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IMPULS
FÜR DEN MONAT APRIL 2010
Loslassen
können – LEBEN finden
01.04.2010 |
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„Halt
mich nicht fest…“ so sagt Jesus
nach seiner Auferstehung zu Maria Magdalena.
Dieses Wort
wirkte auf mich bisher eher abweisend als einladend.
Maria Magdalena hat in ihrem Leben durch
Jesus Heilung erfahren, sie hat ihn liebgewonnen,
wusste sich von ihm geliebt.
Dadurch hat sich ihr Leben total verändert.
Wie sollte sie nicht an ihm
festhalten? Was will Jesus ihr – und
auch uns – mit seinem Wort sagen?
Maria hat sich auf den Weg zum Grab Jesu gemacht
und findet es nun leer vor. Weinend und trauend
begegnet sie dem vermeintlichen Gärtner.
Erst, als er ihren Namen nennt, erkennt sie
den, den ihre Seele sucht. Jedoch: Jesus möchte nicht,
dass sie ihn festhält.
Michael Tillmann drückt es so aus: „Maria,
halt nicht fest an dem, was gewesen ist. Die
Auferstehung dreht die Zeit nicht vor die Kreuzigung
zurück, sondern es
beginnt etwas völlig Neues, eine ganz
neue Zeit.“ Weil mit
der Auferstehung Jesu etwas ganz Neues begonnen
hat, darf auch ich immer wieder neu beginnen;
darf ich das Schwere der Vergangenheit zurücklassen,
darf ich mich lösen
von meinen Fixierungen auf das, was gewesen
ist.
Die Worte Jesu: „Halte mich nicht fest“ rufen
in mir noch eine andere Botschaft wach: „Lass
deine Vorstellungen los“. Vor – Stellungen
stehen immer irgendwo davor; vordem, was wirklich
ist. Löse ich mich von dem, woran
ich hänge, von dem, worauf ich fixiert
bin oder was ich unbedingt haben will, tut
sich eine innere Freiheit auf. Ich darf ein
Gelöst-sein erfahren, und mir wird neues
Leben geschenkt. Friede, Freiheit und Lebendigkeit
sind für mich
Gaben Gottes, die mich beseelen und die ich
geschenkt bekomme, wenn ich mich löse von
dem, was den Blick auf Gott verstellt. Ich
habe
in meinem Leben oft schon die Erfahrung gemacht,
dass solches Loslassen nicht in einem Nichts
endet, sondern dass ich gehalten werde. Gott
hat mich sozusagen gehalten. Er, der das LEBEN
selbst ist, begegnet mir hinter
meinen Vor-Stellungen, meinen Ver-Stellungen.
Er, der vom Tod auferstandene, der lebendige
Gott, will uns ermutigen, selbst aufzustehen
und uns aus unseren Niederungen zu erheben. Wagen
wir die kleinen, oft
unscheinbaren Schritte ins Leben! Wagen wir
es, die andern mit den Augen der Liebe anzuschauen,
mit denen Jesus Maria Magdalena anschaute. Dann
werden wir das Leben in uns und in den andern
spüren. Wir werden so
die Verwandlung vom Tod zum Leben am eigenen
Leib erfahren. Wir werden die Erfahrung machen,
das Ostern nicht nur ein Fest ist, das wir feiern,
wenn die Natur sich aus dem Winterschlaf erhebt,
sondern immer wieder neu – auch im Winter
unseres Lebens – geschehen will.
Sr. M. Josefa
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