Evangelische
Zeitung
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Offene Türen und Herzen
Dominikanerinnen im
Kloster Arenberg bieten
Gästen eine Oase für Leib und Seele der Gäste
Von Ulrike
Millhahn
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Geht
das überhaupt? In der Jogginghose frühmorgens
um sechs Uhr am Morgenlob der Nonnen im ehrwürdigen
Schwesternchor teilzunehmen? Und anschließend gleich
zum Tautreten und zur Morgengymnastik zu starten? Für
die Dominikanerinnen in ihrer knöchellangen weißen
Tracht mit dem schwarzem Schleier ist dies inzwischen
ein gewohnter Anblick. Bereitwillig rücken sie zusammen
und nehmen die Fremde freundlich in ihrer Mitte auf.
Vor einem knappen Jahr haben die 67 katholischen Schwestern
des Klosters Arenberg bei Koblenz nach einem 19-monatigen
Umbau ihre Türen für Frauen und Männer
geöffnet, die im Urlaub Leib und Seele neu in Einklang
bringen und alle Sinne wieder spüren möchten.
Das kann bei den traditionellen Stundengebeten sein, beim
Tautreten oder der Aqua-Fitness unter fachkundiger Anleitung
oder beim eher ökumenisch gestalteten Morgen- oder
Abendimpuls mit Gesang und spirituellen Anregungen.
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Beim
Wassertreten nach Pfarrer Kneipp erleben die Gäste
der Dominikanerinnen eine körperliche Vitalisierung. |
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"Jeder
Gast, gleich welchen Glaubens und welcher Lebenssituation,
soll sich in seinem Suchen und Fragen, in seinen Hoffnungen
und Ängsten verstanden, angenommen und aufgenommen
fühlen" - so steht es im neuen Leitbild "Erholen,
Begegnen, Heilen".Nachdem das KneippKurheim, das
die Nonnen 50 Jahre lang im Mutterhaus am Arenberg unterhielten,
unrentabel und marode geworden war, suchten im Jahr 2000
alle Schwestern gemeinsam nach einem zeitgemäßen
Konzept: "Wir wollten unserem Haus noch mal eine
Zukunft geben und zwar für die Menschen mit ihren
Nöten von heute", erzählt Schwester Scholastika.
Arenberg sollte zu einem modernen "Erfahrungsort
Gottes" werden. Die Nonnen steckten alle Ersparnisse,
die aus ihren Gehältern als Kinder-, Kranken- und
Altenpflegerinnen sowie aus dem Verkauf von Immobilien
und Schenkungen stammten, in das neue Projekt.
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Beim
Morgenlob der Nonnen im ehrwürdigen Schwesternchor
sind Gäste gern gesehen. |
Für
15 Millionen Euro wurde umgebaut, ohne Hilfe der Kirche oder des
Staates. Entstanden ist ein fünfstöckiger lichtdurchfluteter
Neubau, der alle Gebäude harmonisch verbindet. Hoch unter
dem Dach ist die neue Gäste - Kapelle installiert, mit atemraubendem
Blick ins Rheintal und in die Eifel.
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Ins
Untergeschoss kam ein Vitalzentrum mit Schwimmbad, Sauna,
Physiotherapie und Fitnesscenter. Brandungsbäder,
Licht- und Aroma-Therapie runden das Angebot ab.
Wer sich der Stille stellt und das Loslassen wagt, braucht
oft seelsorgerliche Einzelgespräche, beobachten Schwester
Scholastika und der Theologe und Psychologe Martin Hofmeir.
Der 40-Jährige wurde speziell für diese Aufgabe
und für die Entwicklung spiritueller Angebote eingestellt.
"Die seelische Not ist groß. Viele Menschen
suchen hier nach Sinn und neuen Lebensperspektiven",
ist ein erstes Fazit der beiden. Die Dominikanerinnen
wollen mit ihren ganzheitlichen Angeboten für Körper,
Geist und Seele eine Brücke schlagen zwischen ihrer
Frömmigkeit und der religiösen Sehnsucht ihrer
oft ausgebrannten Gäste.Deshalb haben sie mit ihren
Türen auch ihre Herzen geöffnet. Dies spürt
der Gast, der aufmerksam und liebevoll begleitet, aber
nie bedrängt oder gar missioniert wird. Er darf allein
sein und ist dabei nie einsam.
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Die Seele kann auftanken bei der Meditation unter
Anleitung von Martin Hofmeir (l.). Der Theologe und Psychologe
wurde im Kloster speziell für die Entwicklung spiritueller
Angebote eingestellt, denn "die seelische Not ist groß". |
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