Damit die Seele Lust hat, im Körper zu wohnen

Für Schwester Andrea sind Wellness und Spiritualität eng miteinander verknüpft

3-sat / vivo-Portrait 03.02.2007 + 07.02.2007
Die Anwendungen von Schwester Andrea sind eine Mischung aus Wellnes und Spiritualität. Mit 25 Jahren ist die heute 45-Jährige in den Dominikaner-Orden eingetreten. Viele Jahre hat sie als Masseurin und Physiotherapeutin in Krankenhäusern gearbeitet, bevor sie 2004 die Leitung des Vitalzentrums von Kloster Arenberg bei Koblenz übernahm. "Ich möchte mit meiner Arbeit den Menschen helfen, einen Weg zu finden zu ihrer eigenen Mitte", sagt die Nonne. Dies könne über körperliche Anwendungen ebenso wie über spirituelle Impulse geschehen.

Als Physiotherapeutin habe sie schon immer auch Wert auf Seelsorge gelegt. Durch den Kostendruck im Gesundheitswesen habe sie allerdings in den vergangenen Jahren immer weniger Zeit gehabt, sich auf die Menschen einzulassen und mit ihnen zu sprechen. Daraufhin wollte sich Schwester Andrea eher in Seelsorge weiterbilden. "Dann kam das Angebot von Kloster Arenberg, und ich sah hier für mich die Möglichkeit, als Physiotherapeutin mehr den Weg zum Ganzheitlichen zu gehen", erinnert sich die Schwester. "Da hab ich sehr schnell, spontan zugesagt, und ich muss sagen, bis heute habe ich das nicht bereut. Für uns ist der Mittelpunkt unserer Arbeit der Mensch, der Gast, der mit einem anderen Anliegen herkommt." Oft erlebe sie Gäste, die völlig ausgebrannt in das Kloster kommen, weil die Arbeit sie fast auffresse.

Die gelernte Physiotherapeutin Schwester Andrea möchte den Menschen dabei unterstützen,
seine Mitte zu finden
 

Schwester Andrea vom Vitalzentrum
des Klosters Arenberg

Erholen ‒ Begegnen ‒ Heilen

Erholen, Begegnen und Heilen, sagt die Expertin, seien drei wichtige Elemente eines Aufenthalts im Kloster Arenberg. Seit jeher habe das Kloster Menschen aufgenommen, die sich erholen wollten. Darüber hinaus sei es auch immer ein Ort der Begegnung gewesen. Heilen sei vor allem in dem Sinne zu verstehen, dass man lerne, mit einer belastenden Situation umzugehen oder aus einer anderen Perspektive zu betrachten. "Ich erlebe immer wieder Menschen, wenn ich sie behandle, die in Tränen ausbrechen, weil sich so vieles angestaut hat, weil so vieles sie belastet, weil kein Raum da ist, wo sie das auch mal aussprechen dürfen", sagt Schwester Andrea. Erfüllende Momente in ihrer Arbeit, wenn sie dann für die Menschen da sein kann.


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Durch seine idyllische und ruhige
Lage eignet sich das Kloster gut,
zum Entspannen.

Einklang von Körper und Seele

"Das ist die Erfahrung, die die Gäste oft hier machen: dass sie etwas für ihren Körper tun, aber andererseits auch etwas für ihre Seele", sagt Schwester Andrea. "Schon Theresa von Avila sagte: 'Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.' Und ich glaube, das ist etwas, was Menschen, wenn sie denn hier sind, erfahren."
Sich selbst gönnt die Nonne auch immer wieder Erholungspausen.
Gerade für ihren Arbeitsalltag sind diese Pausen von großer Bedeutung: "Ich brauche diese Zeiten, um innerlich ruhig zu bleiben, um immer wieder zu meiner eigenen Mitte zu kommen, denn ich kann nur aus meiner eigenen Mitte heraus leben und arbeiten und ‒ froh sein."



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