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IMPULS
FÜR DEN MONAT DEZEMBER
Advent – Abschied
und Aufbruch
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Im
Laufe des Jahres hat die Adventszeit eine eigentliche
Doppelfunktion: Zum einen neigt sich das Alte Jahr
dem Ende zu. Die Natur fällt in ihre Winterruhe,
die Tage werden kürzer und überlassen der
Nacht den größten
Teil.
Auf der anderen Seite geschieht Aufbruch: Advent – und
auch der ganz banale Jahresschluss – führt
auf etwas hin. An Weihnachten schließlich hebt
eine neue Zeit an.
Um mit dem Alten aufzuräumen und für das
Neue Platz zu schaffen, kann der Advent eine gute Zeit
sein. Dabei geht es weniger um das äußere,
als vielmehr um das Innwendige, die eigene Mitte. In
unserem Gästehaus gibt es in
der Adventszeit wenig äußeren Schmuck, ganz
im Unterschied zu den vollen und lauten Weihnachtsmärkten
und Geschäften.
In unserem Gästehaus ist es eher wie gewohnt zurückhaltend
und leise. Es ist jedoch eine Möglichkeit, sich
nicht vom äußeren
Glanz und Flimmer ablenken zu lassen, dem inneren Raum
zu geben und frei zu werden für Neues und auch
die Erwartung des Weihnachtsfestes nicht schon vorwegzunehmen.
Adventliche Menschen lassen sich ein auf das Wagnis,
mit dem Alten aufzuräumen und Neues kommen zu
lassen. Darum ist ein adventlicher Weg eine Reise nach
innen und
zugleich ein Aufbruch zu mehr Menschlichkeit und Solidarität.
Eine Reise zu mir, zu Gott und zum Nächsten. Bei
sich selber ankommen ist herausfordernde Lebensaufgabe.
Es bedeutet, mit einer größeren Aufmerksamkeit
sein Leben zu gestalten wie dies die Mystikerin Simone
Weil (1909-1943) aufzeigt. Sie spricht von „attente“ – wörtlich übersetzt „Erwartung“ – und
meint damit Sammlung, Konzentration oder Aufmerksamkeit. Ein
adventlicher Mensch erwartet mehr vom Leben
und findet sich nicht ab mit Oberflächlichkeit,
mit Ausgrenzung und Unmenschlichkeit. In dieser Konzentration auf
das Wesentliche, in diesem alltäglichen sammeln
und
innehalten, in der Aufmerksamkeit für die tiefere
Verbundenheit mit allem, erneuert sich das Geheimnis
von Bethlehem.
Ich wünsche Ihnen für die Adventzeit ein
Herz, das sich für Gott öffnet, der unser
Leben trägt und es
mit seiner Liebereich und schön macht.
Sr. M. Andrea op |
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