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Bernhard
Grunau
Verwaltungsdirektor von Kloster Arenberg.
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SINNLICHES
ERLEBNIS
Der klostereigene Kräutergarten bietet
nicht nur Nahrung für Augen und Nase,
sondern auch genügend Orte zum besinnlichen
Verweilen.
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KLOSTER
ARENBERG |
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Herr
Grunau, Kloster und Wellness - auf den ersten Blick
scheint das eine eher ungewöhnliche Verbindung.
Wie kam es dazu?
Ein Kneipp-Sanatorium mit Schwimmbad, Bäderabteilung
und Gästehaus wurde schon seit 1954 vom Kloster
betrieben. Allerdings ist das nach fast 50 Jahren
Existenz zunehmend in die roten Zahlen geraten.
Im Jahre 2000 standen wir vor der Frage, den Untergang
des Sanatoriums zu verwalten oder Zukunft zu gestalten.
Wir haben uns für die Zukunft entschieden,
doch wie diese aussehen könnte, wusste zu diesem
Zeitpunkt noch niemand.
Ein mutiges Vorhaben...
Ja. Ein Projektteam aus zehn Ordensschwestern und
drei weltlichen Mitarbeitern ging mit dem Auftrag
der Neugestaltung an die
Arbeit. Wir setzten uns zunächst auf einen
kreativen Nullpunkt und entwickelten unsere Vision
ohne Rücksicht auf formale Hindernisse. Wir
definierten für uns den Begriff von Ganzheitlichkeit,
identifizierten mögliche Zielgruppen und schauten
auch auf Alt-bewährtes zurück. Angelehnt
an das Ganzheitsverständnis von Pfarrer Sebastian
Kneipp entstanden neue Angebote für Körper,
Seele und Geist. Im Juli 2003 öffnete das neue
Gästehaus von Kloster Arenberg seine Pforten.
Welche
Angebote bietet nun das neue Konzept Ihren Gästen?
Mit unserem Vitalzentrum bieten wir einerseits ein
klassisches Wellness-Programm mit Schwimmbad, Sauna,
Physiotherapie, Fitness, Massage - und natürlich
Kneippbädern an. Zum anderen finden unsere
Gäste bei uns eine
große Auswahl an spirituellen, geistlichen
Angeboten. Hier kann man - sofern es erwünscht
ist - während des Aufenthalts am Gebetsleben
der Ordensgemeinschaft teilnehmen. Unabhängig
davon bieten wir Gesprächskreise, Meditation,
christliche Morgen- und Nachtimpulse, meditative
Musik und Ausstellungen an. Wir haben aber auch
ein breit gefächertes Kursangebot wie Stress-
und Filmseminare oder Ganzheitswochen, um nur einige
zu nennen. Außerdem gibt es viele Rückzugsorte
wie beispielsweise den weiträumigen Klosterpark,
die Gästekapelle, das Klostercafe, die Bibliothek
oder das Internetzimmer.
Was erwarten denn die Gäste, die zu Ihnen kommen?
Die Menschen kommen zu uns mit ganz unterschiedlichen
Bedürfnissen und aus ganz unterschiedlichen
Alltagssituationen. Sehr vielen gemeinsam ist, dass
sie die Ruhe und die Offenheit des ganzheitlichen
Konzeptes von Kloster Arenberg suchen. Nicht zu
vergessen die Begegnungen mit den Ordensschwestern.
Ein umfassendes spirituelles Angebot, ein ansprechendes
Fitnessprogramm und für viele wichtig:
das Angebot an Gesprächen mit unseren geistlichen
Begleitern, die für alle Lebens- und Glaubensfragen
offen sind.
Spielt
bei den meisten Ihrer Gäste die spirituelle
Motivation eine
große Rolle, wenn Sie zu Ihnen kommen?
Unterschiedlich. Vielleicht sind diese Angebote
für einige unserer Gäste zunächst
nicht die vorrangige Motivation für ihren Klosterurlaub.
Doch die christliche Botschaft ist einfach und eindringlich:
Wir sind von Gott gewollt und bedingungslos geliebt
- jeder Einzelne ist etwas ganz besonderes in den
Augen Gottes. Wir bieten Raum, einfach nur DA sein
zu dürfen. Unser Gast soll die ehrliche Haltung
vermittelt bekommen, ganz und ohne Vorbehalte angenommen
zu sein. Auch Menschen, für die die christliche
Lehre bisher keine allzu große Rolle spielt,
empfinden die klösterliche Umgebung als Wohltat
für die Seele.
Im
herkömmlichen Wellnesshotel geht in der Regel
jeder Gast seinen eigenen Beschäftigungen nach.
Wie sieht das hier aus?
Ein Beispiel: In einem Hotel sucht der Gast in der
Regel einen freien Tisch. In Kloster Arenberg ist
oft zu beobachten, dass man die Begegnung sucht
und einen noch freien Platz an einem teils besetzten
Tisch anfragt. Wir bieten Gelegenheiten zu Gemeinsamkeit
in Gesprächskreisen, Gruppenangeboten im Vitalzentrum,
gemeinsamen Wanderungen oder christlichen Impulsen
in der Gästekapelle. Wir begreifen uns jedoch
nicht als Animateure. Es ist jedem Gast freigestellt,
Begegnungen zu finden oder auch in der selbst verordneten
Einsamkeit seinem Inneren Raum zu geben.
Wer sind denn Ihre Gäste? Gestresste
Manager?
Ein Frauenkloster zieht offenbar auch mehr Frauen
an. So sind sicherlich 80 % unserer Gäste Frauen.
Sehr viele reisen alleine an, es gibt jedoch auch
Paare, Freunde und unterschiedlichste Gruppierungen.
Alter: von 20 bis 99 - gerne auch älter. Familien
sind auch hin und wieder zu Gast. Es sind sehr viele
Berufsgruppen vertreten. Doch Daten darüber
erheben wir keine. Wir wollen halt den Menschen
willkommen heißen, so wie er ist und unbeeinträchtigt
davon, was er ist oder woher er kommt.
Zum
Schluss noch eine persönliche Frage: Wie erholen
Sie sich von der Arbeit im Kloster?
Da ist zunächst meine Familie, die mir die
Luft zum Atmen gibt. Trotz eines immer sehr arbeitsreichen
Tages darf ich mit meinem Dienst auch ein Stück
meiner eigenen Berufung nachgehen. Insofern „erhole“
ich mich auch schon bei der Arbeit, denn ich begegne
ihr im Prinzip jeden Tag aufs Neue mit Freude.
| KLOSTER
ARENBERG
Not macht erfinderisch. Und
bisweilen wagemutig. Als das zum Kloster Arenberg
gehörende Kneipp-Sanatorium, das die
Dominikanerinnen 50 Jahre lang betrieben hatten,
in die roten Zahlen rutschte, gab es nur zwei
Möglichkeiten:
Torschluss oder Neuanfang.
Trotz vieler Unwägbarkeiten entschied
sich der Konvent fürs Überleben.
Nach einer zweijährigen Umbau- und Modernisierungsphase
öffnete das neue Gästehaus von Kloster
Arenberg im Jahr 2003 mit einem Wellness-Angebot
seine Pforten. Ganzheitlichkeit und Einklang
von Körper, Geist und Seele sind das
Grundkonzept der Einrichtung. Und der Geist
von Sebastian Kneipp weht immer noch durch
das Haus.
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