„Wenn die zu siebt, acht, hier sind oder zu zehnt
und da kommt so ein gewisser studentischer Geist auf, da
bin ich dagegen, die verlieren ihre Zeit“, sagt Frido
Lenz, „aber wenn ich weiß, die arbeiten und
denken nach, bin ich dafür. Dann können sie solange
bleiben wie sie wollen.“
Fasten zum Stressabbau
Seminarleiterin Modesta Bersin ist bei Pater Lenz immer
willkommen. Ihre Gruppe aus zwei Saarländerinnen
und drei Luxemburgern will ja auch ernsthaft an sich
arbeiten. Die Gesundheitsexpertin aus Rehlingen-Siersburg
gibt hier mehrmals im Jahr Kurse. Fasten ist ihr Spezialgebiet.
„Beim Buchinger-Fasten besteht die Verpflegung nur
aus Getränken, das heißt es gibt einen Viertelliter
Gemüsebrühe und einen Viertelliter Saft“,
erklärt Modesta Bersin den Teilnehmern. „Ihr
müsst ganz viel trinken. Beim Früchtefasten gibt
es viel rohes Gemüse und Obst, und hier darf man soviel
essen wie man möchte.“
Der
erste Tag dient der Entschlackung, das heißt
der Körper muss sich erst daran gewöhnen, dass
es weniger Nahrung gibt, daher ist leichte Kost noch erlaubt.
Fasten bedeutet nicht nur weniger zu essen, es bedeutet
auch, den alltäglichen Stress aufzugeben und sich
auf das ruhigere Leben hier einzulassen.
Zurück
zum geregelten Tagesablauf
„
Hier in den Klöstern gibt es noch einen alten Schatz,
ein altes Kulturgut. Aus diesem alten Kulturgut kann man
schöpfen, wir haben hier zum Beispiel einen strukturierten
Tagesablauf, da lernen die meisten Menschen wieder: Um
8 Uhr gibt es eine Tasse Tee, um 10 Uhr gibt es einen Impuls,
um elf Uhr gehen wir wandern, d.h. es läuft alles
in geregelten Bahnen ab und das tut einfach gut.“
Für die Schüler gibt es intellektuelles Futter,
bevor jeder sich vorstellt: Modesta Bersin zitiert: „Fasten
macht froh - wie ein vorausgehender Hunger das Mahl wohlschmeckend
macht, so würzt auch das Fasten den Genuss des Lebens
und der Speise, besonders wenn man wieder essen und tanzen
darf, sagt Basilius der Große.“
Die Seminarteilnehmer sind auf der Suche nach Entspannung.
„
Ich erwarte von dieser Woche eine Woche Ruhe, eine Woche
Zeit für mich, zu mir zu finden und auch wieder mal
den richtigen Weg zu einer gesunden Ernährung zu finden,
weil durch den Alltag wenig Zeit bleibt, sich noch darum
zu kümmern“, fasst Sandra Lauer ihre Erwartungen
zusammen. Pierre Moos geht es nicht allein ums Fasten: „Was
ich hier genieße, ist die Ruhe, die Stille, eine
Auszeit machen, so kann man das Fasten und die Auszeit
verbinden.“ Ginette Berscheid legt auf nocht etwas
anderes wert: „Wichtig st mir auch der Kontakt
zu anderen in der Gruppe. Nach einer Woche ist man sehr
gut
bekannt, es gibt immer noch Treffen nachher, man versteht
sich gut, macht dasselbe und erlebt dasselbe.“
Fasten gegen Laster
Der Gruppe wird einiges abverlangt. Angela Tassone hat
ihr Ziel schon erreicht, sie hat ein Laster weniger: „Ich
habe vor zwei Jahren aufgehört zu rauchen und habe
natürlich zugenommen. Das war vielleicht auch mit
ein Grund, warum ich wieder angefangen habe zu rauchen.
Jetzt habe ich aufgehört, mache Heilfasten und nehme
sogar ab.“
Zum
Seminar gehört auch eine Wanderung ins zehn Kilometer
entfernte Kloster Clervaux. Die Benediktiner-Mönche
sind strenger als die Patres in Fünfbrunnen; Frauen
dürfen hier nicht übernachten. Vom Trend, Ruhe
im Kloster zu finden, will der Vater Abt Michel Jorrot
nichts wissen: „Diese spirituelle Suche ist nur ein
Ersatz für ein echtes Zusammentreffen mit Gott, das
sind Kompensationen. Das verträgt sich nicht mit den
Sakramenten und hat mit Christus nichts zu tun. Es ist
menschlich, es ist gut, aber es führt nicht zu einem
Wandel des Herzens, des Lebens.“
Die
Schüler von Modesta Bersin dürfen aber hier
beten. Auch mit den Mönchen, wenn sie zu deren Gebetszeiten
kommen. Berührungsängste vor christlichen Symbolen
dürfen die Seminarteilnehmer nicht mitbringen.
Von Bettina Rau
Anschrift des Klosters:
Cinqfontaines
- Prêtres du Sacré-Coeur
Kloster Fünfbrunnen
L - 9908 Cinqfontaine
Telefon: 00352-998003-1
http://www.fasten-im-kloster.de
Das Kloster Arenberg bei Koblenz
Das zweite Kloster, das wir besuchen, liegt in Koblenz
und erscheint in Internetsuchmaschinen unter den Stichworten „Kloster
und Wellness“ an erster Stelle. Kloster Arenberg
zählt mit seinem Vitalzentrum zu den modernsten Klöstern
Deutschlands und vermarktet den Klosterurlaub nahezu perfekt.
Im
Rheintal mit Blick über Koblenz liegt Kloster
Arenberg. Wer hierher kommt, sucht Ruhe und Entspannung.
Zum Beispiel im lichtdurchfluteten Schwimmbecken mit Massagedüse,
oder im Kristallbad mit Farblichttherapie – zwei
Beispiele für Angebote, wie sie jeder klassische Wellness-Tempel
anbietet. "Erholen, begegnen, heilen" heißt
das Leitbild der Dominikanerinnen. Etwas aus dem Rahmen
fällt das frühmorgendliche Tautreten, ganz im
Sinne der kneippschen Empfehlungen.
Zum göttlichen Entspannen gehört auch spirituelle
Einkehr für alle, die es möchten. Heilpflanzen
kennenlernen können die Gäste im Kräutergarten.
In der Klosterküche entstehen daraus gesundheitsfördernde
Elixiere - für Gesundheit und Genuss.
Von Andrea Weber
Anschrift des Klosters: