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Der
Blick auf den Rhein ist traumhaft. Allein schon aus diesem
Grund lohnt sich der Weg hinauf zum Kloster Arenberg.
Exponiert liegt es oberhalb von Koblenz, umgeben von einem
großzügigen Park.
Die im Kloster lebenden Dominikanerinnen haben nach einem
aufwändigen Umbau im Sommer 2003 ein so genanntes
Vitalzentrum eröffnet. Hier sollen die Gäste
rundum betreut werden:
Anwendungen für den Körper, Meditation für
den Geist, Gesprächsbegleitung für die Seele.
Das Konzept war im Kloster nicht unumstritten. Lange haben
die 64 Ordensfrauen diskutiert, wie es 2000 nach der Schließung
des Kneipp Sanatoriums, das seit den 50er Jahren zum Kloster
gehörte, weitergehen sollte. Eine Veränderung
war notwendig geworden, weil Ausstattung und Angebotspalette
des Sanatoriums völlig veraltet waren. Als Folge
blieben die Gäste aus. Die Einrichtung war nicht
mehr rentabel. Die Dominikanerinnen waren aber auf eine
neue Haupteinnahmequelle angewiesen.
Viele Ideen kamen auf den Tisch, Arbeitsgruppen wurden
gebildet. Einige Ordensfrauen plädierten für
eine Erweiterung des Gästebereichs. Andere - vor
allem die Älteren - befürchteten, dass aus dem
Ort der Stille und des Gebets ein geschäftiger übernachtungsbetrieb
werden könnte. Andererseits lautet das Leitmotiv
der Dominikanerinnen "Heilende Liebe". Also
der eindeutige Auftrag, für Menschen da zu sein.
Doch nach was suchen die Menschen, wo kann man ihnen Perspektiven
bieten? Ein neues Konzept sollte schließlich auch
an die oKernkompetenz der Arenberger Klosterfrauen anknüpfen.
Schnell kam der trendige Begriff "Wellness"
auf den Tisch, der den Schwestern allerdings heute noch
nicht behagt.
"Wir wollten keiner modischen Eintagsfliege hinterher
rennen", so Schwester Scholastika, mit 39 Jahren
eine der Jüngeren im Kloster. Sie hat wesentlich
bei der Umsetzung des neuen Konzepts mitgewirkt.
Schließlich besann man sich auf seine Erfahrungsschwerpunkte:
Spiritualität, Kurbetreuung, Wasser als Heilmittel,
Ernährung, Kräuterei. Auf diesen fünf Säulen,
die an das Kneippsche Prinzip angelehnt sind, basiert
das neue Konzept von Kloster Arenberg. Im Logo "erholen
-begegnen - heilen" wird es deutlich. Damit war die
Entscheidung gefallen, das Kloster grundlegend umzubauen.
Denn man wollte möglichst viele Gäste unterbringen.
Schließlich steht das Kloster in Konkurrenz zu anderen
Wellness-Anbietern. Der Bau des neuen Hauses für
100 Gäste, mit Schwimmbad, Sauna, Räumlichkeiten
für die physiotherapeutischen Anwendungen, Kirche,
Speisesaal, Aufenthaltsräumen bedeutete einen enormen
finanziellen Kraftakt für das Kloster.
Die Sorge um die Wirtschaftlichkeit des Projekts ist den
Dominikanerinnen bis heute geblieben - auch wenn die ersten
Monate nach Eröffnung sehr erfolgreich waren. Die
Preise sind auf Selbstkostenbasis kalkuliert. Die Nachfrage
ist sehr groß, im Schnitt sind immer mindestens
50 Prozent der Betten belegt.
Mit der Kombination aus Wellness und Spiritualität
haben die Dominikanerinnen offenbar ins Schwarze getroffen.
Besonders die Kräuterei ist ein Renner. Hier können
die Gäste mitarbeiten und Infos bekommen. "Viele
Gäste sagen uns: Genau das haben wir immer gesucht",
berichtet Schwester Scholastika. "Während früher
fast nur ältere Damen kamen, sind es nun mehr und
mehr jüngere Menschen. Manche sind so begeistert,
dass sie innerhalb der letzten Monate sogar mehrmals hier
waren." Viele Gäste wollen erst
einmal nur die Wellness Angebote nutzen: Fango, Brandungsbad,
Crystalbad, Heusäcke, Kneipp-Anwendungen. Wenn sie
dann die Atmosphäre des Klosters spüren, nehmen
viele auch die spirituellen Angebote wahr. Der täglich
um acht Uhr statt findende 20-minütige "Morgenimpuls",
eine Kombination aus Musik, Gebet und Stille, ist sehr
gefragt. Ebenso die Meditations-Stunden.
Auffallend ist, wie sehr die Gäste das Gespräch
suchen. Sowohl untereinander als auch mit den spirituellen
Be treuern. Hierfür stehen Martin Hofmeir, Theologe
und Psychologe, und Schwester Scholastika selbst zur Verfügung.
"Die existenzielle Not ist doch sehr groß.
Viele suchen nach neuen Lebensperspektiven, und da versuchen
wir, Hilfestellung zu leisten", stellt sie fest.
Vermehrt fragen die Gäste daher auch nach Exerzitien.
Großes Interesse zeigen viele Besucher auch an der
Klostergemeinschaft selbst. Dies hat diejenigen Ordensfrauen,
die dem neuen Konzept sehr skeptisch gegenüberstanden,
doch sehr beruhigt. Dennoch bleibt bei manchen Schwestern
die Angst, dass das Klösterliche verloren geht. Größere
Gruppen, die geschlossen kommen und im Kloster ein Eigenleben
führen, will man deshalb nicht mehr aufnehmen. Die
Stille muss nach Wunsch der Dominikanerinnen unbedingt
erhalten bleiben.
Den Schwestern geht es vor allem darum, ein ganzheitliches
Angebot zu schaffen, bei dem die Menschen immer auch Spuren
von Gott finden sollen.
Die Suche nach dem optimalen Weg bleibt aber nach wie
vor eine Gratwanderung:
einerseits als Kloster ein Ort der Stille zu bleiben und
andererseits als Unternehmen rentabel zu wirtschaften.
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Hinter der historischen Fassade des Klosters Arenberg
haben die Ordensfrauen umfassende bauliche Veränderungen
vorgenommen, um ein ganzheitliches Angebot zu machen.

Musik, Gebet und Stille. Viele Gäste suchen neben
körperlicher Erholung auch geistliche Impulse im
Kloster.

Die Schwestern suchen den Einklang zwischen Wellness-Angeboten
und klösterlicher Gemeinschaft.

Idyllische Parklandschaft lädt zum Spaziergang und
Verweilen

Neben Fango, Crystalbad, Heusack und Kneippanwendungen
kann man auch im hauseigenen FitnessRaum trainieren.

Beim Wassertreten ala Kneipp können müde Zeitgenossen
ihren Kreislauf wieder richtig in Schwung bringen.

Zu den vielen Wellness-Angeboten gehört auch ein
Schwimmbad des Klosters. In ihm können Stress-Geplagte
neue Energie schöpfen und sich körperlich wieder
fit machen.
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