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IMPULS
FÜR DEN MONAT AUGUST 2010
Hütehund
01.08.2010 |
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In meinem Urlaub in Assisi beobachtete ich auf einer Tageswanderung auf dem Monte Subasio eine Schafherde. Ich überlegte zunächst, näher zu den Tieren zu gehen, ging auf sie zu, zog mich dann doch wieder auf den Wanderpfad zurück. Ich hatte den
Eindruck, zu stören, einzudringen. Beim Zurückblicken erst sah ich, dass ein Hütehund in meine Richtung gekommen war, den ich zuvor nicht bemerkt hatte. Bei meinem Rückzug, wendete er sich ab und legte sich wieder in recht großer Entfernung zu den Schafen ins Gras.
Freundlich wirkte er. |
Mich beeindruckte, in welcher Ruhe alles geschehen war. Kein Bellen, auf mich zu Rennen, kein Aufschrecken der Herde…
Was mich bewegte an diesem Bild: Der Hütehund schien mir und den Schafen so viel Raum wie möglich und so wenig Grenzen wie nötig zu geben. Und meine Gedanken gingen dahin, was für ein Vorbild uns dieser Hütehund sein kann in der Gestaltung unserer menschlichen Beziehungen: in der Kindererziehung, in Partnerschaften,
im Umgang mit uns selbst, als Vorgesetze(r) in einem Betrieb, in Ordensgemeinschaften, als Kirche…
Ich habe den Eindruck, dass wir uns da einseitig oder gegenseitig oft mehr eingrenzen und beschneiden, als es nötig wäre. Letzten Sonntag eine Szene im Zug: eine Frau, die dauernd an ihrer Tochter zerrte und sie in den Sitz drückte, obwohl das Mädchen sich nur etwas hochreckte, um besser aus dem Fenster sehen zu können… Aber da muss ich mich gar nicht bei anderen aufhalten:
Wo kenne ich das von mir, dass ich im Kontakt mit anderen eng werde, Grenzen setze, die manchmal mehr Schikane und Ausdruck meiner eigenen Angst sind, als dass sie dem Verhalten des Gegenübers angemessen wären, seinem Schutz, seiner Sicherheit, seiner Entfaltung dienen.
So viel Freiheit, Lebensraum wie möglich, so wenig Grenzen wie nötig, dem Leben dienend!
Ich möchte Sie einladen, in diesem Monat dies besonders in den Blick zu nehmen:
Wie gehe ich mit Freiheit und Grenzen um? Was setze ich (anderen und mir) zu
viel, was zu wenig an Grenzen? Was ist es, das mich dabei leitet?
Lassen wir uns immer mehr von dem bewegen, der uns sagt:
„Ich bin der gute Hirt“ (Joh 10,11), der nur von Liebe, nicht Angst, um sich selbst, erfüllt ist im Weiden und Hüten seiner Schafe.
„Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen
Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Er stillt mein Verlangen; er leitet
mich auf rechten Pfaden, getreu seinem Namen.“ (Psalm 23) |
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