Krisenbewältigung im Kloster
Servicezeit

Mittwoch, 07. Oktober 2009

Viele Klöster in Deutschland haben bereits seit Jahren oder Jahrzehnten ihre Tore geöffnet: für all jene, die sich eine Zeitlang zurückziehen möchten, die das klösterliche Leben ausprobieren wollen, für Teilnehmer an Seminaren und Exerzitien oder für Menschen, die sich im Umbruch oder sogar in einer Lebenskrise befinden.

Angebote zur Reduzierung von Stress, zur Unterstützung in der Trauerbewältigung, für Heilfasten, systemische Aufstellungen, Zen-Meditation oder fernöstliche Heilmethoden wie Shiatsu und Ayurveda gehören unlängst zum Angebot verschiedener Klöster. Es ist speziell für Menschen gedacht, die in ihrem Alltag stark gefordert werden, unter besonderen Belastungen oder vor schwierigen Lebensentscheidungen stehen, wie zum Beispiel einer Trennung vom Partner oder einer beruflichen Neuorientierung.

Kloster Arenberg bei Koblenz
Ursprünglich zieht es religiöse Menschen in Klöster. Doch inzwischen suchen auch immer mehr kirchenferne Leute diese Orte auf. So bietet Kloster Arenberg bei Koblenz unterschiedliche Möglichkeiten, sich auszuruhen, zu sich zu kommen, Körper, Geist und Seele etwas Gutes zu tun. Durch Gespräche mit den Seelsorgern vor Ort sollen die „Knoten im Gehirn“ aufgelöst und schwierigen Lebensfragen nachgegangen werden. Dabei genügt es vielen Gästen nach eigener Aussage schon, wenn jemand ihnen einfach wohlwollend zuhört, wenn sie sich Belastendes von der Seele reden können oder wenn sie in der Klosterbibliothek ein Buch empfohlen bekommen, dass zu ihrer momentanen Lebenssituation passt.

Gutes für Körper und Seele
Sport, morgendliches Tautreten, Massagen, Kneipp-Anwendungen (das Haus ist eine ehemalige Kneipp-Kurklinik), Naturheilkunde und eine Einführung in Nordicwalking gehören ebenso zum Programm von Arenberg wie der hauseigene Fitnessraum, das Schwimmbad, die Sauna und ein bequemer Ohrensessel im Zimmer. Von der sprichwörtlichen klösterlichen Kargheit und Askese ist hier nur wenig zu spüren.

Für religiöse Besucher ist die Liturgie der Dominikanerinnen zu den Gebetszeiten am Morgen, Mittag und Abend sowie der Besuch der Messe offen. Es gibt auch spirituelle Impulse, Einführungen in die Meditation, Kurse in Biblio-Drama oder Wander-Exerzitien in den umliegenden Wäldern.


Ort der Besinnung: Kloster Arenberg bei Koblenz 







Klosterferien: bewusste Auszeit vom Alltag




Gebetszeiten der Schwestern
Kultur gehört ebenfalls zum Programm
Das Kulturangebot umfasst regelmäßige Konzerte, wechselnde Bild- und Fotoausstellungen, Lesungen, Filmseminare, Kurse in autobiografischem Schreiben oder japanischem Blumenstecken (Ikebana). Das Beste an einem Aufenthalt im Kloster ist jedoch, dass man vieles tun kann, aber nichts tun muss. Der Aufenthalt in vielen Klöstern – und so auch in Kloster Arenberg – ist all-inclusive und umfasst Zimmerservice und Vollpension. Es ist schon sehr entlastend, sich einmal um nichts kümmern zu müssen. Hinzu kommen die ruhige Atmosphäre des Hauses und das klösterliche „Flair“. Keine Musikberieselung, Fernseher nur auf Wunsch, eine allgemeine Entschleunigung des Lebens sowie der regelmäßige Tagesablauf werden als angenehm erlebt. Der Aufenthalt im Grünen, das Kräutersammeln, die vielen Bänke und Liegestühle, die zum Faulenzen und Lesen einladen, machen es den Besuchern manchmal sogar schwer zu entscheiden, auf welche Weise man sich zuerst entspannen will. Die meisten Gäste erleben deshalb ihren Klosteraufenthalt als ein „Kräftetanken“ und kehren gestärkt in ihren Alltag zurück. Auch das Gespräch mit Gleichgesinnten, mit „Leidensgenossen“ und mit den Ordensfrauen (oder Ordensmännern in Männerklöstern) wirkt auf Besucher unterstützend und inspirierend für den kommenden Alltag. Regelmäßige Psychotherapie wird normalerweise in Klöstern nicht angeboten. Wer sich jedoch belastet fühlt, wer eine Auszeit braucht, Tapetenwechsel, eine Inspiration oder vielleicht den einen oder anderen Rat sucht, der ist womöglich in einem Kloster gut aufgehoben.