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IMPULS FÜR DEN MONAT MÄRZ 2009

HEILIGE, was sind das für Menschen?

01.03.2009

Schon als Kind haben mich die Lebensbeschreibungen vieler Frauen und Männer fasziniert, die „Heilige“ genannt werden. Ich war von ihrer Entschlossenheit, ihrem Eifer und ihrer Überzeugung, das Richtige, zu tun fasziniert.

Ich glaube, dass die Heiligen der Stimme ihres Herzens viel Raum gegeben haben; das sie davon überzeugt waren: hier spricht GOTT in mir! Sie haben mutig in die Wagschale
geworfen, was sie in sich wahrgenommen haben:
· den Eifer für eine gerechtere Welt
· die Sehnsucht nach einer tiefen Verbundenheit mit Gott
· das Bewusstsein, die von Gott geschaffene Schöpfung weiter zu führen
· Betroffenheit über menschliche Not, menschliches Elend
· den Drang, die Liebe Gottes an Menschen weiter zu geben
· das Verlangen, dass das eigene Verwundetsein Heilung erfährt …

Schauen wir stellvertretend für viel andere auf einen Heiligen, der sehr weit von unserem Leben entfernt zu sein scheint: auf das Leben des heiligen Josef, dessen Gedenktag wir am 19. März feiern. Josef aus Nazareth, Zimmermann, ein Mann im
heiratsfähigen Alter. Er hatte eine Verlobte, die noch vor der Hochzeit schwanger wurde und - wie die Bibel beschreibt -nicht von ihm. Ein Skandal, der Josef tief verletzt haben muss.
Was soll er tun, sich umdrehen und gehen, Maria zur Rede stellen, sie dem Gericht übergeben? Er will gehen, da hat er einen Traum. Gottes Stimme spricht zu ihm: Bleibe, nimm Maria zur Frau, das Kind braucht einen Vater; lass dich nicht von deiner Verletzung leiten. Josef glaubt und traut seiner Wahrnehmung. Wir kennen den weiteren Verlauf dieser Geschichte.

Für mich ist die wichtigste Botschaft dieser Erzählung: Lass
dich nicht von deiner Verletzung und von deinen negativen Gefühlen bestimmen. Entscheide dich für das Leben! Trau der Stimme deines Herzens!

Wenn es so ist, kann dann nicht jede und jeder von uns auch heilig werden? Ja, davon bin ich zutiefst überzeugt.
Heilig bedeutet für mich immer mehr heil, d.h. ganz werden. "Ganz", das schließt nichts aus, dass unsere dunklen und unsere hellen Seiten integriert werden. Alles darf sein, aber das Lebensverneinende in mir bestimmt nicht mein Denken und Handeln.
Ich spüre in mir eine Energie, die sich leidenschaftlich für das Leben einsetzten will, nicht irgendwo auf dieser Welt, sondern hier vor Ort, wo ich stehe und wohin mich mein Lebensweg geführt hat. Nicht große, außergewöhnliche Taten beflügeln mich, sondern das Unscheinbare, Gewöhnliche und scheinbar Kleine im Hier und Jetzt.

Was ist es in Ihnen, das Sie treibt, nach dem Sie sich sehnen, das Sie unruhig macht und Sie vielleicht schon seit Jahren nicht mehr los lässt?
Trauen Sie der Stimme Ihres Herzens, die Ihnen helfen will, Ganz zu werden?!

Sr. M. Josefa op

 

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