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IMPULS
FÜR DEN MONAT NOVEMBER
Leer
werden für Gott
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| Fragt
man die Gäste unseres Hauses, was ihnen hier
im Kloster besonders gut tut, wird oft die Ruhe genannt.
Ganz wichtig, sagt zum Beispiel eine Frau, ist „die
Stille, das Alleinsein mit mir ohne Ablenkung. Ich
muss erst leer werden, um mich von Gott ansprechen
lassen zu können.“ Ihr gelingt dieses
heilsame Leerwerden und Offenwerden für Gott
auf Spaziergängen im Wald, im Begehen des Labyrinths
im Park, beim Essen im stillen Speiseraum, durch
einfaches Verweilen auf dem eigenen Zimmer, allein
in der Kapelle und dann auch in der gemeinsamen Meditation
und Eucharistiefeier. |
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Bei vielen Gästen entsteht der
Wunsch, etwas von dieser klösterlichen Atmosphäre
mit in den Alltag zu nehmen. Oft ist das gar nicht
so einfach. Es gibt ja so vieles, was uns davon abhält,
die Leere und Gottesnähe zu suchen. Manchmal
ist es die Umwelt und manchmal sind wir es selbst,
die das Stillewerden nicht zulassen. Da kann es helfen,
gute Rituale zu entwickeln.
So teilte uns eine andere Frau mit, dass sie zu Hause
zwei spezielle Pullover habe: einen Kuschelpulli und
einen Meditationspulli. Der Kuschelpullover war zuerst
da, und die Tochter rief dann immer „Oh ja, Kuscheln
mit Mama!“.
Wenn sie nun den Meditationspulli anhat, weiß die
Tochter „Mama geht kuscheln mit Gott“ und
lässt ihr diese Zeit, denn die beiden wollen ja
auch nicht gestört werden beim Kuscheln.
Vielleicht mögen diese Erfahrungen auch Sie, liebe
Leserinnen und Leser, dazu anregen, sich gewisse Zeiten
für Stille und Gott zu nehmen oder gar ein tägliches
Ritual des Leerwerdens zu etablieren.
Martin Hofmeir
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