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Klosterforum 1. Halbjahr 2012


Klosterforum auf einen Blick
Klosterforum ausführliche Beschreibung
Mittwoch, 18. Januar 2012, 20 Uhr
Kirche im Kreuzfeuer
Sr. Katharina Dr. Deifel OP
Seit der 68er-Generation hat eine schleichende Kritik an den gesellschaftstragenden Institutionen wie Ehe und Familie, Bildungssystemen, Rechtsstaat und besonders an den wertevermittelnden Institutionen, den Kirchen, eingesetzt – am deutlichsten an der Katholische Kirche, weil diese am straffsten organisiert ist. Über die Medien werden die verschiedensten Anschuldigungen transportiert. Aber selbst dort, wo die Angriffe berechtigt sind – machen Fehler wirklich das Wesen von Kirche aus? Müsste man nicht vielmehr unterscheiden zwischen dem, was das Wesen von Kirche ist, und dem leider immer wieder möglichen Versagen von Menschen? Müsste man nicht vielleicht mit der Kirchenkritik/Kirchenerneuerung bei sich selbst anfangen?

Als Philosophin und Theologin (Dr. Phil. und Mag. Theol.) lehrte Frau Dr. Deifel an der Kirchlich-pädagogischen Hochschule Wien und ist jetzt in der katholischen Erwachsenenbildung tätig. Als Witwe trat sie 1998 in den Orden der Dominikanerinnen ein. Sie stammt gebürtig aus Wien und lebt auch dort.

Mittwoch, 1. Februar 2012, 20 Uhr
Notizen nach Noten:
Geschichten mit Gott
Lesekonzert
Inge Müller & Ralf Schneider

„Wirklich: Der Herr ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht!“ (Genesis 28, 10ff). Dieser Ausruf Jakobs an der heiligen Stätte Haran, wo er sich nichtsahnend zur Ruhe begibt, nachts die Himmelstreppe erblickt und von Gott die Verheißung seines Lebens erhält, kann leicht für uns alle gelten.

Dieses Lesekonzert spürt den unvermuteten Spuren Gottes in unserem Alltag nach. Unterwegs im Heiligen Land und auf dem Jakobsweg, am Meer und in der Bergen, beim Einparken und beim Stöbern in der Bücherei, vor dem Friedhofsportal, im Gewühl auf der Hauptstraße – manchmal in der Kirche, am
Computer, nachts im Traum und oft dort, wo man es gar nicht erwartet: Überall kann uns Gott begegnen, der ganz Andere, der Überraschende, der uns herausfordert und verwandelt, der zusammen mit uns Geschichte schreibt, unsere Lebensgeschichte.

Die Texte zu diesem Konzert entstanden wesentlich aus Beiträgen zu der Kolumne „Auf ein Wort“ der Bistumszeitschriften von Mainz und Limburg, Fulda und Osnabrück, für die Inge Müller seit 2009
schreibt. Die Lieder von Ralf Schneider besingen die Gegenwart Gottes durch die Jahrhunderte und in den Sprachen der Völker.

Ralf Schneider absolvierte eine mehrjährige Gesangsausbildung bei Johannes Schendel und Fabian Hemmelmann an der Sängerakademie der renommierten Musikschule Dreieich. Er ist
neben seinem Hauptberuf seit langem als Sänger und Musiker (Gitarre, Bluesharp) sowohl in Chören, Chorprojekten als auch in einem Männer-Sextett („Monday-Singers“) sowie als Solist tätig.
Daneben verfasst er eigene Liedtexte. Schwerpunkte seines Repertoires sind Folksongs, Rock-Balladen, traditionelle und neue Volkslieder.

Inge Müller ist Journalistin und Autorin. Sie schreibt für die Kirchen beider Konfessionen u.a. seit 20 Jahren auch für das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik und die bekannte Fastenaktion "7 Wochen ohne". Aktuelle Buchveröffentlichungen: „ „Fange den Tag“ (Verlag am Eschbach) „Du gehst noch immer neben mir. Gedanken für Trauernde“ (Verlag Ernst Kaufmann) sowie "Im Advent die Stille spüren. Gedanken zum Innehalten" (Verlag Ernst Kaufmann).


Mittwoch, 14. März 2012, 20 Uhr
Der christliche Glaube aus Sicht des Islam –
Woran glauben Muslime?
Dennis Halft OP
Der immer wichtiger werdende Dialog zwischen Christen und Muslimen erfordert von beiden Seiten eine profunde Kenntnis der gemeinsamen Beziehungsgeschichte. Die Fähigkeit, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen und sich auf die Anfragen des anderen einzulassen, ist dabei unerlässlich: War Jesus Sohn
Gottes oder Prophet? Wird Mohammed in der Bibel vorausgesagt? Sind die Evangelien gefälscht und durch den Koran abgelöst? Fundiert sollen in diesem Klosterforum Antworten islamischer Theologie auf das Christentum und Grundzüge des muslimischen Gottesbildes aus religionswissenschaftlicher
Perspektive vorgestellt werden.

Frater Dennis Halft OP, M.A., studierte Islamwissenschaft, Religionswissenschaft und Iranistik in Berlin, Paris und Damaskus. Er ist Mitglied des „Dominikanischen Instituts für christlichislamische Geschichte“ in Hamburg sowie korrespondierendes Mitglied des „Institut Dominicain d’Études Orientales“ in Kairo.
Zu seinem Fachgebiet zählen die islamische Theologiegeschichte und der christlich-muslimische Dialog.

Ostermontag, 9. April 2012, 20 Uhr
Der Klang –
Vom unerhörten Sinn des Lebens
Martin Schleske
Schon während seiner Zeit als Lehrling an der Geigenbauschule in Mittenwald beschäftigte sich Martin Schleske intensiv mit der Frage nach dem „Warum“ vieler Arbeitsschritte beim Instrumentenbau. Nach Abschluss der Meisterprüfung studierte er Physik, um sich dem Geheimnis des idealen Klangs auch von der naturwissenschaftlichen Seite her zu nähern. Seine auf innovative Art und Weise gefertigten Instrumente werden inzwischen weltweit von Solisten und Musikern bedeutender Orchester gespielt.

Auf seinem manchmal auch von Zweifeln in Frage gestelltem Weg war Martin Schleske sein tiefer Glaube immer Halt und Führung. Über Jahre hinweg schrieb Schleske immer wieder Meditationen über den Schaffensprozess an seinen Instrumenten. Alle Phasen des Geigenbaus, vom Auffinden des geeigneten Holzes bis hin zur Wölbung und Lackierung des Instrumentes werden ihm zum Gleichnis für persönliche Entwicklung, für unsere Berufung und für unseren Platz im Leben. Sein aus diesen Meditationen entstandenes Buch „ Der Klang – vom unerhörten Sinn des Lebens“ stieß seit seiner Veröffentlichung im Herbst 2010 auf begeisterte Resonanz bei Lesern und Medien – auch bei uns im Kloster Arenberg. Wir freuen uns auf die Lesung und das Gespräch mit ihm am Ostermontag.

Freitag, 11. Mai 2012, 20 Uhr
Gut zu sich selber sein –
Selbstbejahung ist möglich
Dr. Stephan Peeck
„Ja“ zu sich selber sagen zu können, sich selbst zu mögen, mit sich selbst einverstanden zu sein – wer wünschte sich das nicht. In unserem konkreten Leben tun wir allerdings häufig das Gegenteil:
Wir sind streng, unnachsichtig, ungeduldig, ablehnend zu und mit uns selbst.

Was bloß ist das in uns, das uns immer wieder dazu verleitet, uns selbst zu verneinen anstatt uns zu bejahen? Und vor allem: Wie können wir das nur hinbekommen, uns selbst zu mögen? Uns im Spiegel anzusehen und uns über uns zu freuen? Wie geht das, gut für sich selbst zu sorgen? Und was heißt das konkret? Auf diese Fragen will der Vortrag konkrete und praxiserprobte Antworten geben.

Dr. Stephan Peeck, geb. 1955, studierte zunächst ev. Theologie; anschließend Ausbildung in der Logotherapie (sinnorientierte Form der Psychotherapie nach V. E. Frankl); seit 1987 tätig als Logotherapeut, Leiter des „Instituts für Logotherapie und Existenzanalyse Hamburg-Bergedorf“, Tätigkeitsschwerpunkte: Therapie und Beratung, Ausbildung in Logotherapie, Supervision, Vortrags- und Seminartätigkeit, Buchautor, Mitwirkung an Rundfunksendungen.
 

Mittwoch, 20. Juni 2012, 20 Uhr
Gott tanzt mit mir –
Vom Gehaltensein und Geführtwerden
Hannelore Bares
Ich bin nicht allein auf meinem Lebensweg. Da ist vielmehr einer, der mich begleitet, mich fest in den Armen hält, mich sicher führt und acht gibt, dass ich nicht falle. Einer, der genau weiß, was ich zum Leben brauche und ein Lied ganz alleine für mich spielt. Einer, der mich auch in der Nacht nicht allein lässt und sei sie auch noch so lang.

Nicht nur in der Bibel begegnen uns Menschen, die diese Erfahrungen mit Gott machen durften; auch hier und heute dürfen wir Gott immer wieder auf diese Weise erfahren. Auch wenn dieses Gehaltensein und Geführtwerden für uns oft erst im Nachhinein erkennbar ist, dürfen wir auf Gottes liebendes Mitgehen vertrauen.

In dieser Lesung entsteht eine Gesamtkomposition aus Wort, Bild und Musik, die in der Tiefe berühren und dazu einladen möchte, der eigenen Lebensmelodie nachzuspüren.

Hannelore Bares ist Lyrikerin und Geistliche Begleiterin. Ihre Texte, Schriftmeditationen und Gebete sind aus der Stille geboren und zeugen von einem tiefen Gottvertrauen. Für die musikalische Gestaltung der Lesung sorgt Horst Goerres am Flügel. Er ist begeisterter Musiker, Pianist und Chorleiter. Mit viel
Einfühlungsvermögen wählt er die Musikstücke aus, die die Botschaft von Hannelore Bares´ Texten nachklingen und nachspüren lassen.
 
 

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