Jürgen Becker, der sich seinen Lebensunterhalt als
Kabarettist verdient, ist Privatgelehrter aus Leidenschaft
- und Rheinländer von Geburt. Was bedeutet, dass er
zwar nicht alles weiß, dennoch sich und anderen alles
erklären kann.
"Der dritte Bildungsweg", so ist denn auch ein
Seminar überschrieben, das "Professor" Becker
in Bonn vor umfassend interessierten Studenten abhält
und das er vom Fernsehen dokumentieren lässt.
Unterstützt von seiner Assistentin Beate Bohr und
von seinem "Doktorand" Martin Stankowski, schlägt
Jürgen Becker Brücken, wo bislang keine waren:
Alles hat mit allem zu tun, und Beweise dafür finden
sich grundsätzlich vor der eigenen Haustür.
Im
sechsten Teil seines Seminars beschäftigt sich
Jürgen Becker mit einem kuriosen Vorschlag zu einer
neuen Föderalismus-Reform: Konzentration der Aufgaben
und Zuständigkeiten und daher Deklaration Nordrhein-Westfalens
als das Land der Religion. Denn wo wohnen Gott und andere
Gottheiten? Natürlich hier, wo der rheinische Katholizismus
Toleranz lehrt, selbst gegenüber einem zugewanderten
Kardinal, hier, wo Hinduisten im westfälischen Hamm
einen Tempel für ihre zahllosen Gottheiten betreiben,
hier, wo hinter Klostermauern Wellness stattfindet. Und
natürlich hier, wo man die wahre Bedeutung von "Purgatorium" kennt
und daher weiß, dass es für die üblichen Übersetzungen "Fegefeuer" und "Hölle" eigentlich
heiße Ohren setzen müsste.