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IMPULS
FÜR
DEN MONAT Juli
Spiegelbild
Gottes
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Vor
ein paar Jahren erwarb ich auf einem Flohmarkt in Zürich
diesen Spiegel. Er sprach mich an: etwas ramponiert und doch
prächtig, hauptsächlich aber wegen seiner Besonderheit:
die kleine Jesusfigur, die in der Mitte oberhalb des Spiegels
saß bzw. dort gesessen hatte. Die Klebespuren ließen
ahnen, dass er an dieser schwächsten Stelle mehrmals abgebrochen
oder abgenommen und wieder angeklebt worden war. „Nicht
im Anschauen seiner selbst, sondern im Anschauen Christi soll
der Mensch sich erkennen“ lautete die Erklärung
des Verkäufers. Im Anschauen von Jesus, mir und ihm, soll
und darf ich mich erkennen und erfahren – immer mehr,
wie ich gemeint bin, wie es sein soll mit mir, uns, Gott -das
Menschsein und Menschwerden. Im Spiegel, im Leben Jesu kann
ich für alle Erfahrungen des Daseins antwortende Gegenbilder
finden. Das stärkt, tröstet, vertieft und befreit
mich in meinem Wesen. Steht uns gut!
Dann gibt es mehr als Hautunreinheiten und Ringen unter
den Augen… Oft
nehme ich Jesus am Spiegelrand nicht wahr. Aber wenn mein Blick auch auf ihn
fällt, dann beginne ich zu grinsen, mir und ihm zuzulächeln; dann sehe
ich mich und andere milder, ehrlicher, klarer. Der Blick in dem Spiegel sagt
mir dann: Es ist gut, Du bist gut. Er ermutigt mich, mein zugesprochenes Abbild-Gottes-sein
wahr-zu-nehmen, mich ihm zu verähnlichen und seiner Wirklichkeit, die
dem Leben dient, mein Gesicht zu geben.
P.S. Wie wär´s? Mit Lippenstift oder einem Filzer auf einen Spiegel
zuhause „Bild Gottes“ schreiben als Erinnerung für mich und
die Menschen, die bei mir einkehren – oder: im Passbildautomaten oder mit
der Kamera ein Foto von mir mit einem Jesus-Bild oder dem Satz „Bild Gottes“ knipsen-
so wie (früher) mit dem Liebsten oder der dicken Freundin. Das „Traumpaar“,
das beste Team – im Leben, für das Leben!
herzlich, Elke Lackmann

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Du hast mich geträumt, Gott,
schöner als ich jetzt bin,
glücklicher als ich mich traue,
freier als bei uns erlaubt.
Hör nicht auf,
mich zu träumen, Gott,
und ich will nicht aufhören,
mich zu erinnern,
dass ich dein Baum bin,
gepflanzt an den Wasserbächen
des Lebens
(Dorothee Sölle)

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