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Schwester Josefa (links) und ihre Assistentin Melissa entspannen sich beim Blumen pflücken.


Martin Hofmeir, Leiter der Seelsorge im Kloster Arenberg, ist eine gute Erholung seiner Gäste wichtig.
 

Das Schwimmbecken ist angenehme 28 Grad warm, die Nackenmassage­dusche plätschert, das Wasser lockt in Blau-Türkis. Erholung pur - nicht auf Kreta oder den Kap Verden, son­dern in einem Kloster bei Koblenz.
Die Dominikanerinnen in Arenberg bieten ihren Gästen Entspannungs-urlaub an. „Erholen - Begegnen -Heilen", mit diesem Dreiklang überschreibt das Kloster sein Programm.
Die Wasseranwendungen hätten wie alle Angebote den Zweck, dass die Menschen sich ihrer selbst bewusster würden - sowohl körperlich als auch seelisch, erklärt Schwester Andrea, während sie Josef Fonck im Tretbecken einige Runden drehen lässt. Die Ordensfrau und gelernte Physiotherapeutin leitet den Vital-Bereich im Gästehaus des Klosters.
Dort sind insgesamt 85 Mitarbeiter und zehn Dominikanerinnen be­schäftigt, deren Mutterhaus mit rund 65 Schwestern an das Gäs­tehaus angeschlossen ist.
Vom warm beleuchteten Empfang aus gelangt man zu den Behand­lungsräumen mit Massageliegen und großen Badewannen, dem Fitness­raum, Sauna, Solarium, Therapiebecken und Schwimmbecken.

„In der Tiefe ansprechen"
Wasser hat im Haus der Dominika­nerinnen eine lange Tradition. Rund 50 Jahre lang war es ein Kneippsana­torium.  
Und  auch  heute  spielen Wassertherapien nach Sebastian Kneipp eine wichtige Rolle hinter den Klostermauern. Tautreten, Güsse, Bäder - all das steht auf dem Pro­gramm.
Seit 2003 verfolgt das Kloster diesen ausgeweiteten Ansatz. Da­mals wurde das Gästehaus aufwän­dig umgebaut und ein kleiner Neubau angeschlossen.
Das Etikett vom „Wellnesskloster" wollen sich die Arenberger trotzdem nur ungern anheften lassen. Dies werde dem Haus aber nicht gerecht, weil man den Begriff Wellness ober­flächlich verstehe, sagt der Theologe und Leiter der Seelsorge, Martin Hof-meir. „Wir möchten den Menschen aber nicht nur oberflächlich errei­chen, sondern ihn in der Tiefe an­sprechen." Deshalb gebe es in Arenberg eben auch Angebote für den Geist und die Seele: Morgengebet, Teilnahme am Stundengebet der Schwestern oder Meditationen.

Auch Schwester Andrea missfällt die Reduzierung auf einen Aspekt, sieht den Weg der Wellness aber pragmatisch. Nachdem die Kranken­kassen bei den alten Badekuren gespart hätten, seien die Gäste ausge­gangen und man habe rote Zahlen geschrieben. Deshalb hätten sich die Schwestern zum Umbau entschlossen, um die Menschen in ihrer durchaus vorhandenen spirituellen Suche abzuholen, erinnert sich die Ordensfrau, die seit 1984 im Orden ist.

So wirbt das Kloster im Internet ganz offensiv mit dem Begriff „Wellness" - und unterscheidet sich mit diesem Ansatz ja auch gerade von anderen Klöstern, die zum Urlauben einladen.
„Menschen kommen aus einer gestressten Alltagssituation und su­chen Rückzugsräume", erklärt Schwester Andrea. „Sie müssen sehr viel leisten, tun und machen. Und sie selber kommen oftmals gar nicht mehr vor. Deshalb suchen sie Orte, wo sie Zeit und Ruhe finden, um sich auch selber wieder zu finden und in Ruhe zu spüren."

Gut ausgelastet
Dabei bezieht Kloster Arenberg den Körper ganz gezielt und bewusst mit ein. „Wenn ich total verspannt, verkrampft und müde bin, geht es der Seele auch nicht gut", begründet Martin Hofmeir den Ansatz einer umfassenden „Leib-Seel-Sorge", wie Schwester Andrea es formuliert.
Das kommt offenbar an. Das 100-Betten-Haus sei gut ausgelastet, heißt es in Arenberg zufrieden. Josef Fonck und seine Frau Anne kommen jedenfalls bereits das zweite Mal aus Xanten am Niederrhein nach Koblenz, ans Eck zwischen Rhein und Mosel. „Richtige Erholung gibt es nur hier, weil man viel nachdenken und in sich gehen kann, ohne dass ständig etwas los ist", erklärt der 66-jährige Vater von sechs Kindern. Deshalb entscheide er sich regelmäßig für das Kloster.

In Arenberg bedeutet das Massage und Meditation, Fitness und Vesper, Kapelle und Kraftraum.
Wer dabei noch Zeit findet, kann außerdem im klösterlichen Kräutergarten bei der Ernte helfen. An diesem Nachmittag pflückt Schwester Josefa etwa Ringelblumen.
Daraus macht sie unter anderem Salbe, die in einem kleinen Holzhaus inmitten der Beete in Töpfchen gefüllt, auf dem Tisch aufgereiht ist.


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