Zwischen Kräutergarten...
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...und Kapelle: |
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Im Kloster Arenberg widmen sich die Nonnen dem Glauben...
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...und der Heilkunst.
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Schweigsame Mönche in Kutten, alte Gemäuer mit langen, dunklen Gängen: Dieses Bild haben viele Menschen vor Augen, wenn sie an ein Kloster denken. Und noch etwas anderes verbindet man mit solch einem Ort: absolute Ruhe und Abgeschiedenheit. Dass Laien für eine Weile ins Kloster gehen, um abseits von Stress und Alltagssorgen zu sich selbst zu finden, ist nichts Neues. Relativ neu ist jedoch, dass einige Klöster oder geistliche Häuser in Deutschland die besondere Atmosphäre ihrer Räumlichkeiten nutzen, um spezielle Programme für Wellness und Entspannung anzubieten.
Bevor man als Gast ein derartiges Haus aussucht, sollte man sich aber darüber im Klaren sein, ob man aus religiösen Gründen für eine Weile ins Kloster gehen möchte oder sich für „weltliche" Kurse interessiert - etwa für Yoga, Fasten oder Tanz-Meditation. Einige Einrichtungen, wie etwa das Franziskanische Zentrum für Stille und Begegnung in Hofheim am Taunus, bieten beides an.
Am Waldrand - mit Blick auf die Frankfurter Skyline - gelegen, widerspricht das kürzlich modernisierte Exerzitienhaus mit seinen hellen und freundlichen Räumen dem Klosterklischee. „Manche Gäste wundern sich zuerst, weil sie sich ein Kloster anders vorgestellt haben. Aber wir verstehen uns ohnehin eher als einen spirituellen Ort, der die Welt und die Gesellschaft mit einbezieht", sagt Bruder Markus Laibach. Zwar leben hier sechs Ordensbrüder und -Schwestern, doch sind Ort und Tagesablauf in erster Linie von den Gästen geprägt. „Es kommen zunehmend Menschen ohne einen kirchlichen Hintergrund, um hier bewusst eine Auszeit zu nehmen. Das reicht von Menschen, die einfach mal zwei Tage das Handy abschalten und in Ruhe gelassen werden wollen, bis hin zu Leuten, die mit ihrem Leben unzufrieden sind und bei uns Hilfe zur Lebensorientierung suchen", beschreibt Laibach sein Klientel.
„Zu uns kommen auch viele Menschen, die sonst nicht ohne weiteres ein Kloster betreten würden."
BERNHARD GRÜNAU, KLOSTER ARENBERG
Eher in Richtung klassische Wellness geht das Angebot im Kloster Arenberg bei Koblenz, das von Dominikanerinnen geführt wird. Im Mittelpunkt steht hier ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, mit dem man die körperliche Verfassung der Gäste kräftigen und den Einklang von Körper und Seele wiederherstellen will. Besonders dem ganzheitlichen Ansatz von Pfarrer Sebastian Kneipp misst man in Arenberg große Bedeutung bei. Das Vitalangebot ist äußerst vielfältig und reicht von verschiedenen Kneipp-Anwendungen, Aquafitness, Qigong und progressiver Muskelentspannung über Fitness- und Krankengymnastik, Sauna, Schwimmen und Massagen bis hin zu Wanderungen und Entdeckungstouren durch das kulturell und landschaftlich sehenswerte Mittelrheintal.
Natürlich sind Gottesdienste, christliche Meditation und seelsorgerische Angebote aus einem Kloster nicht wegzudenken, doch werden sie in Arenberg unaufdringlich gehandhabt: Kreuze hängen über den Betten, und auf jedem Nachttisch liegt eine Bibel bereit, aber niemand wird zum Besuch der Kapelle oder zum Rosenkranzgebet genötigt. „Deshalb kommen zu uns auch viele Menschen, die sonst nicht ohne weiteres ein Kloster betreten würden. Wir fragen nicht nach der Konfession und begegnen allen unseren Gästen mit großer Offenheit. Dennoch trägt unser Angebot eindeutig ein christliches Profil", erklärt Bernhard Grünau vom Kloster Arenberg.
Das ehemalige Kneipp-Sanatorium hat sich seit 2003 das Thema Wohlfühlen auf die Fahnen geschrieben - doch als Wellnesshotel wolle man trotz des großen Angebots in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen werden, betont Grünau. „Die Herausforderung besteht darin, dass sich so ein Haus selbstkostendeckend finanzieren muss. Dies sollte aber nicht im Widerspruch zum vorrangigen Anliegen des Ordens stehen, mildtätig zu wirken und Menschen Gutes zu tun." Ganz gleich, ob die Gäste einfach nur entspannen wollten, krank seien oder gerade eine Sinnkrise durchmachten: „Bei uns können sie herausfinden, wo ihre Bedürfnisse liegen - und das kann sowohl in die spirituelle als auch in die körperliche Richtung gehen."
Das Konzept kommt an: Mit 30 000 Übernachtungen im vergangenen Jahr - was einer Auslastung von rund 80 Prozent entspricht -kann sich das Kloster Arenberg über mangelndes Interesse nicht beklagen. Auffällig sei, so Grünau, dass heute zunehmend auch jüngere Menschen ab 30 Jahren kämen, wohingegen es früher kaum einen Gast unter 70 gegeben habe. Viele besuchen inzwischen das Kloster mehrmals im Jahr für einige Tage, um eine Auszeit vom stressigen Alltag zu nehmen.
„Wir sind keine Insel der Glückseligen und kennen die Probleme der Menschen draußen: Der Druck sowohl in der Arbeitswelt als auch im Privaten wird immer größer, und viele werden das Gefühl nicht los, häufig nur funktionieren zu müssen." Hier versuchten sie, damit umzugehen - zum Beispiel durch die kostenlose professionelle Gesprächsbegleitung. Dieses Angebot werde sehr häufig in Anspruch genommen.
Wie groß das Bedürfnis nach spiritueller Orientierung ist, zeigt das weltliche Medium Internet: Pro Woche klicken 150 000 bis 200000 Interessenten auf die Arenberger Seiten. Hier entdecken sie, dass ein Kloster manchmal mehr zu bieten hat als gemeinhin vermutet. |