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IMPULS FÜR DEN MONAT JANUAR 2010

Brachzeit – Winterzeit

01.01.2010

VOM WINTER LERNEN
DER STILLE ZU VERTRAUEN
DER SPRENGKRAFT DES UNSICHBAREN
UND DEM SAMMELN IN DEN KAMMERN
WÄHREND DER BRACHZEIT

VOM WINTER WIEDER LERNEN
SICH ÜBERSCHNEIEN ZU LASSEN
OHNE FURCHT

Eveline Hasler

Winter – Zeit der Brache. Die Natur ruht sich aus. Brache ist ungepflügtes, unbebautes Land. Eine Zeit, in der der Acker unbebaut bleibt, damit sich der Boden erholen kann. Wir erleben die Natur in der Phase der Ruhe. Samen, Knollen, Zwiebeln ruhen in der Erde. Einige Tiere schlafen in Höhlen und Nestern ihren Winterschlaf. Pflanzen, Sträucher und Bäume stehen ohne Laub, ohne sichtbare Zeichen ihres Lebens. Sie existieren gleichsam nach innen gekehrt, sammeln Kräfte, um sich erneut zu veräußern.

Ist es nicht so, dass wir heute in manchen Dingen den Sinn fürs Ruhenlassen und Kräftesammeln verloren haben? Wir erwarten möglichst schnell Erfolg und Gewinn. Jedoch: wenn im Menschen etwas wachsen und Gestalt bekommen will, braucht es Zeit, Ruhe und Langsamkeit. Und manchmal braucht es Brachzeit, Stille, Schweigen. Der Ackerboden unserer Seele will von Zeit zu Zeit zur Ruhe kommen, damit er
nicht ausgelaugt wird und die lebensnotwendigen "Mineralstoffe" sich regenerieren können, damit der Samen des neuen Lebens genährt werden und keimen kann. Wer ein
Gespür für das Winterliche in sich hat, kann eher gewähren lassen, wird geduldiger. Entscheidend für reifes Menschsein ist nicht das Laute und Äußerliche, sondern das, was wir an Erfahrungen nach innen kehren und in unsere Persönlichkeit
integrieren können.

Seit Jahrmillionen hat sich alles Lebendige im Rhythmus der Jahreszeiten entwickelt. Und noch heute weiß jeder Landwirt, Winzer und Gärtner, wie sehr Wachstum von den Jahreszeiten abhängt. Alles Lebendige ist eingebunden in den Rhythmus von Aufblühen und Vergehen, von Kommen und Gehen, von Anfangen und Beenden, von Aufbrechen und Heimkehren….

Lassen wir uns überschneien, ohne Furcht.
Lernen wir vom
Winter das
Ruhenlassen.
Lassen wir uns
eine neue
Sensibilität für
das Winterliche
in allem
Lebendigen
schenken.

Sr. M. Josefa

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