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IMPULS FÜR DEN MONAT MAI 2009

Ich besuche Dich

01.05.2009

Im Jahr der Heiligen Elisabeth 2007 formulierte das Bistum Erfurt die 7 Werke bzw.Wege der Barmherzigkeit neu für sich, für die heutige Zeit. Was ist not-wendend, was spendet, vermehrt Leben, sind Wohltaten?
Im Pfingstmonat Mai soll dieser eine Weg davon „Ich besuche Dich“ im Mittelpunkt stehen. „Ich besuche dich“ ist mehr als einen Besuch zu machen. Es steht dafür: „Ich ergreife die Initiative - ich gehe auf Dich zu - ich schaue, wie Du
wohnst, denkst, lebst, es Dir geht…“

Ich lade Sie ein in 3 Schritten, dieses Wort näher anzuschauen:

1. Gott Wesen ist "Ich besuche Dich"
Gottes Sein und Wirken ist ein immerwährendes „Ich besuche Dich, ich gehe auf Dich zu, ergreife die Initiative, bin brennend interessiert an Deinem Leben mit allem, was dazu gehört…“. Die Heilige Schrift bezeugt und beschreibt es uns. Im Alten Testament besucht, begleitet Gott sein Volk Israel. Immer wieder sind es die Engel, die dafür stehen und auftreten. Er ist in unsere Welt, in unser Zuhause gekommen durch Jesus. Er besuchte die Jünger, die hinter Mauern aus Angst, Enttäuschung, Unsicherheit, Wut verschlossen waren, durch den Heiligen Geist. An Pfingsten feiern und vergegenwärtigen wir uns diese Liebe, dieses „Ich besuche Dich“ Gottes.
Ich kann einmal die Heilige Schrift lesen unter diesem Aspekt.
Und wo erfahre ich das selbst von Gott her in meinem Leben, durch Menschen, Begegnungen, Regungen: „Ich besuche dich, ich sehe dich, ich komme gerne zu dir, auch in deine Unordnungen, dem Unschönen. Ich gehe neu auf dich zu...“?
Nehme ich das wahr und an?


2. Ich besuche Dich!
Ich habe den Eindruck, dass diese Kultur etwas abnimmt oder wir uns, wenn wir Besuch empfangen oder besuchen, oft nicht dieser tiefen Dimension bewusst sind. Wann haben Sie das letzte Mal einfach bei jemandem angeklingelt, geklopft, ohne Ankündigung? Und wann geschah Ihnen selbst dies? Wie war die Reaktion:
Verunsicherung, Unbehagen, Peinlichkeit, weil nicht aufgeräumt, nicht alles nett und perfekt bereitet … Wie sehr kommt doch gleich in Gang, was der andere über mich denken könnte? Ich sorge, schäme mich, Einblick hinter die Fassade zu geben. Ich kenne dies und daneben aber auch die Wohltat und Freude, die mir so ein spontaner Besuch, das Denken an mich, die Einkehr bei mir bereitet hat. Ist sie nicht tief, die Sehnsucht, dass jemand auf mich zugeht, die Initiative ergreift, Anteil nimmt und sieht, was bei mir ist!?
Wem würde es gut tun, wer wartet vielleicht darauf, sehnt sich danach, besucht,
aufgesucht zu werden, dass ich einen Schritt tue?
Und von wem wünsche ich mir, dass er mich besucht? Wen möchte ich einladen, wem etwas von mir zeigen, anvertrauen, ohne bestens vorbereitet zu sein?


3. Ich besuche mich selbst!
Vielleicht kennen Sie das Wort von Karl Valentin „Heute besuch ich mich, hoffentlich bin ich daheim“? Wenn ich mal genauer schaue, wie oft ich von mir selbst entfernt und nicht daheim bei mir bin, weil ich meine, nicht richtig zu sein, nicht gut genug usw.
Bei mir selbst einkehren, heimkehren, mich besuchen - was löst das aus bei mir? Gestalte ich solche Besuche bei mir selbst, in denen ich bei mir selbst einkehre, schaue, was ich bei mir vorfinde, ob ich noch daheim bin, im Guten mit mir - durch z.B. Zeiten der Stille, Gebet, Eutonie, in der Natur...? Machen wir uns auf den Weg, lassen wir uns bewegen vom Heiligen Geist, von diesem barmherzigen, wohltuenden:
Gott (be-)sucht mich / Ich besuche Dich / Ich besuche mich!


„Komm Schöpfer Geist kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein…,
Geschenk, vom Vater zugesagt…,
zünd an in uns des Lichtes Schein…“ (GL 245)

herzlich, Ihre Elke Lackmann

Jan Brueghel d.Ä. – Besuch beim Bauern Maria besucht Elisabeth



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