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Kloster
des Monats · November 2006
Die
Arenberger Dominikanerinnen
Schwestern der hl. Katharina von Siena |
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„Jedenfalls
dürfen wir Christen nicht aufhören, unsere
Hoffnung als ein Fest zu feiern, das unsere Lebenswelt
durchstrahlt und in dem auch etwas von der Solidarität
der Gesamtschöpfung aufscheint... Das Leiden lernen
in einer leidensflüchtigen, apathischen Welt, aber
auch die Freude lernen, diesseitiges Vergnügen an
Gott und seinen Verheißungen in einer überanstrengten
Welt: das gehört nicht zuletzt zu den Sendungen
unserer Hoffnung in dieser Zeit und für sie."
Würzburger Synode |
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Für uns als Gemeinschaft sind dies Worte bleibender
Aktualität, gerade auch in der Gefährtenschaft unseres
Ordensgründers Dominikus. Dieser heitere, von einer tiefen
Christusliebe durchdrungene Mann aus Kastilien (um 1170 -1221)
war für die Menschen seiner Zeit ein überzeugender
Bote der Freude und der Hoffnung. Auf seinen langen Wanderungen
durch Südfrankreich erkannte er die brennenden Wunden des
Herzens, die durch die Entstellungen des Wortes Gottes geschlagen
wurden. Dominikus nahm sich vor allem der Frauen an, die sich
in Netzen häretischer Lehren verstrickt hatten und zeigte
ihnen durch die ungebrochene Kraft des Evangeliums Wege des Heilwerdens
auf. Das Evangelium war für ihn der Schlüssel zur Welt,
die Welt wiederum der Schlüssel zum Evangelium. |
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ihn auf besondere Weise auszeichnete, war seine Feinfühligkeit, seine Willenstärke und eine unnachahmliche
Fähigkeit des Mitleidens, durch die er den Niedergebeugten
ihre Würde zurückgab. „Alle Menschen umfing er
mit einer fast grenzenlosen Liebe", und selbst ergriffen
von der überwältigenden Güte Gottes verkündete
er mit seiner ganzen Existenz Christus als den Erbarmenden, als
den größten Liebhaber des Lebens. „Sich zu freuen
mit den Fröhlichen und zu weinen mit den Weinenden, war
seine Devise." (Jordan von Sachsen). Dominikanische Spiritualität
verwirklicht sich im Mitsein mit den Menschen und für sie,
das sich nährt aus der Kontemplation und der Meditation
des Wortes Gottes.
Die
Gründerin unserer Kongregation, Mutter M. Cherubine
Willimann (1842 - 1914), eine stille Frau großer Einfachheit,
lebte uns ein schier unverbrüchliches Gottvertrauen vor.
Ihre starke Hoffnung auf Gottes Wegweisung hatte sprengende
Kraft in einer damals hoffnungsarmen Zeit. Im Gebet reifte
ihr Wirken, mit Hilfe des Gebetes traf sie ihre Entscheidungen. „Heilende
Liebe" wurde später über ihr Leben und ihr Wirken
geschrieben - eine Lebenshaltung, die den Menschen in die befreiende
Begegnung mit Gott hineinzuführen vermag.
Beide,
Dominikus und Mutter M. Cherubine kamen von Orten der Stille
und des Schweigens, beiden bauten auf diese zwei Säulen
ihre Gemeinschaft. Beiden gelang es, Kontemplation und Aktion
in gelungener Einheit zu leben.
Und
sie lehren uns in großer Klarheit, Tag für
Tag Räume der Stille aufzusuchen, Gott zu feiern in der
Liturgie und in den täglichen Begegnungen und Verrichtungen
und die Liebe, die uns im Evangelium und in der Schöpfung
entgegenkommen, zu leben und weiterzugeben.
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Unsere Zeit stellt uns in die Aufgabe,
loszulassen und unsere Hände offen zu halten für das, was uns heute
und morgen anvertraut wird. Orientierungslosigkeit, Sinnverlust,
seelische Heimatlosigkeit, Lebensängste, Hunger nach unverstellter
Wahrheit, nach dem Eigentlichen unseres Lebens, Krankheit und
schmerzliche Erfahrung mit Sterben und Tod: menschliche Nöte,
damals wie heute. Für uns Schwestern bleibt der Auftrag,
wie Dominikus wach zu sein, hinzuhören, uns dem Einzelnen
offenen Herzens zuzuwenden, Sprache zu finden für das, das
Welt und Zeit bewegt und die befreiende Lebenskultur aus dem
Evangelium täglich zu gestalten.
Es gilt sie täglich einzuüben, den einfachen Lebensstil
und ein dem Leben dienendes Miteinander, damit Gottes Reich in
unserer Mitte aufbricht und wir durch unser Leben bezeugen, dass
Gottes Liebe nicht umzubringen ist. |
Katharina von Siena ist uns dabei leidenschaftliche Wegleuchte
geworden. Mutter M. Cherubine hat sie uns als Vorbild mitgegeben
Wir wirken in Koblenz (Mutterhaus), Düsseldorf, Oberhausen,
Remscheid, Kirn a. d. Nahe, Berlin, Michendorf/Potsdam, Daleiden/Eifel,
Rickenbach (Schweiz) und sind in Bolivien missionarisch tätig.
Kongregation der Arenberger Dominikanerinnen
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