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Brigitta
Troeger hat im Kloster gelernt, sich selbst
zu lieben.
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Kapelle...
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Kräutergarten...
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...und Grotte im Kloster Arenberg |
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Mein erster Kontakt mit den Innenräumen eines
Klosters begann mit einem Weinkrampf.
Mein Mann und die Kinder hatten sich verabschiedet,
eine Ordensschwester hatte mich in mein schlichtes
Zimmer geführt und mir einen guten Aufenthalt
gewünscht. Nun war ich allein mit mir. Das
Fenster des schmalen Zimmers gab den Blick auf ein
braunes, winterliches Rübenfeld frei. Ein paar
Raben zogen krächzend ihre Bahnen. Ich warf
mich aufs Bett. Warum bloß hatte ich zugestimmt,
als mein Mann mir den Vorschlag für ein „Stilles
Wochenende“ gemacht hatte?
Zwei Tage später war meine erste Klostererfahrung
zu Ende, und als ich nach Hause fuhr, hatte ich
das Gefühl, eine Oase in einer Wüste gefunden
zu haben. Seitdem sorge ich gut für eine regelmäßige
Einkehr immer auch in der begründeten Hoffnung,
dass ich mich antreffe.
Mehr als still werden
In der Abgeschiedenheit kann ich das Schweigen üben,
und das ist mehr als nur still werden oder entspannen.
Gott wird zu mir kommen, wenn ich schweige, mich
loslasse und nur einen Augenblick auf mich verzichte,
auf meine Pläne und Taten, auf meinen Alltag
mit den Sympathien und Abneigungen. Dann kann getrost
kommen, was kommen will aber das ist nicht immer
angenehm. Das Kloster ist ein Ort der Begegnung
mit Gott im Schweigen und der Konfrontation mit
mir.
Wenn es nötig ist, erbitte ich mir eine Begleiterin,
die mir hilft, das Aufkeimende und das Rätselhafte
in mir zu verstehen und zu ordnen.
Die Struktur des Klosteralltags mit den Gebetszeiten
hilft mir, auch mein Inneres zu ordnen.
Im „Haus der Stille“ in Rengsdorf, einer
Einrichtung der Evangelischen Kirche, habe ich erlebt,
wie mein Körper mir sagte, was die Seele lang
nicht mehr zum Ausdruck bringen durfte. Auf einer
warmen Wollmatte liegend, durfte ich unter Anleitung
zu mir selbst kommen in die liebevolle innere Wachheit
für den eigenen Leib, der uns mitteilt, was
wir brauchen.
Wie drei Wochen Urlaub
Einmal habe ich mir mangels Urlaub ein Wellness
- Kloster ausgesucht. Es war wunderbar, schon am
frühen Morgen ins Schwimmbad zu steigen oder
unter Anleitung im frisch gefallenen Schnee „Tau
zu treten und mich im Park zu bewegen, um dann gut
gewärmt und durchlüftet ein liebevoll
zubereitetes Frühstück zu genießen.
Am späten Vormittag wartete eine belebende
Aromamassage auf mich, am Nachmittag besuchte ich
die Kräuterschwestern und holte mir jede Menge
Gesundheitstipps.
Abends gab es ein -Konzert oder einen interessanten
Vortrag und danach einen Saunabesuch. Ich ging nach
dieser Wellness - Woche im Kloster Arenberg bei
Koblenz so gestärkt nach Hause, als hätte
ich drei Wochen Urlaub hinter mir. Nie werde ich
das ältere Ehepaar vergessen, das an meinem
Tisch saß. Er platzte fast vor Wut, denn sie
hatte ihm nicht gesagt, dass das „Wellness
- Hotel" ein Kloster ist. Er hatte sofort wieder
abreisen wollen. Aber irgendwie war es dazu nicht
gekommen. Seine Gesichtszüge hatten sich von
Tag zu Tag mehr geglättet, und zum Schluss
hatte ich ihn sogar in der Morgen-Andacht entdeckt.
„Gott
hat sich mir zugewandt“
Was haben mir meine unterschiedlichen Kloster-Aufenthalte
gebracht? Ich glaube, dass ich scheibchenweise gelernt
habe, mich zu lieben. Selbst-liebe hat nichts mit
Egoismus oder Selbstverwirklichung am Anderen vorbei
zu tun. Selbstliebe bedeutet, dass ich Achtsamkeit
einübe für die eigenen Entwicklungen.
Gott hat sich mir durch gesegnete Menschen - ganz
gleich ob katholisch oder evangelisch - wertschätzend
zugewandt, mich liebevoll wahrgenommen, mir aber
auch den Blick in die eigenen Tiefen gestattet -
das ist Gnade.
Im Schweigen habe ich seine heilende Gegenwart gespürt
- Zuwendung, nicht Zurechtweisung. So darf ich nun
auch mit mir umgehen, und dann wird es mir auch
gelingen, die andern zu lieben - auch die Schwierigen.
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