Alltag hinter Klostermauern · Kloster Arenberg
Morgenmagazin

Dienstag, 18. März 2008

Die Gemeinschaft im Kloster Arenberg gehört zum Orden der Dominikanerinnen, Schwestern der Heiligen Katharina von Siena. Als Teil des Dritten Ordens suchen die Schwestern nicht nur im Gebet und in der Klausur den Weg zu Jesus, sondern sind auch karitativ tätig.

Das „Wellness-Kloster“ – Körper, Seele und Geist in Einklang bringen – darauf basiert das Konzept des 1868 gegründeten Dominikanerinnen-Klosters, das nahe der Festung Ehrenbreitstein am Rande von Koblenz im Stadtteil Arenberg gelegen ist und in dem derzeit etwa 50 Schwestern leben.

Seit 1954 wird hier die ganzheitliche Gesundheitslehre des Pfarrers Sebastian Kneipp angewendet. Ingeborg Haffert musste feststellen, dass das Tautreten zwar sehr lyrisch klingt, mitunter aber auch klamm und kalt sein kann.

Die Schwestern waren damals auf der Suche nach neuen Einkommensquellen, das Haus stand fast leer und eine gute Idee tat Not. Schwester Beatrix ist seit fast 50 Jahren im Kloster und erlebte den Wandel zum Vitalzentrum für Wellness und Entspannung von der ersten Stunde an mit. Den Begriff „Wellness" hört sie nicht so gern, hält aber die Öffnung des Klosters für die richtige Entscheidung, denn „in Klöstern war nie Stillstand". Die Angst vor der Spaßgesellschaft erwies sich als unbegründet. Auch im Kloster soll niemand freudlos auf harten Bänken darben. „Wir, die wir unentwegt auf der Suche nach Gott sind, haben allen Grund zur Freude," so Schwester Beatrix.

Inzwischen bietet das Kloster Arenberg dem Gast ein umfassendes Erholungs-Programm für Körper und Geist. Es reicht vom besagten Tautreten über Auqagymnastik und Anwendungen in der Lichtwanne oder Massage bis zu Stille und Einkehr. Seelsorge ist darüberhinaus ein zentraler Aspekt im Kloster Arenberg. Das seelsorgerische Gespräch mit den Schwestern und auch die Teilnahme am Gebet machen einen Aufenthalt hier zu einer spirituellen Erfahrung.

Auch die Kräuteranwendungen sind von großer Bedeutung. Auf den Körper aufgelegt, im Bad oder als Tee genossen, entwickeln die Kräuter ihre ganze Heilkraft. Die Schwestern bauen die Kräuter im eigenen Kräutergarten an und verarbeiten sie in der Kräuterei. Spitzwegerich, Drachenkopf und Pimpernelle werden hier gleich säckeweise zum Haustee oder anderen Mischungen wirkungsvoller Naturarznei verarbeitet.

Schwester Josepha berichtet von einem anderen Aspekt des Lebens in der Gemeinschaft von Arenberg. Sie wollte mehr Zeit für Stille und Meditation haben, die im beschäftigten Alltag bisweilen knapp ausfällt. Deshalb gründete sie gemeinsam mit einer anderen Schwester einen eigenen Konvent, der mehr Raum dafür bietet.
Doch auch grundsätzliche Zweifel über die Richtigkeit ihrer Entscheidung für das Leben im Kloster lernte Schwester Josepha bereits kennen. Sie war sich nicht mehr sicher, ob sie wirklich das gefunden hatte, was sie zur Zeit ihres Eintritts suchte. Inzwischen hat Schwester Jospeha diese Zweifel hinter sich gelassen und lebt in Einklang mit ihrer Gemeinschaft.


Schwestern nach dem Tautreten



Schwester Beatrix



Anwendung in der Lichtwanne



Der Kräutergarten



Schwester Jospeha gründete einen eigenen Konvent