Kloster Volkenroda ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster im Ortsteil Volkenroda der Gemeinde Körner in Thüringen. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster stark zerstört, anschließend kurzzeitig wieder hergestellt und 1540 im Zuge der Reformation aufgehoben. 1990 wurde das alte Kloster neu entdeckt. Auf Initiative zweier Familien aus der Region beteiligten sich immer mehr Bürger an der Wiederherstellung der Anlage. Die Denkmalpflege leistet erste finanzielle Hilfe, Studenten der Studienstiftung des Deutschen Volkes unterstützen den Aufbau.

Kloster Volkenroda mit Christus-Pavillon
1993 wird der Förderkreis "Wiederaufbau Kloster Volkenroda e.V." gegründet. 1994 wird die ökumenisch orientierte Jesus-Bruderschaft e.V. Gnadenthal verantwortlicher Träger des Wiederaufbaus, ein gemeinsamer Weg beginnt. Eine Kommunität aus zölibatären Brüdern, Schwestern und Familien bildet sich. Das Kloster Volkenroda wird wieder zu einem Ort der geistlichen Einkehr, des gemeinsamen Lebens, Arbeitens und Lernens und zu einem Hoffnungszeichen für die Menschen im Dorf und in der Region.

Derzeit umfasst die Gemeinschaft zwölf Mitglieder: Zwei evangelische Schwestern, zwei evangelische Brüder, die alle zölibatär leben (obwohl sie evangelisch sind) und acht nicht-zölibatäre Erwachsene mit ihren Familien. Die Schwerpunkte des Engagements liegen in der Bildungsarbeit des "Europäischen Jugendbildungszentrums Kloster Volkenroda" und in den Angeboten des Christus-Pavillon, der ehemaligen EXPO-Kirche.

Wir begleiten die Gemeindemitglieder auf den örtlichen Bauernmarkt, wo sie ihre Produkte aus der eigenen Landwirtschaft verkaufen und nehmen an der Morgenmesse und dem Abendmahl teil.

Donnerstag:

Kloster Sankt Marienstern
Das Zisterzienserinnen-Kloster Sankt Marienstern liegt bei Panschwitz-Kuckau in der sächsischen Oberlausitz.
Das Kloster St. Marienstern ist das am längsten dauerhaft als katholisches Kloster betriebene Zisterzienserkloster in Deutschland. Im Vergleich zu vielen anderen Klöstern, die im Verlauf ihrer Geschichte beispielsweise zerstört und erst später wieder aufgebaut oder vorübergehend zweckentfremdet wurden, ist das Kloster St. Marienstern seit mehr als 750 Jahren als Kloster in Betrieb. Auch die DDR-Zeit hat das Kloster unbeschadet überstanden. Zur Gemeinschaft gehören etwa 30 Schwestern.

Ordenskleidung der Zisterzienserinnen von St. Marienstern
Ein Schwerpunkt des Zisterzienserinnenklosters St. Marienstern ist die Arbeit mit und Betreuung von geistig behinderten Menschen. In der Klosteranlage leben mehr als 100 geistig Behinderte (darunter viele jüngere), die dort in eigenen Werkstätten oder auch im Kloster selbst, beispielsweise in der klostereigenen Bäckerei oder Gärtnerei, arbeiten.

"St. Marienstern ist nicht nur ein geistliches Zentrum, sondern auch ein Wirtschaftsunternehmen. Die Land- und Forstwirtschaft, verschiedenste soziale Tätigkeiten in der Behindertenbetreuung sind wichtige Arbeitsgebiete. Zudem werden der Klosterladen, das Gästehaus, verschiedene kleine Werkstätten und die Ausstellung von Schwestern mitbetreut und geleitet. Wichtige Elemente der klösterlichen Arbeit sind natürlich auch hauswirtschaftlich geprägt. Der Dienst für die Mitschwestern in der Kirche und Sakristei, im Garten, der Küche, der Wäscherei und Schneiderei, an der Pforte und in der Pflege und Sorge um die Kranken und Alten machen Gemeinschaft erst möglich und lassen unsere Gemeinschaft zur Familie werden." (Zitat: marienstern.de)

Ingeborg Haffert spricht mit Schwester Gabriela über „Ora et Labora", die Schwesterntracht und die Arbeit mit behinderten Menschen.