Besinnung und Wellness in Klöstern der Region

Das Kloster Fünfbrunnen in Luxemburg · Das Kloster Arenberg bei Koblenz

Redaktion "SaarLorLüx"
Text: Bettina Rau & Andrea Weber

Wenn Sie das Bedürfnis nach göttlicher Ruhe haben, dann ist eine Auszeit im Kloster vielleicht genau das Richtige für Sie. Inzwischen gibt es die verschiedensten Angebote – von Enthaltsamkeit in spartanischen Unterkünften bis zu Entspannung in Wellness-Tempeln. Wir stellen Ihnen heute zwei Klöster der Region vor, in denen Sie in Gottes Namen Urlaub machen können und verlosen später einen Klosterurlaubsführer. Zunächst nimmt Sie Bettina Rau mit nach Troisvierges in Luxemburg zu einer Saarländerin, die Fasten- und Mediationsseminare gibt.

Das Kloster Fünfbrunnen in Luxemburg
Das Kloster Fünfbrunnen bei Troisvierges liegt im nördlichen Luxemburg. Wer eine Auszeit nehmen oder einfach nur in Ruhe arbeiten möchte, kann sich hier in einem der 20 Zimmer einmieten. Sie sind einfach, aber sympathisch eingerichtet. Drei Patres des Herz Jesu-Ordens leben noch in diesem Kloster. Frido Lenz ist einer von ihnen. Der 75-jährige arbeitet als Pfarrer in den umliegenden Gemeinden und hat im Prinzip nichts dagegen, dass gestresste Menschen im Kloster Ruhe suchen:

„Wenn die zu siebt, acht, hier sind oder zu zehnt und da kommt so ein gewisser studentischer Geist auf, da bin ich dagegen, die verlieren ihre Zeit“, sagt Frido Lenz, „aber wenn ich weiß, die arbeiten und denken nach, bin ich dafür. Dann können sie solange bleiben wie sie wollen.“

Fasten zum Stressabbau
Seminarleiterin Modesta Bersin ist bei Pater Lenz immer willkommen. Ihre Gruppe aus zwei Saarländerinnen und drei Luxemburgern will ja auch ernsthaft an sich arbeiten. Die Gesundheitsexpertin aus Rehlingen-Siersburg gibt hier mehrmals im Jahr Kurse. Fasten ist ihr Spezialgebiet.

„Beim Buchinger-Fasten besteht die Verpflegung nur aus Getränken, das heißt es gibt einen Viertelliter Gemüsebrühe und einen Viertelliter Saft“, erklärt Modesta Bersin den Teilnehmern. „Ihr müsst ganz viel trinken. Beim Früchtefasten gibt es viel rohes Gemüse und Obst, und hier darf man soviel essen wie man möchte.“

Der erste Tag dient der Entschlackung, das heißt der Körper muss sich erst daran gewöhnen, dass es weniger Nahrung gibt, daher ist leichte Kost noch erlaubt. Fasten bedeutet nicht nur weniger zu essen, es bedeutet auch, den alltäglichen Stress aufzugeben und sich auf das ruhigere Leben hier einzulassen.

Zurück zum geregelten Tagesablauf
„Hier in den Klöstern gibt es noch einen alten Schatz, ein altes Kulturgut. Aus diesem alten Kulturgut kann man schöpfen, wir haben hier zum Beispiel einen strukturierten Tagesablauf, da lernen die meisten Menschen wieder: Um 8 Uhr gibt es eine Tasse Tee, um 10 Uhr gibt es einen Impuls, um elf Uhr gehen wir wandern, d.h. es läuft alles in geregelten Bahnen ab und das tut einfach gut.“

Für die Schüler gibt es intellektuelles Futter, bevor jeder sich vorstellt: Modesta Bersin zitiert: „Fasten macht froh ‒ wie ein vorausgehender Hunger das Mahl wohlschmeckend macht, so würzt auch das Fasten den Genuss des Lebens und der Speise, besonders wenn man wieder essen und tanzen darf, sagt Basilius der Große.“

Die Seminarteilnehmer sind auf der Suche nach Entspannung
„Ich erwarte von dieser Woche eine Woche Ruhe, eine Woche Zeit für mich, zu mir zu finden und auch wieder mal den richtigen Weg zu einer gesunden Ernährung zu finden, weil durch den Alltag wenig Zeit bleibt, sich noch darum zu kümmern“, fasst Sandra Lauer ihre Erwartungen zusammen. Pierre Moos geht es nicht allein ums Fasten: „Was ich hier genieße, ist die Ruhe, die Stille, eine Auszeit machen, so kann man das Fasten und die Auszeit verbinden.“ Ginette Berscheid legt auf noch etwas anderes Wert: „Wichtig ist mir auch der Kontakt zu Anderen in der Gruppe. Nach einer Woche ist man sehr gut bekannt, es gibt immer noch Treffen nachher, man versteht sich gut, macht dasselbe und erlebt dasselbe.“

Fasten gegen Laster
Der Gruppe wird einiges abverlangt. Angela Tassone hat ihr Ziel schon erreicht, sie hat ein Laster weniger: „Ich habe vor zwei Jahren aufgehört zu rauchen und habe natürlich zugenommen. Das war vielleicht auch mit ein Grund, warum ich wieder angefangen habe zu rauchen. Jetzt habe ich aufgehört, mache Heilfasten und nehme sogar ab.“

Zum Seminar gehört auch eine Wanderung ins zehn Kilometer entfernte Kloster Clervaux. Die Benediktiner-Mönche sind strenger als die Patres in Fünfbrunnen; Frauen dürfen hier nicht übernachten. Vom Trend, Ruhe im Kloster zu finden, will der Vater Abt Michel Jorrot nichts wissen: „Diese spirituelle Suche ist nur ein Ersatz für ein echtes Zusammentreffen mit Gott, das sind Kompensationen. Das verträgt sich nicht mit den Sakramenten und hat mit Christus nichts zu tun. Es ist menschlich, es ist gut, aber es führt nicht zu einem Wandel des Herzens, des Lebens.“

Die Schüler von Modesta Bersin dürfen aber hier beten. Auch mit den Mönchen, wenn sie zu deren Gebetszeiten kommen. Berührungsängste vor christlichen Symbolen dürfen die Seminarteilnehmer nicht mitbringen.

Anschrift des Klosters:
Cinqfontaines - Prêtres du Sacré-Coeur
Kloster Fünfbrunnen
L - 9908 Cinqfontaine
Telefon: 00352-998003-1
http://www.fasten-im-kloster.de/

Das Kloster Arenberg bei Koblenz

Das zweite Kloster, das wir besuchen, liegt in Koblenz und erscheint in Internetsuchmaschinen unter den Stichworten „Kloster und Wellness“ an erster Stelle. Kloster Arenberg zählt mit seinem Vitalzentrum zu den modernsten Klöstern Deutschlands und vermarktet den Klosterurlaub nahezu perfekt.

Im Rheintal mit Blick über Koblenz liegt Kloster Arenberg. Wer hierher kommt, sucht Ruhe und Entspannung, zum Beispiel im lichtdurchfluteten Schwimmbecken mit Massagedüse, oder im Kristallbad mit Farblichttherapie – zwei Beispiele für Angebote, wie sie jeder klassische Wellness-Tempel anbietet. "Erholen, begegnen, heilen" heißt das Leitbild der Dominikanerinnen. Etwas aus dem Rahmen fällt das frühmorgendliche Tautreten, ganz im Sinne der kneippschen Empfehlungen.
Zum göttlichen Entspannen gehört auch spirituelle Einkehr für alle, die es möchten. Heilpflanzen kennenlernen können die Gäste im Kräutergarten. In der Klosterküche entstehen daraus gesundheitsfördernde Elixiere ‒ für Gesundheit und Genuss.

Anschrift des Klosters:
Kloster Arenberg
Cherubine-Willimann-Weg 1
D - 56077 Koblenz
Telefon (0261) 6401 - 2090
Telefax (0261) 6401 - 3454
Email: info@kloster-arenberg.de
http://www.kloster-arenberg.de