Im
Jahr der Heiligen Elisabeth 2007 formulierte das
Bistum
Erfurt die 7 Werke bzw.Wege der Barmherzigkeit neu
für sich, für
die heutige Zeit. Was ist not-wendend, was spendet,
vermehrt Leben, sind Wohltaten?
Im Pfingstmonat Mai soll dieser eine Weg davon „Ich
besuche Dich“ im Mittelpunkt stehen. „Ich
besuche dich“ ist
mehr als einen Besuch zu machen. Es steht dafür: „Ich
ergreife die Initiative - ich gehe auf Dich zu - ich
schaue, wie Du
wohnst, denkst, lebst, es Dir geht…“
Ich lade Sie ein in 3 Schritten, dieses Wort näher
anzuschauen:
1.
Gott Wesen ist "Ich besuche
Dich"
Gottes Sein und Wirken ist ein immerwährendes „Ich
besuche Dich, ich gehe auf Dich zu, ergreife die Initiative,
bin brennend interessiert an Deinem Leben mit allem,
was dazu gehört…“. Die Heilige
Schrift bezeugt und beschreibt es uns. Im Alten Testament
besucht, begleitet Gott sein Volk Israel. Immer wieder
sind es die Engel, die dafür stehen und auftreten.
Er ist in unsere Welt, in unser Zuhause gekommen durch
Jesus. Er besuchte die Jünger,
die hinter Mauern aus Angst, Enttäuschung, Unsicherheit,
Wut verschlossen waren, durch den Heiligen Geist. An
Pfingsten feiern und vergegenwärtigen wir uns
diese Liebe, dieses „Ich besuche Dich“ Gottes.
Ich kann einmal die Heilige Schrift lesen unter diesem
Aspekt.
Und wo erfahre ich das selbst von Gott her in meinem
Leben, durch Menschen, Begegnungen, Regungen: „Ich
besuche dich, ich sehe dich, ich komme gerne zu dir,
auch in deine Unordnungen, dem Unschönen.
Ich gehe neu auf dich zu...“?
Nehme ich das wahr und an?
2. Ich besuche Dich!
Ich habe den Eindruck, dass diese Kultur etwas abnimmt
oder wir uns, wenn wir Besuch empfangen oder besuchen,
oft nicht dieser tiefen Dimension bewusst sind. Wann
haben Sie das letzte Mal einfach bei jemandem angeklingelt,
geklopft, ohne Ankündigung? Und wann geschah Ihnen
selbst dies? Wie war die Reaktion:
Verunsicherung, Unbehagen, Peinlichkeit, weil nicht
aufgeräumt, nicht alles nett und perfekt bereitet … Wie
sehr kommt doch gleich in Gang, was der andere über
mich denken könnte? Ich sorge, schäme mich,
Einblick hinter die Fassade zu geben. Ich kenne dies
und daneben aber auch die Wohltat und Freude, die mir
so ein spontaner Besuch, das Denken an mich, die Einkehr
bei mir bereitet hat. Ist sie nicht tief, die Sehnsucht,
dass jemand auf mich zugeht, die Initiative ergreift,
Anteil nimmt und sieht, was bei mir ist!?
Wem würde es gut tun, wer wartet vielleicht darauf,
sehnt sich danach, besucht,
aufgesucht zu werden, dass ich einen Schritt tue?
Und von wem wünsche ich mir, dass er mich besucht?
Wen möchte ich einladen, wem etwas von mir zeigen,
anvertrauen, ohne bestens vorbereitet zu sein?
3. Ich besuche mich selbst!
Vielleicht kennen Sie das Wort von Karl Valentin „Heute
besuch ich mich, hoffentlich bin ich daheim“?
Wenn ich mal genauer schaue, wie oft ich von mir selbst
entfernt und nicht daheim bei mir bin, weil ich meine,
nicht richtig zu sein, nicht gut genug usw.
Bei mir selbst einkehren, heimkehren, mich besuchen
- was löst das aus bei mir? Gestalte ich solche
Besuche bei mir selbst, in denen ich bei mir selbst
einkehre, schaue, was ich bei mir vorfinde, ob ich
noch daheim
bin, im Guten mit mir - durch z.B. Zeiten der Stille,
Gebet, Eutonie, in der Natur...? Machen wir uns auf
den Weg, lassen wir uns bewegen vom Heiligen Geist,
von diesem barmherzigen, wohltuenden:
Gott (be-)sucht mich / Ich besuche Dich / Ich besuche
mich!
„Komm Schöpfer
Geist kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein…,
Geschenk, vom Vater zugesagt…,
zünd an in uns des Lichtes Schein…“ (GL
245) |
herzlich, Ihre Elke Lackmann
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| Jan Brueghel
d.Ä. – Besuch
beim Bauern |
Maria besucht Elisabeth |
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