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IMPULS
FÜR DEN MONAT NOVEMBER 2009
Unterwegs
auf dem Jakobsweg
02.11.2009 |
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Warum ich
einen Monat lang einen Weg gehe, der mit dem Auto
(Burgos – Santiago)
fünf Stunden dauert? Bis ich ihn gegangen bin,
hätte ich darauf sicher eine Antwort gewusst:
eine Gottesfahrung machen, meinen spirituellen Weg
finden, meine Berufung vertiefen oder ein Naturerlebnis.
Auf dem Weg sah es dann anders aus. Der Pfad ist eine
Fusserfahrung pur.
Sich auf den Weg machen bedeutet zunächst einmal,
aus dem Alltag auszusteigen, loszulassen. Es ist ein
Stück Neuanfang. Ich werde auf mich selbst zurückgeworfen,
auf
meine Stärken und Schwächen, meine Bedürfnisse, Ängste
und Möglichkeiten. Strapazen, Einsamkeit, Unvorhergesehenes
fordern mich heraus. Ich lerne mich neu kennen, komme
zu mir selber, werde aufmerksam für Neues, für
die Schöpfung, werde offen für Gott.
Ein Reiz der Strecke liegt sicher in der Historie.
Es hat etwas Erhabenes zu wissen, das über exakt
die gleichen Steine, auf der gleichen Ebene schon vor über
100 Jahren Menschen gingen. Vielleicht sogar an der
gleichen Kilometermarke eine Blase am Fuß entdeckten.
Bis auf die funktionalere Kleidung und die bequemeren
Schuhe hat sich seitdem nicht viel verändert.
Tagsüber ist man der Sonne ausgeliefert und manchmal
launischen Winden und tiefem Nebel. Durchlebt die gleichen
Höhen und Tiefen, kämpft mit trüben
Gedanken, ist euphorisch oder leidet und kommt nur
Schritt für Schritt voran. Statt Schnelllebigkeit
bestimmen Muße und Kontemplation den Tag. Aber
immer auf dem Weg.

Was am Ende bleibt?
Zwei ausgetretene Wanderschuhe.
Kilometerangaben im Tagebuch.
Erinnerungen an Menschen, Wege, Städte
und Dörfer.
Bilder einer Kathedrale im Westen.
Viele Stempel im Pilgerpass.
Die „Compostela“ in der Hand.
War das alles?
Ist da nicht auch:
Ein neuer Beginn?
Ein neues Denken?
Ein neuer Aufbruch?
Neue Sehnsucht im Herzen?
Der erste Schritt auf einem neuen Weg?
Die Erwartung einer neuen Ankunft?
Wachsende Freude auf das wahre Ziel?
Buen Camino Schw. M. Andrea |
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