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IMPULS FÜR DEN MONAT AUGUST 2012

Wenn nicht jetzt, wann dann?

01.08.2012

Urlaub ist angesagt, Ausstieg aus dem Alltagstrott und -stress. Wir planen in der Regel den Jahresurlaub recht gut und überlegen, wo wir ihn verbringen wollen, wie wir die freie Zeit genießen könnten, was wir sehen und erleben möchten. All das tun wir, damit es uns gut geht und wir neue Kräfte für das „Danach“ aktivieren.

Wenn nicht jetzt, wann dann? So könnte die Frage lauten, wenn uns immer wieder mal die Unruhe packt und wir das Gefühl haben, etwas genauer und tiefer schauen zu wollen, was uns innerlich bewegt. Anhalten wollen, ein bisschen Zeit dafür nehmen, um den persönlichen Fragen eine Chance zu
geben. Vielleicht wieder mal ein Tagebuch zur Hand nehmen oder neu anlegen und die Gedanken und Gefühle sammeln, die sich aus dem persönlichen Urgrund an die Oberfläche des Bewusstseins gewagt haben. Oder das Gespräch mit einem lieben Menschen suchen und über Dinge reden, über die wir schon lange mal mit jemandem reden wollten. Es könnte auch ein Gespräch mit Gott sein, in dem ich ihm anvertraue, was mir auf der Seele liegt. Von Jesus wissen wir, dass er sich immer Zeit für die Menschen genommen hat, um ihnen zuzuhören und ihnen damit sagte, dass sie ihm wichtig sind. Aussprechen, was uns wichtig ist, macht die Seele frei. Und Anteilnehmen, wenn andere sich mir anvertrauen, lässt mich selber still werden.
Ob zuhören oder mitteilen, wir können nur staunen, über das, was in unserem Seelengrund verborgen und geborgen ist. Wir können nur staunen über das, was uns der Schöpfer geschenkt hat, als er uns als seine Ebenbilder gestaltet hat.

Wenn nicht jetzt, wann dann?
Im Urlaub, an einem freien Wochenende oder sonst wann eine Stunde dafür verwenden, um bewusst anzuhalten, um ins Wort zu bringen, was mich ausmacht, mich berührt und bewegt oder auch um zuzuhören, wenn mir jemand von sich erzählen möchte.
Stillwerden – zuhören – Worte finden, die aus der Tiefe kommen – Kraft schöpfen, weil ich ganz bei mir bin …
Ein heilsamer Abstand vom Gewohnten und vor allem stille Zeit können wunderbare Brückenbauer sein, um auf den eigenen Seelegrund „abzutauchen“, um zu entdecken, was Gott dort angelegt hat.

Im Kloster haben wir eine wunderbare „Regel“, die uns auf dem Weg zu unserem Seelengrund beim Stillwerden und Hören sehr hilfreich ist:
Einmal im Jahr – eine Woche (Exerzitien)
Einmal im Monat – einen Tag (zur Besinnung)
Einmal am Tag – eine Stunde (zur Meditation)

Liebe Leserinnen und Leser,
ich wünsche Ihnen Lust, Ihrer Seele Gehör zu schenken
Sr. M. Josefa op

Impuls im August 2012 zum Ausdrucken

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