Startseite · Programmübersicht · Preise · Tag für Tag · Woche für Woche · Jahresprogramm · Raumangebote
Konzerte im Kloster
· Fotogalerie · Sebastian Kneipp · Gesundheit · Ganzheit · Wellness · Erholung
Urlaub im Kloster · Impressum · Presseberichte · Das neue Gästehaus · Empfehlungen
Rezepte · Gutschein · Kontakt - Anfrage · Anfahrt · Klosterforum · Sitemap

Warum Mönche besser schlafen
Endlich wieder einmal durchschlafen!
Für 16 Millionen Deutsche ein Wunschtraum.
Tendenz steigend. Jetzt haben Forscher alte Klosterrezepte ausgewertet und herausgefunden, warum sie auf lange Sicht wirkungsvoller sind als Arzneien unserer modernen Medizin

Von Petra Altman
Fotos: Kloster Arenberg / Alexander Haselhoff

"Wer die Nacht zum Tag macht, muss sich nicht wundern, wenn er sich später mit Schlafproblemen herumplagt." Für den Zisterzienserpater Dr. Hermann Josef Roth liegt ein Teil der Ursachen klar auf der Hand: Rund um die Uhr kann sich der Mensch heute ablenken und gleichzeitig aufputschen lassen. 24 Stunden sind Hörfunk und Fernsehen verfügbar. Die Kinos präsentieren Nachtvorstellungen, Lokale sind bis in die frühen Morgenstunden geöffnet. Niemals ist vollkommene Ruhe.
Der Botaniker Pater Roth ist Mitglied der "Forschergruppe Klostermedizin", die 1999 am medizingeschichtlichen Institut der Universität Würzburg gegründet wurde. Dem Arbeitskreis gehören zehn Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen an: Altphilologen, Historiker, Mediziner, Medizinhistoriker, Biologen, Botaniker, Pharmazeuten und Chemiker. Mit dem vereinten Wissen entsteht etwas Außergewöhnliches: Alte Klosterhandschriften werden übersetzt, die dort erwähnten Substanzen beschrieben, ihre Wirkungen definiert und Mischungen nach den alten Rezepturen zusammengestellt. "Was wir erforscht haben, wäre für eine einzelne Fachrichtung gar nicht möglich gewesen", so Dr. Johannes Mayer, Medizinhistoriker, Altphilologe und Koordinator der Forschergruppe.
Systematisch werden die Klosterbibliotheken Europas nach medizinischen Werken durchforstet. Hochblüte der Klostermedizin war die Zeit zwischen dem Ende des 8. und dem 13. Jahrhundert. In dieser Epoche hatten die Mönche sozusagen ein medizinisches Monopol.

Erst als Medizin ab dem 14. Jahrhundert Lehrfach an den Universitäten wurde, wurde medizinisches Wissen auch außerhalb der Klostermauern verbreitet.
Mehr als 100 Pflanzen und ihre Wirkkräfte hat die Forschergruppe bereits dokumentiert und rund zwei Drittel der mittelalterlichen Medizinliteratur aus den Klöstern übersetzt und bearbeitet.
Schlafprobleme waren also durchaus schon ein Thema bei den mittelalterlichen Mönchen und wurden in der monastischen Literatur eingehend behandelt. Wenn auch die Ursachen damals ganz andere waren als heute, sind die mittelalterlichen Therapien nach wie vor wirkungsvoll - und weitaus empfehlenswerter als chemische Substanzen, so Dr. Mayer. "Denn diese haben meist fatale Nebenwirkungen: Sie narkotisieren, verlängern die Aufwachphase und machen bei längerer Einnahme abhängig", sagt er. Der Griff zur chemischen Pille löst also nur vermeintlich rasch Probleme.
Die Klostermedizin hat hingegen einen ganzheitlichen Ansatz, auch beim Thema Schlafen. Sie versucht, die Ursachen der Schlafstörungen an der Wurzel zu packen.
Bereits der heilige Benedikt betonte die Notwendigkeit aus-reichenden Schlafs. Denn er wusste, dass ein Mönch nur voll einsatzfähig sein konnte mit ausreichend Essen und Schlaf. Die Schlafenszeiten richteten sich nach dem Rhythmus der Natur. Im Sommer schlief man weniger, hielt aber dafür eine Siesta, im Winter waren die Schlafenszeiten ausgedehnter.
"Wenn wir uns auch heute mit unserem Schlafverhalten nicht mehr eindeutig nach den Jahreszeiten richten können, so enthält der klösterliche Lebensrhythmus doch sehr viele sinnvolle Elemente, die auch wir uns zunutze machen können", sagt Pater Roth. Ein geregelter Tagesablauf gehört dazu, mit festen Aufsteh-, Essens- und Arbeitszeiten, aber auch notwendigen Ruhephasen. Denn äußere Ruhe ist Voraussetzung für innere Ausgeglichenheit und die Vorbereitung auf den Schlaf. Im Kloster bildet das Abendgebet den Übergang vom Tag zur Nacht. Außerhalb der Klostermauern gibt es andere Möglichkeiten.
"Wir sollten uns spätestens eine Stunde vor dem Zubettgehen auf den Schlaf vorbereiten, den Tag langsam und leise ausklingen lassen", so Johannes Mayer. Er empfiehlt tägliche Rituale, um zur Ruhe zu kommen, etwas Beruhigendes lesen, kontemplative Musik hören, Meditation, autogenes Training oder auch Tagebuch schreiben, um die Ereignisse der vergangenen Stunden sozusagen abzulegen. Auch ein kleiner Spaziergang vor dem Zubettgehen ist empfehlenswert.
Wer Probleme hat, überhaupt erst einmal einzuschlafen, dem empfiehlt Dr. Johannes Mayer sportliche Betätigung, etwa in der Zeit zwischen 17 und 21 Uhr, also nicht direkt vor dem Schlafengehen. Durch die körperliche Beanspruchung wird man müde und kann dann den Abend mit einer Ruhephase ausgleiten lassen.
Gerade, wenn man tagsüber sehr beansprucht ist, sollte der Abend entspannt zu En
de gehen. Alkohol sollte spätestens zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen tabu sein, denn er hilft vielleicht in der Einsch1af~phase, stört aber das Durchschlafen. Genauso wie das Rauchen oder schwer verdauliches und scharf gewürztes Essen. Tees oder alkoholfreie Getränke sollte man am Abend mit Honig süßen, denn der hat beruhigende Wirkung.
Sieben Stunden schläft ein gesunder Mensch durchschnittlich pro Nacht und wacht dabei 25- bis 26-mal kurz auf. Sind diese Wachphasen kürzer als drei Minuten, kann man sich am Morgen nicht mehr daran erinnern. Wenn man aber wirklich nicht mehr weiterschlafen kann, sollte man zuerst einmal Ruhe bewahren, nicht nervös werden und sich nicht im Bett wälzen. Lieber etwas Angenehmes lesen und - nach Empfehlung der alten Klostermedizin - einen Kräutertee oder pflanzliche Mittel wie Hopfen, Baldrian und Melisse zu sich nehmen.
Es gibt jedoch auch das umgekehrte Phänomen: Wenn Menschen über eine längere Phase mehr als neun Stunden Schlaf benötigen, sollten sie einen Arzt aufsuchen. Denn dann können organische Probleme die Ursache sein.
Jeder Mensch, das wussten bereits die mittelalterlichen Ordensleute, hat täglich zwei Tiefs mit Müdigkeit und sogar Symptomen einer kleinen Depression. In der Regel ist dies etwa um 15 Uhr und um 3 Uhr in der Nacht. Die klösterliche Mittagsruhe trug also der Tiefphase des Tages Rechnung. Wer es sich erlauben kann, sollte daher einen kleinen Mittagsschlaf halten.

"Ich schalte am besten in der Natur ab"
Der 37-jährige Bruder Matthäus lebt seit 16 Jahren im Benediktinerkloster Scheyem. Zwar ist er studierter Theologe, hat aber zusätzlich eine Ausbildung im Obstbau absolviert und ist seit zehn Jahren für den Garten des Klosters zuständig.
Gerade blüht der Lavendel. Bruder Matthäus zupft die Knospen ab. In Stoffsäckchen gefüllt kann man sie neben das Kopfkissen legen. Durch die Körperwärme werden die beruhigenden ätherischen Öle frei.
Eine ähnliche Wirkung haben Hopfendolden, die man zum Beispiel zu einem Kranz flechten und im Schlafzimmer aufhängen kann. Dann werden die Aromastoffe frei. Die Wirkung hält etwa sechs Monate an.
Auch als Tee ist Hopfen geeignet:
zwei Teelöffel Hopfenblüten mit einem halben Liter aufgebrühtem Wasser übergießen, etwa 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Das gleiche Mischungsverhältnis
empfiehlt Bruder Matthäus bei der Melisse, allerdings sollten die Blätter für den beruhigenden Tee gepflückt werden, bevor die Pflanze blüht. Die frischen Blätter sind übrigens auch zum Verfeinern von Speisen geeignet.
Wichtig ist seiner Meinung nach ein fester Tagesrhythmus mit Ruhepunkten und möglichst auch einer festen Schlafenszeit. Nicht ohne Grund hat der heilige Benedikt den klösterlichen Tagesablauf entsprechend geregelt.
"Mir hilft ein kurzer Abendspaziergang"
Im Mutterhaus der Dominikanerinnen in Koblenz-Arenberg ist Schwester Josefa, 46, verantwortlich für den Kräutergarten. 20 Jahre war sie als Erzieherin tätig. Im vergangenen Jahr machte sie eine Ausbildung als Gesundheitspädagogin mit Schwerpunkt Heilpflanzen - und damit ihr Hobby zur Hauptbeschäftigung. Das Kloster eröffnete im Sommer 2003 ein neues Vital-Zentrum. Zum ganzheitlichen Konzept gehört auch die Kräuterei.
Für sie selbst ist es wichtig, den Ablauf des Tages am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und den Tag aus den Händen zu geben. Denn: "Alles, was einen am Tag belastet hat, ist in der Nacht präsent", meint die Dominikanerin. Um zur Ruhe zu kommen, helfen ihr Meditation oder ein Spaziergang.
Neben Tees aus Baldrianwurzel, Hopfen oder Melisse empfiehlt sie die Behandlung mit kaltem Wasser: Entweder den ganzen Körper oder nur die Beine oder Füße kalt abduschen oder abwaschen. Danach nicht abtrocknen, sondern gleich ins Bett legen. Ein Frotteetuch schützt die Unterlage vor Nässe.
"Mich beruhigt Lavendelduft im Schlafraum"
Schwester Leandra im Kloster Oberzell hat ihren Kräutergarten bereits vor 16 Jahren angelegt. Schlafprobleme kennt sie aus eigener Erfahrung. Die 71-jährige Franziskanerin war in der Sozialarbeit tätig. Die ständige Konfrontation mit sozialen Schwierigkeiten belastete sie bis in die Nacht. Kontemplation und Meditation vor dem Zubettgehen sind für sie auch die besten Einschlaf-Methoden: "Ich atme ganz tief durch und versuche, dadurch Ruhe zu finden. Mein Abendgebet begleite ich durch einen gleichmäßigen Atemrhythmus und Gebetsgebärden. Ich hebe dabei zum Beispiel die Hände." Auch beim Aufwachen in der Nacht empfiehlt Schwester Leandra Meditation, um inneren Frieden zu finden.
Aus ihrem Kräutergarten sind bei Schlafproblemen vor allem Lavendel und Melisse geeignet: Die Knospen abzupfen, in ein Stoffsäckchen füllen und in den Schlafraum legen. Der Lavendelduft wirkt sehr beruhigend. Ebenso ein Tee aus frischen oder getrockneten Melisseblättern:
Zwei gehäufte Teelöffel mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen und abseihen. Über den Tag verteilt trinken.

Für weitere Informationen, Angebote und Buchungen:
Füllen Sie unser Kontaktformular aus oder
rufen Sie uns an: 02 61 - 6401 -2090
oder
schreiben Sie uns:
info@kloster-arenberg.de

 

Diese Seiten werden betreut von: www.cara-marketing.de