| 
Wellness - Kloster Arenberg
Erholen - Begegnen - Heilen
Erholung für Leib und Seele bei den Arenberger Dominikanerinnen
Max.
I. Cappabianca OP
|
| |
Damit
hatten die Schwestern nicht gerechnet: Ein regelrechter
Ansturm der Medien setzte ein. Zahlreiche Berichte
in Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften über
das so genannte „Wellness-Kloster“ beweisen:
Wellness liegt im Trend -und die Dominikanerinnen
vom Arenberg haben die richtige Entscheidung getroffen,
um Menschen Heilung für Leib und Seele anzubieten.
„Gott wieder verkosten ...“
Schwester
Scholastika arbeitet mit den anderen Dominikanerinnen
im Gästehaus. Sie wirkt als Seelsorgerin für
die gestressten Gäste, die hier Erholung suchen.
Oft ist ihr Kalender mit Gesprächsterminen
übervoll. Das Engagement der Schwestern ist
für sie eingebettet in eine spirituelle Sicht
vom Menschen:
„Also, wir werden oft als Wellness-Kloster
bezeichnet, aber uns geht es nicht nur um die Wellness
des Körpers, sondern um das Wohlfühlen
auch vom Herzen her, vom Geist her. Es gibt ein
Wohlgefühl, in das der ganze Mensch einbezogen
ist und das eben nicht in die Kategorien `fit sein‘
und `sportlich sein‘ und `schlank sein‘
gefasst werden kann. Ich glaube, Wohlfühlen
hat zu tun mit versöhntem und gelingendem Leben.
Menschen erfahren nur durch Menschen, wie sie von
Gott geliebt sind. Wir möchten hier mit einer
Weite den Menschen begegnen, in der sie auch mit
ihren Fragen und Zweifeln hier sein können.
Wir möchten ihnen Gott nicht überstülpen.
Eher so, dass sie Gott wieder verkosten, Geschmack
finden an ihm, an einem liebenden Gott, einem Gott,
der sich nicht raushält aus ihrem Leben, sondern
der mit ihnen geht.“
Irmgard Müller (48) hat es über das Internet
erfahren. Schon lange wollte sie einmal Urlaub im
Kloster machen - nur hat sie noch nie das Richtige
gefunden. Bis sie einfach Kloster und Urlaub in
die Suchmaschine des Internets eingegeben hat und
die Internetseite der Dominikanerinnen vom Arenberg
unter den ersten drei Einträgen fand. Spöttische
Bemerkungen von Kolleginnen, die wie sie ebenfalls
in der Bank arbeiten und „weltliche“
Wellnesshotels gewohnt sind, ignorierte sie einfach,
um dann gleich für eine Woche zu buchen: Ohne
ihren Mann! Angenehm war die Überraschung,
wie ansprechend und schön die Einrichtung ist.
Post-moderne Architekturelemente, kombiniert mit
warmen Farben, und eine Einrichtung, die dem Menschen
entspricht, schaffen ein Ambiente, das bereits der
Seele gut tut. Schließlich dann die professionellen
Angebote für das körperliche Wohlbefinden,
verbunden mit dem unaufdringlichen Angebot der Schwestern,
„geistlich“ zu werden. Oft nur durch
ihr Da-Sein wirken die Schwestern, weniger durch
das Tun: eine Offenbarung für die Karrierefrau
aus der Großstadt. Ganz unterschiedliche Leute
kommen hierher, und so hat sie beispielsweise Sr.
Lucia (67) beim Essen kennen gelernt. Schwester
Lucia ist aus ganz anderen Gründen hier. Seit
40 Jahren gehört sie einer apostolisch tätigen
Kongregation an sie selber war im Schuldienst tätig.
Seit sieben Jahren ist sie aber nicht mehr aktiv
und leitet „nur noch“ einige Frauengruppen,
die sich um ihr Heimatkloster angesiedelt haben.
Seitdem sie im Orden ist, hat sie immer nur in anderen
Klöstern Urlaub gemacht. Seit zwei Jahren -seitdem
die Arenberger Dominikanerinnen ihr Kloster umgebaut
haben kommt sie jedes Jahr hierher, inzwischen schon
zum dritten Mal. Und es wird sicher nicht das letzte
Mal sein. Irgendwann hatte eine Schwester aus ihrer
Kommunität den Tipp bekommen - und tatsächlich:
Hier konnte man sich sicher sein, nicht nur geistlich
gut aufgenommen zu werden, sondern auch wirklich
etwas für die Gesundheit tun zu können.
Denn seit Jahren plagen Sr. Lucia Probleme mit den
Gelenken. Auch wenn der Aufenthalt im Verhältnis
zu anderen Klöstern nicht ganz billig ist:
Es lohnt sich, denn die Ärzte und Therapeuten
können wirklich etwas! So denken nicht nur
ihre Mitschwestern, sondern auch Ordensfrauen aus
anderen Kongregationen, die sich immer wieder dort
einfinden. |
| Heilsame
Atmosphäre des Angenommenseins
Ganz
gleich, ob gestresste Großstädter oder
Ordensfrauen — das ist es wohl, was den Erfolg
ausmacht: Nicht allein das wunderschöne, von
Sr. Andrea geleitete Vitalzentrum mit entspannenden
Aroma-Massagen, mit Crystal- und Brandungs-Bad,
verschiedenen Kneipp-Anwendungen und Schwimmbad
mit Sauna ist es, sondern die ganze, vom Glauben
getragene Atmosphäre des Angenommenseins entfaltet
heilende Kräfte. Und so sind die spirituellen
Morgenimpulse und christlichen Meditationen gern
wahrgenommene Angebote für Menschen auf der
Suche nach Sinn.
Beliebt ist auch der Kräutergarten -er wird
liebevoll gepflegt und hat sich zu einem viel besuchten
Treffpunkt für die Gäste entwickelt. In
der lockeren Atmosphäre eines Spaziergangs
durch wohlriechende Kräuterbeete ergeben sich
leichter Gespräche über die wirklich wichtigen
Fragen des Lebens, oft auch über die Frage,
wie man sein Leben neu ausrichten kann. Wenn die
Sonne scheint, dann ist die Bank unter einem alten
Baum beliebter Ruhepunkt: Junge und alte Gäste
genießen die Strahlen, die nicht nur das Gesicht
wärmen, sondern vor allem auch das Herz. 14
Millionen haben die Schwestern investiert
- aber es hat sich gelohnt. Davon ist auch die Priorin
auf dem Arenberg, Schwester Maris Stella, überzeugt.
Und die Gäste danken es den Dominikanerinnen,
wie Schwester Scholastika es immer wieder erlebt:
„Ich glaube, das größte Geschenk
ist, einen Menschen von hier wieder gehen zu sehen
und zu merken, er hat eine Ahnung bekommen, wie
er eine Perspektive für sein Leben findet,
und das empfinde ich als ein Geschenk. Gesichter,
die sich verändern, Menschen, die entspannter
wieder gehen, mit Hoffnung gehen und so Menschen
zu begegnen, in denen die Sehnsucht wieder wach
geworden ist. Worauf auch immer. Ich glaube, das
ist letztlich Gott.“ |
|
|