In
diesen Tagen erweckte ein Buchtitel mein Interesse.
Der
Titel lautet: "Eigentlich
ist Ostern ganz anders". Das hat mich neugierig
gemacht; ich fand dann Gedanken wie "an Ostern
geht es um das Leben – um mein Leben".
Die alljährliche Zeit zwischen Aschermittwoch
und Ostern ist eine Einladung zu mehr Lebensqualität. Mir
geht es jedenfalls so, dass ich diese Zeit gerne nutze,
dem Leben wieder etwas mehr Weite und Tiefe
zu geben. Die alt gewohnten Worte Fastenzeit oder österliche
Bußzeit verwende ich nicht so gerne, weil sie
schon auf den ersten Blick und auch den ersten Klang
zu sehr Last und Schwere betonen.
Gehen wir doch gerade in dieser Zeit auf den Frühling
zu, des neuen Erwachens von Natur und Schöpfung.
Das hat für mich einen lebensfreundlichen und
froh machenden Charakter. Und im Frühling feiern
wir Ostern, das Fest des Lebens.
Auf dem Weg zu diesem Fest, dass uns auch einen inneren
Frühling und eine unwiderrufliche Hoffnung schenkt,
können wir uns einüben in Lebenshaltungen,
die der Zukunft gewidmet sind und dem Leben immer wieder
eine Chance geben.
Die Wochen vor Ostern laden ein, das Leben zu üben,
Schritt für Schritt, aus Freude heraus das Leben
zu leben und zu wagen. Sich zu öffnen für
die Vielseitigkeit und Buntheit, Macht und Ohnmacht
des Lebens zu versöhnen sowie Himmel und Erde mit
einander zu verbinden.
Gott ist ein leidenschaftlicher
Freund des Lebens; in der Auferstehung seines Sohnes
aus dem Grab des Todes bringt er einen Stein ins Rollen
und beweist seine Liebe zu uns Menschen. Diese Botschaft
im eigenen Leben zu erden – dies ist die eigentliche Übung
des Lebens. Deshalb ist Ostern eigentlich ganz anders.
Der Frankfurter Pfarrer und Schriftsteller Lothar Zenetti
sagt:
"Menschen, die aus der Hoffnung leben, sehen weiter.
Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer. Menschen,
die aus Vertrauen leben, sehen alles in einem anderen
Licht."
Sr. M. Andrea Pütz op
|