Das
Lachen von Schwester Scholastika steckt an. Hell schallt es durch
das Mutterhaus der Dominikanerinnen in Koblenz-Arenberg. Es ist
typisch für die Stimmung im Kloster. Der Gast fühlt
sich hier sofort geborgen. Ganz nach dem Selbstverständnis
der Dominikanerinnen, die die heilende Liebe zu den Menschen in
den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. "Erholen, begegnen,
heilen" heißt das Leitmotiv für eine Initiative
des Klosters, die im deutschsprachigen Raum bisher einmalig ist.
Schon in den fünfziger Jahren haben die Dominikanerinnen
in Arenberg ein Kneipp-Sanatorium betrieben. Lange mit Erfolg.
Doch irgendwann waren Ausstattung und Angebote überholt,
die Gäste blieben aus. Die Schwestern mussten das Haus schließen,
liebäugelten aber schon mit dem Gedanken, etwas Neues aufzubauen.
Im Jahr 2000 fiel
die Entscheidung: Wir schaffen ein Wellness-Center. Wellness -
für die Ordensfrauen ist das etwas Ganzheitliches. An erster
Stelle soll die Erholung von Körper, Geist und Seele stehen.
Wer will, kann in Kontakt mit anderen Gästen treten. Aber
das ist kein Muss. Drittens geht es in
Arenberg ums Gesundwerden. Und dafür gibt es ein vielfältiges
Programm. Die Kneipp'sche Lehre spielt immer noch eine wichtige
Rolle. Auch beim Speiseplan, den eine speziell ausgebildete Schwester
zusammenstellt. Geschultes Personal leitet die Bewegungstherapie,
die Trinkkuren und Wasserbehandlungen. Aus dem klostereigenen
Garten stammen alle im Haus verwendeten Kräuter. Und der
Klosterladen bietet Kräutertees, Honig und Fruchtsäfte
aus eigenem Anbau an. Wohlfühlen - dazu gehören im Kloster
Arenberg auch Sauna, Fitnessraum und Schwimmbad, Brandungsbäder,
Licht- und Aromatherapie und ein Crystal-Bad: Hier werden Musikschwingungen
durch das Wasser auf den Körper übertragen. Ein Arzt
und ausgebildeter Heilpraktiker befindet sich im Haus, kosmetische
Behandlungen sind geplant. Was aber unterscheidet die Oase der
Klosterschwestern in Rheinland-Pfalz von Schönheitsfarmen?
In Arenberg werden auch Meditation, Gesprächstherapie und,
wenn gewünscht, christliche Unterstützung angeboten.
Für die seelische Betreuung der Gäste ist Schwester
Scholastika verantwortlich. Die 38-jährige einstige Lehrerin
ist ausgebildet in der geistlichen Begleitung. Schwester Scholastika
gehört zu den Hauptpersonen bei der Umsetzung des neuen Konzepts,
mit dem auch ein umfangreicher Neu- und Umbau des Klosterkomplexes
verbunden war. Aber alle dort lebenden 64 Ordensschwestern tragen
das neue Programm mit. Zu bewältigen ist es trotzdem nur
mit zahlreichen weltlichen Fachkräften. Immerhin bietet das
Kloster Platz für bis zu 100 Gäste.
Und noch etwas macht Arenberg zu etwas Besonderem:
Die Preise sind auf Selbstkostenbasis kalkuliert. Jede Anfrage
wird individuell behandelt. Für Menschen mit wenig Geld sucht
man nach speziellen Möglichkeiten. Auch Jugendliche sind
willkommen: Über ein spezielles Programm für sie wird
bereits nachgedacht
Dr.
Petra Altmann |