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"WIR
WOLLEN DEN HEUTIGEN BEDÜRFNISSEN DER MENSCHEN
ENTGEGENKOMMEN UND IHNEN EIN GANZHEITLICHES ANGEBOT
OFFERIEREN".....Schwester
Scholastika
Am
Empfang summt ein Computer. In dem kleinen Shop
mit Souvenirs schauen sich Besucher um, andere haben
es sich auf den Sitzgruppen bequem gemacht. Auf
den ersten Blick wirkt der Eingangsbereich des Gästehauses
wie ein x-beliebiges Hotel -wenn nur das Personal
nicht wäre: Hinter dem Rechner sitzt Schwester
Angelina in ihrer weißen Ordenstracht, den
Laden betreibt Schwester Marina, und auf einem der
Sofas erklärt Schwester Scholastika gerade
einem Gast den Ablauf der Wanderexerzitien, den
Meditationen unterwegs in der Natur.
Willkommen im Kloster Arenberg, Heimat von 64 Dominikanerinnen,
gelegen oberhalb von Koblenz. Von hier schweift
der Blick über den gemächlich dahinfließenden
Rhein, das Kloster selbst umgibt ein 50000 Quadratmeter
großer Park mit Feuchtbiotop, Obstbäumen,
einem Kräutergarten und ganz viel Ruhe.
Bereits in den 50er-Jahren eröffneten die Ordensfrauen
hier ihr Kneipp-Sanatorium. Doch irgendwann wurde
der Zuspruch der Gäste merklich spärlicher
- Ausstattung und Angebot erwiesen sich als nicht
mehr zeitgemäß. Nach langem Hin und Her
beschlossen die Nonnen, ihr Gästehaus vollständig
zu renovieren und zu erweitern. Gleichzeitig wurde
nebenan ein neues Vitalzentrum gebaut. "Wir
wollten einfach den heutigen Bedürfnissen der
Menschen entgegenkommen und ihnen ein ganzheitliches
Angebot offerieren", sagt Schwester Scholastika.
Die quirlige Schweizerin - mit gerade mal 40 Jahren
eine der jüngeren Ordensfrauen in Arenberg
- hat das neue Konzept wesentlich mitentwickelt.
"Die Gäste sollen hier spirituelle Betreuung
finden, also Gesprächs- und Einkehrmöglichkeiten.
Gleichzeitig sollen sie aber auch etwas für
ihren Körper tun können", sagt sie.
Das Vitalzentrum kann es mit jeder hochklassigen
Wellnessabteilung eines Komforthotels aufnehmen.
Hallenbad, Fitnessraum, Sauna, Solarium gehören
unter anderem dazu, daneben Aromatherapie, Heusackanwendungen,
ein Brandungs- und ein Crystalbad, bei dem Farblichteffekte
und Schwingungen auf den Körper einwirken.
Angeschlossen ist eine physiotherapeutische Abteilung.
Hier führt Schwester Andrea Regie. Die zupackende
Mittvierzigerin ist ausgebildete Physiotherapeutin
und Masseurin. Sie beherrscht die Atem- und Entspannungstherapie
genauso wie die Fußreflexzonenmassage. Ihr
Hobby ist Nordic Walking, für das sie sogar
ihr Ordensgewand ablegt. .Jeder Mensch",
sagt sie, "sollte mindestens 15 Minuten pro
Tag bewusst etwas für seinen Körper tun."
Zum ganzheitlichen Konzept im Kloster Arenberg gehört
eine ausgewogene Ernährung, angelehnt an die
Kneippsche Methode mit Rohkost, Müsli, Vollkornprodukten,
Säften und Tees aus eigener Produktion. Auch
die Kräuter kommen aus dem Klostergarten. Unter
sachkundiger Anleitung von Schwester Josefa können
die Gäste die Wirkungsweise von Heilkräutern
erlernen.
Wen es trotz des vielfältigen Angebots hinauszieht
aus dem Kloster, der kann von hier aus zahlreiche
Schlösser und Burgen am Mittelrhein erkunden
- nicht zu vergessen natürlich die Lorelei.
Rheinabwärts lockt das Kloster Maria Laach.
Von Andernach aus, knapp 20 Zugminuten von Koblenz
entfernt, geht es hinauf auf die Vulkaneifel. Dort
ist die zwischen 1093 und 1220 erbaute romanische
Abteikirche mit dem dahinter liegenden Klosterkonvent
schon von weitem zu sehen, umgeben von Feldern und
großen Waldflächen, davor der Laacher
See. Etwa zwei Kilometer breit und drei Kilometer
lang ist die Wasserfläche, die Ukrlinie blieb
unbebaut. Im Sommer ein idealer Platz zum Schwimmen
und Bootfahren, im Winter zum Wandern. Wer hier
Urlaub macht, sucht Ruhe - und wird sie finden.
58 Benediktiner leben im Kloster, zu dem Gärtnerei,
Buch- und Kunsthandlung, Schmiede, Bildhauerei,
Glockengießerei, Fischerei und Obstbau gehören.
Die Ordensmänner verfügen über rund
40 Gästebetten. Die Zimmer sind einfach ausgestattet,
dafür haben sie keinen festen Preis - jeder
zahlt, was er möchte oder kann. Meist kommen
Einzelbesucher, die am klösterlichen Tagesablauf
teilnehmen und einfach Abstand von ihrem Alltag
gewinnen möchten. Die Mönche bieten ihnen
Einzelgespräche an, und das Interesse daran
stieg in den letzten Jahren stetig.
Wer Glück hat, kann gleich hinter den Gewächshäusern
der Gärtnerei einen Blick in das Atelier von
Frater Lukas werfen. Der 77-jährige Mönch
hat an den Kunstakademien in Berlin und München
studiert und war Schüler des "Brücke"
- Malers Karl Schmidt-Rottluff, bevor er in den
Orden eintrat.
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